Gerade im Kino gesehen. Ich muss leider zugeben, ich habe mir doch ein wenig mehr vom Film erhofft.
Als ich den Saal verlassen habe, der im Übrigen ziemlich voll war, was mich sehr überrascht hat, war ich mir wirklich nicht sicher, wie ich den Film finde.
Der originale Trailer gefiel mir sehr, aber als ich dann die deutsche Fassung gesehen habe, dann war mir klar, dass es sich bei dem Film, wie Tine schon schrieb, um eine Gurke handeln wird. Leider hat sich das meiner Meinung nach bestätigt, denn ich war mit dem Resultat einfach nicht zufrieden. Ich habe mir spannende Unterhaltung gewünscht, Nervenkitzel pur. Das gab es aber nicht. Ok, gegen Ende versucht der Film Spannung aufzubauen, was auch ein wenig gelingt, aber alles in allem waren viele Dinge einfach zu offensichtlich. Dem Zuschauer wurden so manche "Überraschungen" bzw. Geheimnisse schon vor dem Filmende dem Zuschauer offenbahrt. Sicherlich war merhmals Absicht, aber ich fand es nicht gelungen. Manchmal ist es wirklich in Ordnung, wenn der Zuschauer Dinge weiss, die die Figuren nicht wissen. Aber dann soll man doch versuchen Spannung einzubringen, was hier aber leider nicht zutrifft. Deshalb fand ich es so misslungen, dass man schon vorher Dinge weiss. Ok, so wird man in eine falschie Schiene geführt, aber wie gesagt: wenn man es falsch inszeniert, dann funktioniert es nicht ! Der Film war nämlich zum einschlafen.
Der Film hätte so viel kürzer sein können. Mir ist die originale Lauflänge zwar nicht bekannt, aber der Film hat Szenen, die ich einfach nur überflüssig fand. Langeweile war in Verführung Einer Fremden leider ein Stammgast, der sich auch bis über die zweite Filmhälfte nicht verabschiedet hat. Der Film wiederholt sich und man fühlt sich nahezu gezwungen auf die Uhr zu sehen, um "ungefähr" zu erahnen, wann es endlich in die Pause geht, um sich die Beine zu vertreten.
In der zweiten Hälfte versucht dann der Film Spannung aufzubauen und ganz ehrlich: ein bisschen funktioniert es, da man, wie ich schon erwähnt hatte, in eine falsche Schiene getrieben wird. Von Anfang an kann man sich nämlich denken: sicher war es und so und sicher war das so und das Andere so und so... Deshlab habe ich mir auch keine weiteren Gedanken gemacht, weil mein Interesse nur noch dem Abspann gewidmet war, der allerdings noch nicht an der Reihe war. Zugegeben, ich war überrascht... Sehr sogar. Dem Zuschauer werden einige Vermutungen und "Auswahlen" geboten, doch am Ende scheint alles doch irgendwie anders zu kommen, als man es sich denken würde. Andere sehen es vielleicht voraus, ich habe es nicht. Aber mindestens genau so wichtig wie die "Überraschung" wäre dann aber noch die Sache, ob diese auch überzeugt. Eine Überraschung kann schliesslich positiv, als auch negativ sein. Ich persönlich fand es gelungen und besser, als die ganzen anderen Möglichkeiten, die man sich als Zuschauer ausmalt. Wirklich was neues war es nicht, aber mir hat es gefallen. Nur wie es in Szene gesetzt wurde, fand ich ein wenig fad. Man wird eher langsam in das Finale eingeleitet. Die Überraschung kommt also nicht wie ein Knall, was ich doch ziemlich schade finde. Ich persönlich bin mir aber ziemlich sicher, dass das Ende die Meinung der Filmfans spalten wird. Den Einen wird es gefallen, den Anderen eher weniger. Oder um es gespaltener zu erklären: Die Einen finden es miserabel, die Anderen genial. Manche werden sagen, dass es schwach war, da man sowas schon ähnlich in anderen Filmen gesehen hat. Andere werden sagen, dass es klasse umgesetzt wurde. Alles Geschmackssache... Mir gefiel es !
Aber dennoch: Kann ich für mich selber sprechen und schreiben, dass ich den Film al Ganzes klasse finde, nur weil mir das Finale gefiel? Nein, denn schliesslich muss auch der Rest überzeugen und nicht nur das ach so überraschende Finale. Neben den sehr langweiligen Passagen, wie wäre es z.B. mit dem schauspierischen Können? Halle z.B., wie war sie? Ich muss sagen: sie war ok. Eine Goldene Himbeere würde ich ihr nicht mehr in die Hände drücken. Klar war es nicht überragend und mal hie und mal da happert es ein wenig, aber sagen wir, es war akzeptabel.
Bruce Willis, kurz und knapp: überzeugend ! Giovanni Ribisi? Kurz und knapp: lächerlich ! Ich kann es mir auch nicht erklären, was mit ihm los war, aber sein "Können" fand ich miserabel, was allerdings auch an seiner doch sehr nervigen Figur liegen kann. Manche werden ihn wegen seiner komischen Sprüche mögen, aber mich hat er leider einfach nur genervt. Schade... Ich habe mir seine Rolle in dem Film ein wenig anders vorgestellt, nachdem ich den Trailer gesehen habe. Ich war froh, wenn er mal nicht im Bild war, ehrlich. Dabei finde ich, dass er ein doch ziemlich überzeugender Schauspieler ist, was aber in diesem Film, meiner Meinung nach, nicht der Fall war. Vielleicht übertreibe ich ein wenig, aber das war in meinen Augen einfach nur nervig !
Ok, war ein wenig mehr als "kurz und knapp* ... Anderes "können" muss ich hier nicht beschreiben, da alle anderen Schauspieler kaum eine lange Spielzeit haben und nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche verschwidnen.
Sehr viel mehr kann ich bei diesem Film nicht in der Kritik miteinbeziehen. Alles Andere fällt weder positiv, noch negativ auf. Sei es der Score, die Kamera... Alles "normal", also nix Besonderes.
Nur die Dialoge kann ich vielleicht ganz kurz noch ins Gespräch ziehen, die manchmal doch eher unfreiwillig komisch waren. Wie auch immer. Näher darauf eingehen muss ich nicht.
Alles in allem ein Film, den ich schnell wieder vergessen werde. Leider war es kein sonderlich spannender Thriller, der mich von Anfang an in seinen Bann zieht und vor Nervenkitzel pur nicht mehr loslassen will. Der Film war bis kurz vor Schluss einfach nix Besonderes und auch das Finale war nix neues, wenn es mich aber überzeugt hat. Schauspierisch im Schnitt in Ordnung. Handlung wurde zu langweilig inszeniert, wofür viele sehr überflüssige Szenen sorgen, die es im fertigen Film nicht gebraucht hätte. Ohne sie wäre der Film allerdings keine 60 Minuten lang geworden. Als Zuschauer hat man einfach das Gefühl, als würde man nicht wirklich vorankommen. Man blieb hier ganz klar hinter den Möglichkeiten, was ich sehr schade finde.
Verführung Einer Fremden, leider ein ziemlich schwacher Thriller.
4-5/10