Umizaru 2: Limit of Love (2006)

Morty
Umizaru 2: Limit of Love



Daten zum Film:

Genre:-----------------> Drama/Thriller

Originaltitel:------------> Limit of Love

Alternativtitel:---------------> Umizaru 2: Test of Trust

Herstellungsland:-------------> Japan

Erscheinungsjahr:------------> 2006

Regie:-------------------> Eiichiro Hasumi

Start Japan:-------------> 06. Mai 2006

Einspielergebnis Japan:-------------> ca. 7 Mrd. Yen (~ 61 Millionen US Dollar)

Website:------------------> http://www.umizaru.jp/


Daten zur DVD:

Label:--------------> Pony Canyon

Ländercode:--------------> 2

Anzahl der Discs:--------------> 4

Laufzeit:---------------> ca. 117 Minuten NTSC

Bildformat:--------------> 2,35:1 Widescreen

Tonformat:-------------> Japanisch DTS, Japanisch Dolby Digital 5.1

Untertitel:------------> Englisch, Japanisch

Extras:

ca. 323 Minuten

- Trailer
- TV Spots
- Interviews
- Making Of
- Pressekonferenzen
- Deleted Scenes
- Footage der Screenings
- div. "Umizaru Evolution" Episoden
etc.

Special Features:--------------> Booklet, Screenplay-Replica, Bonus Discs, Digipack

Erscheinungsdatum:----------------> 20.12.2006 in Japan

Preis:--------------------> 7800 Yen

Ist auch als 2 Disc Standard Edition erhältlich (Preis: 3800 Yen)

Review

Bilder in verkleinerter Darstellung präsentiert, deshalb Qualitätsverlust - für Originalqualität- und größe einfach anklicken!

Es lebe der Bombast! Oder so... naja, wie auch immer... heute konnte ich mir endlich den erfolgreichsten japanischen Realfilm 2006 ansehen, der nun doch schon 7 Monate auf sich warten ließ. Der Abspann lief erst vor wenigen Minuten durch und ich muss gestehen, dass ich mich noch etwas schwer damit tue, hier etwas zu schreiben.



Zur späteren Stunde will ich dann aber doch noch zumindest ein paar Zeilen zu "Papier bringen". Im Großen und Ganzen wurden meine relativ hohen Erwartungen nicht enttäuscht, jedoch muss man einige Probleme des Filmes klar ins Auge fassen, angefangen mit einigen Charaktären und dem Drehbuch. Mir stiessen bereits nach wenigen Minuten die Grimassen (Gegrinse eher) und doofen Sprüche von Yoshioka (gespielt von Ryuta Sato) sauer auf und ich hoffte, dass das alberne Getue bald ein Ende nimmt.

Es nahm dann auch ein Ende. Aber leider nerven viele Sprüche und das Verhalten der zwei Hauptdarsteller Hideako Ito und Ryuto Sato (der, zumindest zu Beginn des Filmes) auf Dauer, was das Ganze zu klischeehaft macht. Meiner Meinung nach wirkt es nicht einmal cool, sondern einfach nur aufgesetzt, blöd und unnötig. Vermutlich gehört sowas dazu, für meinen Geschmack, vor allem wenn man das Thema des Filmes kennt, war es störend. Dies ist im Grunde das Hauptproblem des Filmes, was sich stellenweise die ersten 45 Minuten lang erstreckt.



Ich weiß nicht, vielleicht sehe ich das etwas eng, aber ihr wisst schon... weiterhin gibt es nicht allzu viel zu kritisieren. Trotzdem dümpelt der Film an manchen Stellen etwas kraftlos vor sich her und erreicht keine richtige Spannung. Diese Szenen wechseln sich stets ab, in denen es im ersten Moment spannend und sehr geladen zusichtgeht und im nächsten Moment das Tempo herausgenommen wird. Zum Glück steigert sich der Film stetig und auch die verschiedenen Charaktäre schaffen es sich langsam in das Herz des Zuschauers zu kämpfen.

Die Riege der Darsteller im Film ist unglaublich. Angeführt von Hideaki Ito, der am Anfang noch etwas steif wirkt, im Laufe des Filmes aber maßgeblich dazu beiträgt, den Film packend zu machen. Neben ihm tritt Ai Katô in Erscheinung, die Kanna, Senzaki's (Hideaki Ito), Freundin verkörpert. Natürlich fliessen auch hier wieder viele Tränen, aber sie bleibt trotzdem natürlich und ihre Gefühlsausbrüche sind äußerst rührend.



Im Film werden vier Leute im Schiff eingeschlossen. Neben Senzaki und Yoshioka (Ryuta Sato) sind das zwei Passagiere. Zum Einen die Schwangere Honma (gespielt von Nene Otsuka) und zum Anderen der proletenhafte Ebihawa, gespielt von Mitsuru Fukikoshi, der bereits in Filmen wie "The Suspect Muroi Shinji", "The Twilight Samurai" und "Stereo Future" zu sehen war. Ebenso ergreifend ist die Performance von Saburô Tokitô, der als früherer Chef Senzaki's in Erscheinung tritt, und mit ihm selbst im Kontrollzentrum in Kontakt bleibt. Neben den ganzen Hauptdarstellern gibt es noch unzähle Nebenrollen bekannter Darsteller, wie z.B. Kanji Tsuda, Toru Nakamura, Karina (aus "Rinne"), Jun Kunimura oder auch der Typ aus "Survive Style 5+", der dort den Übersetzer dieses Amis darstellte.

Ich denke bzw. hoffe, dass ich somit alle Bereiche auf inhaltlicher Basis abgedeckt habe und in etwa schon ein wenig Eindruck über die Darsteller verschafft zu haben. Wie ich ganz zu Beginn meiner Review schrieb, bietet der Film erheblichen Bombast. Der Film wurde von Fuji Television, Toho, Robot, Pony Canyon und Shogakukan finanziert und produziert, wobei sich Ersterer als Hauptinvestor preisgibt. Es ist immer so eine Sache mit Fuji TV-Filmen, da man nie wirklich schätzen bzw. erahnen kann, was einen genau erwartet. Wie Jason Gray bzgl. "Udon" in seinem Blog sagte, sehen von Fuji TV produzierte Filme immer viel teurer aus als sie aktuell kosten.



Filme von Fuji TV boomen seit dem Jahr 2003 so richtig, und verantwortlich dafür ist Hauptproduzent Chihiro Kameyama, der zu dem Zeitpunkt den erfolgreichsten japanischen Realfilm aller Zeiten losgelassen hat: "Bayside Shakedown 2" - das Sequel zum 1998 erschienenen ersten Film. In dem Jahr war er sogar der erfolgreichste nicht-englischsprachige Film überhaupt und spielte alleine in Japan über 165 Millionen Dollar ein. Dies bei Produktionskosten von rund 8 Millionen Dollar. Seither produziert er einen Box Office-Hit nach dem Anderen. 2005 brach er mit "Negotiator: Mashita Masayoshi" die 40 Millionen Dollar-Marke, "The Uchoten Hotel" spielte Anfang 2006 fast 50 Millionen ein, und nun, mit "Umizaru 2" krachte er mit 61 Millionen Dollar Einspiel ins Haus.

Der Animationsfilm "Brave Story", sowie das mit Toei co-produzierte Big Budget-Historical Drama "Oh-Oku" und der kommende, mit Shochiku co-produzierte Fantasyfilm "Gegege no Kitaro", gehen alle auf sein Konto. Bombast, da waren wir stehengelieben. Der Film bietet ungeheuren Aufwand und schafft es bereits in den ersten Sekunden den Zuschauer zu beeindrucken. Nach dem Toho-Vorspann folgt eine zum Teil komplett computeranimierte Sequenz, die Senzaki und seine Leute bei der Rettung zurückgebliebener Leute in und auf einem im Meer abgestürzten Flugzeug zeigt. Zwar spielt die Szene bei Nacht und ist demnach ziemlich abgedunkelt, aber die Fakten kann man erkennen.



Fakten? Wir sehen im japanischen Kino noch nie dagewesene Bilder. Neben umhertreibenden Flugzeugteilen tobt um die Darsteller die reinste Hölle, mit Wellen, heftigen Regenfällen und einem gewaltigen Sturm. Bis auf den Teil des Flugzeuges, in denen noch einige Überlebende sind, und den Regen in der Nähe, ist alles vollständig computeranimiert. Die Qualität der Effekte ist dabei erstaunlich hoch, zumal Wassereffekte generell sehr schwer zu meistern sind. Doch hier ist dem VFX-Team die Sache gut gelungen und da es vergleichbares im japanischen Kino nicht gibt, kann man damit hochzufrieden sein. Und ausserdem sieht es richtig toll aus.

Bevor ich weiter auf die Ausstattung des Films eingehe, möchte ich doch noch einmal kurz bei den (visuellen) Effekten bleiben. Meiner Meinung nach ist es einfach erstaunlich, wie man die Fähre in kippendem und sinkendem Zustand hinbekommen hat. War es ein Modell? War sie echt? Am Computer animiert? Ich habe ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer. Es sieht so überzeugend aus, und noch viel besser gemanaged als in "Aegis", der ähnliche Szenen beinhaltet. Und bis auf 2-3 weniger überzeugende Explosionen ziehen die Effekte die dicke Ausstattung des Filmes zum Glück nicht herunter.



Die Regieführung und Koordination in "Umizaru 2" sind exzellent. Neben den hunderten Statisten am Ufer gibt es viele Hubschrauber, Schiffe und Boote in Action zu sehen. Vor allem der letzte Teil des Filmes ist höchst beeindruckend, wenn Boote, Schiffe und Hubschrauber zusammen durch das Bild brausen. Die Unterstützung die das Filmteam hier hatte ist bemerkenswert. Ebenso sind die Sets gigantisch, in der Tat sogar bombastisch. Im japanischen Kino habe ich selten so große Sets gesehen. Alles ist sehr überzeugend und realistisch, die Überflutungen der einzelnen Etagen ist noch viel drastischer als in Filmen wie "Lorelei" oder "Aegis". Wenn Gefahr durch Wasser droht, dann richtig.

Der größte Pluspunkt ist allerdings der Soundtrack von Komponist Naoki Sato, der hier ein bombastisches Stück Filmmusik auf die Ohren der Zuschauer loslässt. Bereits in der ersten, von mit bereits angesprochenen Szene des Films, treibt die wuchtige Musik das atemberaubende Geschehen ungeheuerlich voran, sodass der Anfang generell zu einer der bemerkenswertesten Szenen überhaupt gezählt werden kann. Es erzeugt ein Gefühl der Freude, wenn die geniale Kamera tolle Bilder aus der Luft präsentiert, die anwesenden Hubschrauber in ihr vorbeirauschen, sie sich in der Luft bewegt und dazu der fetzende Soundtrack. Vor allem wenn man ein Surroundsystem hat ist dies ein sagenhaftes Erlebnis.



Naoki Sato bietet aber nicht nur Action, sondern auch sehr gefühlvolle Stücke. Und wie es so ist, tragen diese in den Szenen, in denen mal wieder geweint wird oder die gegebene Situation alle Anwesende praktisch stummschaltet, sehr zur Gänsehaut bei. Naoki Sato kann man demnach nur bewundern. Wenn er mit seinen derzeit 36 Jahren so weitermacht, kann er zu einem der besten Komponisten der japanischen Kinogeschichte werden. Seine Soundtracks zu "Lorelei" und "Always" waren ebenfalls genial, aber hier hat er seine beste Arbeit abgeliefert. Für die Musik in "Always" wurde er übrigens mit einem Japanese Academy Award ausgezeichnet - völlig verdient und gerechtfertigt.

Lässt man die Klischees, die doch einiges kaputtmachen und den Film leider stellenweise als 08/15 abzeichnen, beiseite, bekommt man einen packenden und erstaunlich kurzweiligen Film geboten. Zwar ist der Film mit 117 Minuten sowieso nicht allzu lang, aber er ging überraschend schnell über die Bühne. Ebenso nerven die ständigen Ups and Downs, in denen der Film nicht vorankommt, und im nächsten Moment aber wieder lospeitscht. Die Inszenierung, die überzeugenden Darsteller, der Aufwand, die sehr guten Effekte, die grandiose Musik sowie die geniale Kameraführung entschädigen davor vollends. Im Gesamten gesehen doch ein ziemlich guter Film, für den 8 Punkte noch ausreichen. Wer für knapp 2 Stunden gut unterhalten werden möchte, ist hier richtig. Ohne besonderen Anspruch und ohne das neue megaoriginelle Drehbuch ist dies den Machern auf jeden Fall gelungen.



Die DVD

Meine Meinung basiert auf der am 20. Dezember 2006 in Japan erschienenen 4 Disc Premium Edition von Pony Canyon. Der Film ist wahlweise auch als günstigere Standard Edition mit 2 DVDs zu haben. Diese kostet 3800 Yen, während man für die Premium Edition etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Hier belaufen sich die Kosten auf 7800 Yen. Ich habe die Box bei Yesasia für rund 60 € gekauft. Wie auch die Premium Editions zu "Negotiator: Mashita Masayoshi" und "The Suspect: Muroi Shinji" präsentiert sich die Premium Edition als ein schicker, wenn auch dünner Pappschuber, der das oben aufgeführte Cover aufgedruckt hat.

Die 4 DVDs befinden sich wie schon bei "The Suspect" in einer dicken Amaray-Hülle. Nebenbei befindet sich auch noch ein Booklet sowie das Drehbuch des Filmes in der Box. Das Hauptmenü ist diesmal auf Japanisch und Englisch auf der Hauptdisc. Man hat die Möglichkeit den Film zu starten, einzelne Kapitel anzuwählen, sowie die Auswahl des Tons und der Untertitel. Auf der DVD befinden sich vier Audiospuren. Zum Einen der standardmäßige Dolby Digital 5.1-Ton, und für die Speziellen unter uns bietet die DVD auch noch DTS. Die anderen beiden Spuren beinhalten Audiokommentare mit dem Regisseur und den Schauspielern. Hier natürlich in Dolby Digital 2.0. Ausserdem wird die Möglichkeit gegeben, den Film mit japanischen und englischen Untertiteln zu sehen.



Qualitativ gibt es zumindest beim Bild einiges zu bemängeln. Die offizielle Webseite des Filmes hatte behauptet, der Bildtransfer sei von einem HD-Master gezogen worden, was hier nicht wirklich zum Vorschein kommt. Zwar ist das Bild frei von Verschmutzungen oder sonstigen Artefakten, dennoch zieht sich ein leichtes Rauschen durch den kompletten Film, dass in einigen Szenen zudem den Kontrast und die Schärfe ein wenig in Mitleidenschaft zieht. Vor allem in dunkleren Szenen nimmt das Rauschen zu, weshalb ich beabsichtigt keine Screenshots von diesen Szenen erstellt habe.

Diese Probleme gab es auch schon bei den DVDs zu "Lorelei" und "Negotiator: Mashita Masayoshi". Ziemlich schade, denn heutzutage dürfte man wirklich etwas mehr erwarten können. Das Bild ist gut, aber es geht eben noch besser. Hingegen lässt der Ton keine Chance zur Kritik. Ich habe mir den Film natürlich über die DTS-Tonspur angeschaut und das Ergebnis ist wie zu erwarten exzellent. Vor allem in der Eingangssequenz, die neben den Bildern von der Musik und krachenden Soundeffekten lebt, bietet der DTS-Ton räumlichen, effektiven und äußerst dynamischen Klang. Gerade für Leute mit einem Surroundsystem, wie schon erwähnt, wird dies eine Freude sein.



Eine weitere Stärke von Pony Canyon sind die englischen Untertitel. Man kann den Leuten nur dankbar sein, dass sie zu jedem neuen Film englische Untertitel auf die DVDs packen. Nicht nur das, denn die Untertitel sind auch noch exzellent. Nie zu klein, oder zu groß, sehr gut lesbar und ohne Rechtschreib- oder Tippfehler. Es fällt dem Betrachter sehr leicht dem Film zu folgen - sofern man Englisch kann - denn hier stimmt einfach alles. Auch die Geschwindigkeit der Untertitel ist auf den Punkt genau getroffen. Generell braucht man über englische Untertitel von Pony Canyon nichts mehr zu sagen, denn die Leute dahinter verstehen ihr Handwerk blind.

Die Extras sind sehr umfangreich, was alleine die Laufzeit von über 320 Minuten bereits ankündigt. Es gibt eine Fülle an Interviews, u.a. mit den Produzenten, dem Regisseur, Cast und Staff, sowie ein standardmäßiges Making Of, Deleted Scenes, usw - Material wohin das Auge schaut. Dafür muss man sich Zeit nehmen, aber alleine beim Überfliegen gibt es nur Positives zu melden. Auf Disc 4 befinden sich sogar einige Episoden der TV-Serie "Umizaru Evolution", eine sehr nette Idee, wie ich finde.



Alles in allem ein tolles Set, dass ich Interessenten des Filmes und Liebhabern von aufwändigen Limited Editions nur ans Herz legen kann. Auch wenn man Abstriche beim Bild machen muss, so überzeugen Ton, Untertitel und Extras auf voller Linie. Einzige Barrikade wären ggf. der Preis und die natürlich nicht untertitelten Extras. Aber daran sollte man sich mittlerweile gewöhnt haben. Super, Empfehlung!

Abschliessende DVD-Gesamtwertung

Bild -> 8/10
Ton -> 10/10
Untertitel -> 10/10
Extras -> 10/10
Package -> 9/10

Gesamt: 9/10 Punkte