SonOfTheDark

Genre: Fantasy
Filmlänge: ca. 95 Minuten
Land: USA, 2006
Kinostart (D): 14. Dezember 2006
Studio: 20th Century Fox
Vertrieb: 20th Century Fox
Freigabe: MPAA: PG / FSK: freigegeben ab 12
Darsteller: Edward Speleers, Christopher Egan, Sienna Guillory, Djimon Hounsou, Jeremy Irons, John Malkovich, Garrett Hedlund
Regie: Stefen Fangmeier
Drehbuch: Peter Buchman
Produzenten: John Davis, Wyck Godfrey, Adam Goodman, Chris Symes, Kevin Richard Buxbaum
Kamera: Hugh Johnson
Kostüme: Joseph A. Porro
Musik: Patrick Doyle
Schnitt: Roger Barton
Casting: Priscilla John, Mindy Marin
News zum Film: Hier klicken
Bilder zum Film: Hier klicken
Offizielle US Website: Hier klicken
Offizielle deutsche Webseite: Hier klicken
Diskutiert in unserem "Eragon" Forum: Hier klicken
US Trailer: Hier klicken
Deutscher Trailer: Hier klicken
Filmlänge: ca. 95 Minuten
Land: USA, 2006
Kinostart (D): 14. Dezember 2006
Studio: 20th Century Fox
Vertrieb: 20th Century Fox
Freigabe: MPAA: PG / FSK: freigegeben ab 12
Darsteller: Edward Speleers, Christopher Egan, Sienna Guillory, Djimon Hounsou, Jeremy Irons, John Malkovich, Garrett Hedlund
Regie: Stefen Fangmeier
Drehbuch: Peter Buchman
Produzenten: John Davis, Wyck Godfrey, Adam Goodman, Chris Symes, Kevin Richard Buxbaum
Kamera: Hugh Johnson
Kostüme: Joseph A. Porro
Musik: Patrick Doyle
Schnitt: Roger Barton
Casting: Priscilla John, Mindy Marin
News zum Film: Hier klicken
Bilder zum Film: Hier klicken
Offizielle US Website: Hier klicken
Offizielle deutsche Webseite: Hier klicken
Diskutiert in unserem "Eragon" Forum: Hier klicken
US Trailer: Hier klicken
Deutscher Trailer: Hier klicken

SYNOPSIS
Seine Existenz wurde prophezeit
Seine Herkunft ist unbekannt
Ein neuer Held wird eine Macht entfesseln, die weit älter ist als Magie
Seine Herkunft ist unbekannt
Ein neuer Held wird eine Macht entfesseln, die weit älter ist als Magie
Als Eragon im Wald einen glänzenden blauen Stein entdeckt, hält er ihn für einen glücklichen Fund. Er könnte ihm und seiner Familie helfen, mit den davon erworbenen Lebensmitteln den Winter zu überdauern. Als aber aus dem Stein ein Drachenjunges schlüpft, erkennt Eragon, dass er über ein Erbe gestolpert ist, das älter ist als das Königreich selbst: das Vermächtnis der Drachenreiter.
Über Nacht zerfällt Eragons einfaches Leben und er wird in eine gefährliche neue Welt gestürzt. Nur mit einem sagenumwobenen Schwert und dem Geleit eines alten Märchenerzählers müssen sich Eragon und der junge Drache durch das gefährliche Terrain eines Landes voller dunkler Feinde schlagen, beherrscht von einem König, dessen Grausamkeit keine Grenzen kennt.
Wird sich Eragon als würdig erweisen, das Erbe der legendären Drachenreiter anzutreten? Das Schicksal der Welt könnte in seinen Händen liegen...

PRODUKTIONSNOTIZEN
ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER, ein spannendes Fantasy-Abenteuer, basiert auf dem sensationell erfolgreichen Roman von Christopher Paolini – dem ersten Band der epischen Drachenreiter-Trilogie des jungen Autors – und ist eine ebenso zeitlose wie moderne Fabel.
Der fantastischste Charakter des Buchs, ein fliegender Drache namens Saphira, entsteht durch den High-Tech-Zauber zweier der berühmtesten Effektstudios in Hollywood: WETA Digital (die „Herr der Ringe“ – Trilogie, „King Kong“) und Industrial Light & Magic (die „Star Wars“ – Filme, „Jurassic Park“). Außerdem war WETA auch für die spektakulärste Schlachtenszene des Films zuständig, in der die Kräfte des Guten, angeführt von dem jungen Drachenreiter Eragon und Saphira, es mit der Armee des bösen Königs Galbatorix aufnehmen.
Seit mehr als zwei Jahrtausenden wurden Drachen, je nach Kultur und Zeitalter, entweder geliebt, gefürchtet oder regelrecht verehrt. Heute sind die mythischen Kreaturen aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Obwohl Saphira in ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER natürlich aus dem reichen Erbe der geflügelten Kreaturen schöpft, ist sie, was die technische Umsetzung betrifft, eher mit den Dinosauriern aus JURASSIC PARK („Jurassic Park“, 1993) verwandt – zum ersten Mal wird durch hochmoderne Computertechnik ein Mythos zu fotorealistischem, emotional reichem Leben erweckt. Saphiras Gestaltung geht sogar noch über die der Saurier aus JURASSIC PARK hinaus, weil ihre Gesichtszüge Gedanken und Gefühle ausdrücken.

VISION UND TRIUMPH DES CHRISTOPHER PAOLINI: ERAGON KOMMT AUF DIE LEINWAND
Nach der Erstveröffentlichung als Hardcover bei dem amerikanischen Verlag Knopf im August 2003 wurde der Roman Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter zu einem weltweiten Phänomen. Das Buch wurde sofort zum Bestseller, stand 87 Wochen am Stück auf der „New York Times“-Bestsellerliste und 21 Monate hintereinander auf der Bestsellerliste für Young Adult Fiction von „Publisher’s Weekly“, davon neun Monate auf Platz 1. Von Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter wurden, als Hardcover und Taschenbuch, allein in Nordamerika 2,5 Millionen Exemplare verkauft. Der Roman wurde in 38 Ländern veröffentlicht.
Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter bildet den Auftakt zu einer Trilogie. Das zweite Buch, Eragon – Der Auftrag des Ältesten, wurde im August 2005 in den USA und Kanada veröffentlicht und wurde in den USA schnell zur Nummer 1 der Verkaufscharts. Vom Hardcover wurden bislang über eine Million Exemplare verkauft, der Band landete an der Spitze der „New York Times“-Bestsellerliste und gehörte zu den Top 50-Bestsellern von „USA Today“. Eragon – Der Auftrag des Ältesten gewann 2006 den Young Adult/Teen Quill Book Award.
Paolinis eigene Geschichte selbst klingt fantastisch. Die erste Ausgabe von Eragon brachte die Familie im Selbstverlag heraus. Ein Jahr später erfolgte die weltweite Veröffentlichung durch den Verlag Alfred A. Knopf, und der Roman wurde zu einem riesigen Erfolg.
Paolini, der mittlerweile 22 Jahre alt ist, wuchs in Paradise Valley, Montana auf – einer Gegend, die ihn zu vielen der fantastischen Gebiete aus dem Buch inspirierte. Seine Romane reflektieren die persönlichen Erfahrungen vom Erwachsenwerden in einem Tal nahe der Beartooth Mountains in Montana, das dem fiktionalen Tal, aus dem Eragon stammt, sehr ähnlich ist.
Drehbuch-Autor Peter Buchman, der zuvor unter anderem an JURASSIC PARK III („Jurassic Park III“, 2001) gearbeitet hatte, schrieb das Drehbuch. Buchman, ein großer Fan von Fantasy und Science Fiction, sagt, die Reife des jungen Autors, seine Beherrschung verschiedener Handlungsstränge und Charaktere und seine Fähigkeit, mehrere eigenständige Welten nur aus seiner Fantasie zu schaffen, hätte ihn wirklich umgeworfen. Buchman gab sich große Mühe, der Fülle von Paolinis Geschichte und seinen Figuren gerecht zu werden – genauso wie den Erwartungen der unzähligen Fans der Vorlage – und er achtete gleichzeitig darauf, auch Neueinsteiger für die Welt von ERAGON zu begeistern.
Sowohl im Roman als auch im Film steht die Verbindung von Eragon und Saphira im Mittelpunkt. „Christopher hatte die wunderbare Idee von einem jungen Mann, der ein sehr vertrautes Verhältnis zu einem Drachen entwickelt,“ sagt Buchman. „Diese Verbindung ist das Herz des Buches, und genau das mussten wir auf den Film übertragen.“
Auf Buchmans Drehbuch wurde Stefen Fangmeier aufmerksam. „Ich fand es sehr spannend zu lesen,“ sagt der Regisseur. „Aufgrund der fantastischen Aspekte im Buch würden sich viele für die Spezialeffekte interessieren. Meine erste Reaktion war aber, dass ich es mit einer großartigen Geschichte und einer Fülle an Emotionen zu tun hatte.“
In der Mythologie von ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER hatten die Drachenreiter dem Land Alagaesia einst Frieden und Wohlstand gebracht. Die Drachen gaben ihren Reitern magische Kräfte, Unsterblichkeit gar. Kein Feind konnte sie bezwingen – bis einer der ihren, Galbatorix, alle Macht an sich riss und die Drachenreiter zur Bedeutungslosigkeit verdammte. Aber mit der Entdeckung eines glühenden, saphirblauen Eis, aus dem ein Drache namens Saphira schlüpft, scheint durch den jungen Eragon die Zeit der Drachenreiter wieder gekommen zu sein.
Nachdem er mit der Hilfe seines Mentors Brom zu seiner Bestimmung gefunden hat, ist Eragon entschlossen, das Zeitalter der Gerechtigkeit wieder einzuläuten, unter dem einst das ganze Land erblühte – falls er die Machenschaften von König Galbatorix überleben sollte. Eragon findet sich in einer Welt der Macht und Magie wieder, wird zu einem echten Helden und zur letzten Hoffnung für die Menschen von Alagaesia.
Die Hauptrolle erhielt der 18-jährige Newcomer Ed Speleers, nachdem 20th Century Fox und die Filmemacher einen weltweiten Casting-Marathon veranstalteten, der es mit der Suche nach dem „Harry Potter“-Darsteller aufnehmen konnte, und aus Hunderten von Vorsprechterminen und Dutzenden Probeaufnahmen bestand.
Neben Speleers spielen Oscar-Gewinner Jeremy Irons als Brom, ein ehemaliger Drachenreiter, der zu Eragons Mentor wird; der Oscar-nominierte John Malkovich als mächtiger und böser König Galbatorix; BAFTA-Gewinner Robert Carlyle als Zauberer Durza; der Oscar-nominierte Djimon Hounsou als Ajihad, Anführer der Rebellengruppe der Varden; Sienna Guillory als schöne Kriegerin Arya und Garrett Hedlund als junger Mann mit rätselhafter Vergangenheit.
Stattdessen tritt der Drache telepathisch mit ihrem Reiter in Kontakt, was den emotionalen, beinahe spirituellen Charakter der Verbindung dieser beiden Figuren kennzeichnet.
Regie bei ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER führt Stefen Fangmeier, eines der wahren Spezialeffekte-Genies der Filmindustrie. Während seiner Zeit bei Industrial Light & Magic war Fangmeier für Filme wie SAVING PRIVATE RYAN („Der Soldat James Ryan“, 1998), TWISTER („Twister“, 1996), THE PERFECT STORM („Der Sturm“, 2000) und MASTER AND COMMANDER – THE FAR SIDE OF THE WORLD („Master and Commander: Bis ans Ende der Welt“, 2003) zuständig. Er gewann dreimal den BAFTA und war viermal für einen Oscar nominiert.
Für ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER nutzten Fangmeiers Spezialeffekte-Teams den neuesten Stand der technischen Entwicklung, nicht um eine futuristische, nicht wiedererkennbare Umgebung zu kreieren sondern um Saphira zu erschaffen und die Zuschauer in die magische, zeitlose Welt von Alagaesia zu versetzen. Unter seiner Regie geben Wolf Kroegers Produktionsdesign, Hugh Johnsons Kameraaufnahmen und Kym Barretts geschmeidige Kostüme dem Film (s)eine zeitgenössische Note.

DIE DARSTELLER
Die größte Herausforderung für die Filmemacher war es, den richtigen Darsteller für den jungen Drachenreiter Eragon zu finden. Aus einer monatelangen, weltweiten Suche ging schließlich Newcomer Ed Speleers als erste Wahl hervor. „Ed betrat den Raum [beim Casting], wir sahen einander an und wussten, ‚Das ist Eragon, das ist der Junge aus dem Buch’" sagt Regisseur Stefen Fangmeier: „Ich hatte gleich eine Vorstellung von Eds Talent und seiner Zukunft. Manchmal weiß man einfach, dass jemand zum Filmstar geboren ist.“
Speleers bekam die Zusage zu einer Zeit, als er gerade seinen Text für eine Schulaufführung von „Hamlet“ lernte. Die Arbeit bei seinem Debüt als professioneller Schauspieler flößte ihm Ehrfurcht ein. „Während der Dreharbeiten in der Slowakei flogen wir im Helikopter auf einen Berggipfel, ringsum atemberaubende Landschaft,“ erinnert er sich. „Ich stand am Rand des Gipfels und fragte mich ‚Was passiert gerade eigentlich? Eigentlich müsste ich an der Schule meine Klausuren schreiben, dafür bin ich jetzt hier und genieße die schönste Zeit meines Lebens.’ Wenn ich weiter Filme drehen werde – und das würde ich wirklich gern – kann ich mir nicht vorstellen, dieses unglaubliche Gefühl noch einmal zu erleben.“
Der junge Darsteller fand sich leicht in seine Rolle ein. Tatsächlich sieht Speleers sogar Parallelen zwischen seinen Erfahrungen bei den Dreharbeiten und der Reise seines Alter Egos auf der Leinwand. „Ich erlebte ein neues Abenteuer, so wie Eragon,“ erklärt er. „Mein Leben war gut durchstrukturiert, ich habe regelmäßig die gleichen, normalen Dinge getan, und dann wurde ich plötzlich in diese unglaubliche, neue Welt geworfen und spielte in einem Kinofilm mit. Es war eine perfekte Möglichkeit, zu mir selbst zu finden (so wie Eragon es tut), neue Menschen zu treffen und neue Erfahrungen zu machen.“
Zu den Höhepunkten gehörte für Speleers die Arbeit mit Jeremy Irons, der Eragons Mentor Brom spielt. Das Verhältnis der Schauspieler hinter der Kamera ähnelte dem ihrer beiden Figuren. „Jeremy stand mir immer mit einem Rat zur Seite, ich konnte viel von ihm lernen,“ erinnert sich Speleers. „Er tat das aus purer Freundlichkeit, aber man konnte auch viel von Brom in ihm erkennen.“
Irons sagt, er sei bereit gewesen, sich an einem großen, actiongeladenen Abenteuerfilm zu versuchen. „Mit ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER kann ich ein anderes Publikum als mit den meisten meiner anderen Filme erreichen,“ sagt er. „Aber genauso wichtig war, dass Brom mir am Herzen lag; er hat etwas Linkisches und Wildes, ist aber gleichzeitig ein guter Mann.“
Zur Vorbereitung auf seine Rolle las Irons Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter und übte sich in der Kunst des Schwertkampfes, wie sie dort beschrieben ist. „Es ist ein besonderer Kampfstil,“ bemerkt Irons. „Es ist wie fernöstliche Kampfkunst, esoterischer als etwa die Art des Kampfes Stil im mittelalterlichen England. Ich habe beinahe jeden Tag trainiert, um die nötige Kraft im Handgelenk aufzubauen, damit ich die Kampfszenen realistisch spielen konnte.“ Die vielen Szenen auf dem Rücken eines Pferdes forderten den erfahrenen Reiter Irons weniger heraus.
Die Schicksale von Brom und Eragon sind eng verbunden mit dem bösen König Galbatorix, den der Oscar-nominierte John Malkovich spielt. Galbatorix ist ein zentraler Charakter des Films, dessen Präsenz und Gefährlichkeit auch spürbar sind, wenn er selbst gerade nicht auftritt.
Obwohl Malkovich keine gemeinsamen Szenen mit Ed Speleers hat, war er doch von dem jungen Schauspieler und dessen wachsender Anhängerschaft beeindruckt. „Bevor ich nach Budapest flog, sagte mir ein Freund, er habe ein paar Kinder, die ein Autogramm von Ed wollten,“ erinnert er sich. „Das hatte ich nicht mehr erlebt, seit ich mit Leonardo DiCaprio [in „Der Mann in der eisernen Maske“] gedreht habe.“
Der engste „Berater“ von Malkovichs Galbatorix ist Durza, ein Zauberer, der von dämonischen Geistern besessen ist. Durza ist groß, blass, aber gutaussehend, mit rotem Haar und kastanienbraunen Augen. Sein Auftreten ist nobel, doch hinter dieser Kultiviertheit verbirgt er etwas Unnatürliches.
BAFTA-Gewinner Robert Carlyle machte als Durza einen starken Eindruck auf Ed Speleers. „Unsere erste Begegnung war sehr spannend,“ sagt Speleers. „Robert trug eine lange Perücke, farbige Kontaktlinsen und sein komplettes, wallendes Kostüm. Ich brauchte mich nicht an meine Rolle zu erinnern, um auf Robert als Durza zu reagieren,“ lacht Speleers. „Er WAR Durza!“
„Robert hatte großes Interesse an dem Film, und sein Ansatz war, Durza nicht offensichtlich und übertrieben in seiner Bosheit auszustellen,“ sagt Wyck Godfrey. „Durza hat finstere Pläne und mit seinen roten Augen, seinen Haaren und seiner blassen Haut gibt es genug Auffälliges an seiner Erscheinung; man muss als Schauspieler nicht noch hart daran arbeiten, ihn böse zu präsentieren.“
Zu Beginn der Geschichte setzt Durza seine magischen Kräfte ein, um die Kriegerin Arya aufzuhalten, die auf der Suche nach dem neuen Drachenreiter ist. „Arya wurde ein Drachenei anvertraut, das man Galbatorix gestohlen hat. Nur trägt sie es durch Alagaesia auf der Suche nach dem Besitzer“, sagt Sienna Guillory, die Arya darstellt. „Als Kriegerin benutzt sie einen Zen-ähnlichen Kampfstil. Sie ist eine Elfe, also versteht sie die Natur um sie herum – die Bäume, das Licht, den Wind – und kann Gefahren vorhersehen, noch bevor sie eintreten.“
„Es ist toll, als Frau eine Action-Rolle zu spielen, die nicht nur heroisch ist und nicht rau und unweiblich", fährt sie fort. „Ich liebe Pferde, und in diesem Film konnte ich reiten und mit einem Schwert kämpfen – Klasse!“
Guillory ist die Arbeit von Kostümdesignerin Kym Barrett eine besondere Erwähnung wert, die eine „wundervolle Note und Modernität“ in den Film bringe. „Kyms Arbeit reflektiert die Zeitlosigkeit des Films,“ führt Guillory aus. „Es geht nicht ums Mittelalter oder ein anderes, lang vergangenes Zeitalter. Kyms Designs für Arya befassen sich mit der Umwelt, mit Ökologie. Arya ist eine Art Öko-Kriegerin, auf einer Wellenlänge mit der Natur. Alles was sie anhat, sieht weich aus und getragen und fühlt sich auch so an. Kym achtet besonders gut auf die Abstimmung ihrer Kostüme mit Bewegung.“
Im letzten Kampf bei Farthen Dûr nehmen Arya und Eragon es mit Galbatorix, Durza und deren Schergen auf. Anführer dieser Festung der aufständischen Varden-Armee ist Ajihad, der vom Oscar-nominierten Djimon Hounsou gespielt wird. „Mich reizte an ERAGON einfach, dass es ein riesiges Abenteuer ist,“ erklärt der Schauspieler. „Alles daran ist ‚bigger than life’.“
Bei Farthen Dûr kämpft auch Murtagh, der von Garrett Hedlund gespielt wird, einer der wenigen Amerikaner in der Riege der Darsteller. Wie viele seiner Kollegen unterzog Hedlund sich einem intensivem körperlichen Training, das Boxen und die Bedienung eines Langbogens mit einschloss. Aber Hedlund legt Wert darauf, dass das Interessante an seiner Figur unter deren Haut zu finden sei. „Es gibt etwas, das Murtagh unter der Oberfläche verborgen hält,“ erklärt er. „Murtagh hat eine geheime Vergangenheit, auf die er nicht unbedingt stolz ist.“

SAPHIRA
Die berühmten Darsteller von ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER beeindrucken, aber die Filmemacher mussten zugeben, dass der „größte“ und teuerste Star der Drache Saphira ist. Christopher Paolini sagte, Saphira solle „die beste Freundin sein, die man je haben könnte.“ Um einen solchen Charakter erstellen zu können, benötigten die Filmemacher ein „Herrchen“ für Saphira, eine Person, bei der alle kreativen und technischen Fäden zusammenlaufen würden.
Diese Person wurde der Visual Effects Supervisor Michael McAlister, der so zum Gebieter über den Drachen wurde. „Saphira zum Leben zu erwecken, war eine riesige Aufgabe, die mir vollen Einsatz abverlangte – so, wie eine echte Figur es von einem Schauspieler verlangt,“ sagt McAlister. „Es gab Abertausende von Detailentscheidungen zu treffen darüber, wie sie aussehen, sich verhalten, sich fühlen oder fliegen sollte. Ich habe sie weder erfunden noch ihren Charakter definiert, aber ich war dafür verantwortlich, dass man sie versteht – und wie wir das erreichen könnten.“
Der Schlüssel dazu war die Kommunikation zwischen den Filmemachern und den Effektstudios. McAlister vergleicht seine Position mit der dünnen Stelle einer Sanduhr. „Mit den riesigen Erwartungen von oben und einer Truppe eifriger und begabter Künstler unter mir, versuchte ich die vielfältigen Vorgaben des Produktionsteams umzusetzen und sie so zu fokussieren, dass jeder einzelne von meinen Mitarbeitern damit arbeiten konnte. Zu meinen Hauptaufgaben gehörte es, spezifische Entscheidungen über Saphira zu treffen und alle Beteiligten ständig darüber informiert zu halten, so dass der Einsatz Hunderter Künstler in ständigem Einklang mit den Wünschen der Filmemacher stand.“
Unter der Aufsicht von McAlister haben die Künstler der vielgerühmten Effektstudios Industrial Light & Magic und WETA Digital nichts weniger als den dynamischsten, ausdrucksstärksten Drachen der Filmgeschichte geschaffen.
Bei ILM fungierten Samir Hoon als Visual Effects Supervisor und Glen McIntosh als Animationschef. McIntosh, der bereits an Yoda und General Grievous in STAR WARS – EPISODE III: REVENGE OF THE SITH („Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“, 2005) arbeitete, koordinierte das Animationsteam bei ILM. „Der schwierige Teil an Saphiras Gestaltung war, dass sie nie ein Monster oder nur eine Kreatur werden sollte,“ bemerkt McIntosh. „Sie ist ein vollwertiger Charakter und einer der Stars des Films. Sie brauchte eine nuancierte, vielschichtige Darstellung.“
Der WETA Digital-Animation-Supervisor David Clayton Johnson, der mit den WETA Visual Effects Supervisoren George Murphy und Guy Williams zusammen arbeitete, gab dem Charakter zusätzliche Feinheiten, vor allem für die finale Schlachtenszene, in der Saphira agiert wie ein geschmeidiger, kraftvoller Düsenjet.
Die Vielschichtigkeit von Saphiras Charakter und Aussehen entstammt einer „evolutionären“ Entwicklung – vom stilisierten Artwork des Buchcovers über die ersten Filmskizzen bis zu den endgültigen Bildern, die wir im Film sehen. Samir Hoon von ILM bemerkt: „Die entscheidende Frage, die sich uns stellte, war: ‚Wie entwickeln wir einen Drachen, den die Zuschauer noch nie zuvor gesehen haben, der aber gleichzeitig mit Christopher Paolinis Vorstellungen dieses Charakters übereinstimmt?’’’
„Wir entwickelten Saphiras Gestalt, indem wir ihren Charakter nach und nach über die Farbe der Flügel, die Größe ihres Kopfes und die Länge ihres Halses herausarbeiteten. Wir sehen wie sie aus dem Ei schlüpft, gerade mal 25 Zentimeter groß. Am Ende des Films wiegt sie vier Tonnen, hat eine Größe von 4,5 Meter, eine Flügelspannweite von 6 bis 9 Metern und ist 10 Meter lang.“
Nach vielen Überarbeitungen und Tests verpassten die Visual Effects-Leute dem Drachen eine schlankes und anmutiges Aussehen, das zu den femininen und hoheitsvollen Eigenschaften des Charakters passte. „Sie geht und bewegt sich wie ein Löwe, die Vorderbeine sind fast genauso lang wie die Hinterbeine“, sagt McIntosh und erklärt, dass er und die ILM-Animatoren viel Zeit damit verbrachten, die Bewegungen von Löwen zu studieren.
Saphiras Flügel ähneln den Flügeln der Adler. Aber statt der eher klassischen Federn (im Englischen: feathers), sind Saphiras Flügel eine Kombination aus Schuppen (im Englischen: scales) und Federn, die das IML-Team „scethers“ oder „Schedern“ nannte.
Saphira ist zuerst ein Drachenjunges, das die Filmemacher so liebenswert wie möglich machen wollten. Dazu studierten Hoon und sein Team Gnu-, Löwen- und Wolfsjunge.

DIE SCHLACHT VON FARTHEN DÛR
ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER verfügt über viele herausragende Szenen, aber keine ist so eindrucksvoll wie die Schlacht von Farthen Dûr, in der Galbatorix’ Eliteeinheiten und Urgals die Festung der Varden angreift. Die Schlacht ist das Ende von Eragons Reise und der Höhepunkt der Geschichte.
Zu Beginn der Schlacht helfen Eragon und Saphira, die angreifenden Truppen des Königs zurückzuhalten – was zu einem Luftkampf zwischen Eragon und Durza führt, mit Eragon auf Saphira und Durza auf einem enormen Monstrum, das er aus den toten Soldaten der Bodentruppen hervorgerufen hat. Der Bodenkampf, an dem Hunderte Statisten und Stuntleute beteiligt waren und der während der Postproduktion noch mit zusätzlichen Details aus dem Computer versehen wurde, bildet den Hintergrund für diesen Konflikt in der Luft – alles ist dramatisch erleuchtet vom kalten Licht des Mondes. Im Fortgang der Schlacht wird Farthen Dûr zum Schauplatz der riesigen Zerstörung.
In der Geschichte wurde die Varden-Festung im Krater eines erloschenen Vulkans errichtet. An den Felswänden sind die Reste eine weißen Marmor-Stadt zu sehen, Ruinen aus einer längst vergangenen Zeit, die in sich über eine Meile hoch an den Wänden des Vulkans entlang windet und streckt.
Unter der Aufsicht von Produktionsdesigner Wolf Kroeger errichteten die Filmemacher eines der größten in Aktion befindlichen Sets der Filmgeschichte, das nie und nimmer im Studio Platz gefunden hätte. Also unternahmen die Filmemacher zahlreiche Expeditionen, bis sie schließlich einen verlassenen Krater in Ungarn nahe der österreichischen Grenze fanden. „Die Location passte hervorragend,“ sagt Kroeger, „immerhin heißt es im Drehbuch, dass Farthen Dûr in einer vulkanischen Umgebung liege.“
Bevor die Bauarbeiten beginnen konnten, musste zunächst eine Straße zur Spitze des Kraters gelegt werden. Es dauerte 16 Wochen, bis aus der leeren Steinwüste eine bewohnte Gemeinde geworden war.
Peter MacDonald, eine der besten Second Unit-Regisseure und Actionspezialisten im Business – er arbeitete an zwei „Superman“-, zwei „Batman“- und vier „Harry Potter“-Filmen – arbeitete gemeinsam mit Stefen Fangmeier an der epischen Schlacht. „Wir wollten dieser Sequenz ein nervöses, kampfähnliches Feeling mitgeben,“ bemerkt MacDonald.
Um die Action einzufangen, arbeitete MacDonald 10 Stunden pro Nacht mit 450 Statisten und Stunt-Leuten – meist unter äußerst unwirtlichen Bedingungen (es war Winter) –, und das für mehrere Wochen. In der Sequenz kommen Urgals (die ungewöhnlich groß sind) ebenso vor wie Elfen; viele der Urgal-Statisten maßen 2 Meter oder mehr, während die meisten Elfen nicht größer als 1,50m waren.
Die Entscheidung, nachts zu drehen, stellte einige Herausforderungen an Kameramann Hugh Johnson. „Die Location war sehr weitläufig mit vielen Steinterrassen, auf die man kaum irgendeine Beleuchtung hochkriegen konnte,“ sagt Johnson, dessen Abteilung erhebliche Mühen auf sich nahm, um die vielen Flächen und versteckten Ecken des Vulkankraters dennoch angemessen auszuleuchten. Hierzu wurde ein russisches Bergsteiger-Team mit dem Transport der Ausrüstung beauftragt.
Für die Sequenz designte Kym Barrett wiederum unkonventionelle Kostüme, diesmal vom Typ „Rüstung“. „Ich überlegte mir, wie Rüstungen in dieser Welt wohl aussehen würden,“ sagt Barrett. „In dieser Szene reitet Eragon auf Saphira und kämpft gegen die Invasoren, da kann er schlecht zwölf Kilo Metall an sich herumschleppen. Ich wollte auch nicht, dass die Charaktere diese klobigen, schweren Rüstungen tragen mussten. Es sollte alles ein wenig geschmeidiger sein, also benutzte ich Lederrüstungen.“ Barrett holte bekannte Londoner Lederdesigner an Bord, um mit ihnen die Einzelstücke herzustellen.
Doch mit dem Ende der Arbeit der Second Unit in Ungarn war nur der erste Schritt für die Fertigstellung der Szene getan. Fangmeier, MacDonald und die Crew zogen von dort in die englischen Pinewood Studios, wo die Blue Screen-Aufnahmen für Ed Speleers „Ritt“ auf Saphira gemacht wurden, während dessen er Robert Carlyles Durza bekämpft, der sein eigenes Flugmonstrum lenkt. Die Filmemacher wollten alles in diese Flugszenen investieren, um die, wie MacDonald sagt, „größtmögliche Dynamik“ herauszuholen. „Es ist eine echte Achterbahnfahrt.“
Die Schauspieler wurden auf hydraulische, computergesteuerte Vorrichtungen mit Sätteln gesetzt. Alle Bewegungen des Drachens – fliegen, gleiten, Haken schlagen in der Luft – konnte Ed Speleers als Eragon fühlen. „Ed ist ein Naturtalent“, sagt MacDonald. „Er liebte das Fliegen und ihm lag viel daran, diese Szenen gut hinzubekommen.“ Bevor Speleers auf der beweglichen Vorrichtung Platz nahm, wurden als Referenz für seine Flugmanöver noch Aufnahmen im Ruhezustand gemacht.
„ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER ist der erste Film, der die Erfahrung des Drachenreitens so intensiv rüberbringt,“ sagt Fangmeier. „Es hat wirklich Spaß gemacht, die Flugszenen zu choreographieren. Wir mussten uns natürlich an den Gesetzen der Physik orientieren, wollten aber trotzdem auch ein fantastisches Element einbringen. Das Reiten auf dem Drachen sollte wie das Fliegen eines Düsenjets wirken – mit vielen ‚Boah’-Effekten“.
Die meisten dieser Eindrücke wurden von dem in Neuseeland ansässigen Effektstudio WETA Digital umgesetzt, das neben zahlreichen anderen Produktionen auch die Trilogie LORD OF THE RINGS („Der Herr der Ringe“, 2001-2003), KING KONG („King Kong“, 2005) und I, ROBOT („I, Robot“, 2004) betreute. Für die gigantische Schlacht von Farthen Dûr erdachte WETA ein aggressiveres Auftreten von Saphira. „An diesem Punkt strahlt sie schon eine gewisse Reife aus, sie ist erwachsen geworden,“ sagt WETAs Visual Effects Supervisor George Murphy. „Sie muss kontrollierter, präsenter und beweglicher agieren, um diesen Kampf zu überstehen.“
„Wir haben das vor allem über ihren Körper ausgedrückt,“ fügt sein Kollege Guy Williams hinzu. „Ihre Flügel etwa werden während der Schlacht ganz anders ins Bild gerückt als in den übrigen Szenen.“ Williams und Murphy haben Saphira außerdem mit einer beeindruckenden Rüstung kampffertig gemacht.
Beim Erstellen der Lichteffekte für die Kampfsequenz kam es Williams und Murphy darauf an, dem Publikum weiterhin eine emotionale Bindung zu Saphira zu ermöglichen, die der zu den menschlichen Figuren in nichts nachstehen sollte. Sie entwickelten einen realistischen und dennoch äußerst beeindruckenden Look für die Einstellungen, in denen man Saphira majestätisch durch den Nachthimmel fliegen sieht oder ihr dabei zuschaut, wie sie im Tiefflug über die gegnerischen Truppen herfällt. „Wenn wir uns nur auf das vorhandene Licht verlassen hätten, dann würde es ein paar Spotlights von Saphira vor dem Mond geben und sonst nichts,“ bemerkt Murphy. „Also haben wir mit einer Farbpalette und verschiedenen Helligkeitsstufen gearbeitet, um Saphira sichtbar zu machen – und gleichzeitig zu unterstreichen, dass es sich um eine Nachtszene handelt.“
Murphy und Williams erschufen auch die furchteinflößende Kreatur, die Durza aus den toten Kämpfern der Bodentruppen entstehen lässt. Die Bestie kämpft in einem epischen Luftduell gegen Saphira. So wie im Drehbuch beschrieben, handelt es sich bei dem Monster um eine Killermaschine ohne Furcht oder Erbarmen. Es besteht aus einer dunklen, pulsierenden Wolke aus Rauch und Asche – das Gesicht des Todes.
„Das Aussehen von Durzas Bestie steht in starkem Gegensatz zu Saphiras naturalistischem Look,“ sagt Williams. „Das Vieh ist ganz nach seinem Zweck gestaltet – ein fliegender Rachen voller Zähne, ein riesiger Kopf, keine Beine. Wenn man eine riesengroße Tarantel mit einer Fledermaus kreuzen würde und ein Stierkopf mit Vampirzähnen darauf setzte, wäre das Monster fertig.“
„Das Design hatten wir schnell,“ fügt Murphy hinzu, „aber die technische Umsetzung war eine echte Herausforderung: Wir mussten quasi eine Choreographie entwerfen für den Rauch und die Bewegungen innerhalb dieses Rauchs.“
WETA fügte dem ungarischen Drehort am Rechner einige Verfeinerungen hinzu. „Wir mussten die Topographie der Location exakt reproduzieren, um unsere Effekte in die Realaufnahmen einfügen zu können,“ sagt Williams. „Dabei haben wir uns besonders auf eine bestimmte Seite des Vulkans konzentriert, die mehr fürs Auge bietet. Man ist näher an den Wänden und bekommt so ein besseres Gefühl für die Geschwindigkeit, mit der Saphira fliegt.“
WETA arbeitete auch einer anderen großen Actionsequenz, die Spektakel und Emotion verbindet und die Verbindung von Eragon und Saphira in einer berührenden Szene der persönlichen Hingabe näher beleuchtet. „Hier bekommt man Saphiras sanftere, zärtliche Seite zu sehen,“ sagt Williams. „Wir haben uns natürlich besonders um die Bewegungen ihres Gesichts gekümmert. Alles sollte sehr subtil ablaufen, der Moment für sich selbst sprechen.“
Für diesen magischen Moment, der die Charaktere und die Story entscheidend voranbringt, kreierte WETA eine Sequenz, in der Saphira den Schritt von der Jugend ins Erwachsenenalter vollbringt.
Die Effekte von WETA und ILM erschufen gemeinsam mit den exotischen, schroffen Sets in Ungarn und der Slowakei die Illusion von Alagaesia. ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER war eine der größten Produktionen, die jemals in einem der beiden Länder gefilmt wurden.
Die Crew, die über 500 Personen umfasste, wurde in Budapest untergebracht. Die Location für Garrows Farm, wo Eragon mit seinem Onkel Garrow und Cousin Roran lebte, wurde auf Privatbesitz in einem Tal in der Nähe von Budakeski errichtet, fünfundvierzig Minuten mit dem Auto von Budapest entfernt.
Das Team errichtete Galbatorix’ Hauptquartier in einer Felshöhle, die nur durch ein Loch in der Höhlendecke zu erreichen war. Spezialkräne wurden benutzt, um die Ausrüstung – Kameras, Ausstattung, Aufnahmegeräte für den Ton – in die Höhle zu bugsieren. Innen wurden die Aktivitäten dann nicht nur durch die Enge der Location limitiert, sondern auch durch die Tatsache, dass diese Gegend ein Naturschutzgebiet ist. Für spätere Aufnahmen boten die slowakischen Berge einige spektakuläre Settings mit atemberaubenden Blicken auf Täler, Schluchten und Wasserfälle.
All diese Orte und Personen, die von den Drehorten, den Effektspezialisten, Technikern, Filmemachern und Schauspielern ins Leben gerufen wurden, entstammen der Fantasie von Christopher Paolini, dessen Roman auf ganz unverhoffte Weise mit dem Film verbunden ist. „Ich habe mir ERAGON – DAS VERMÄCHTNIS DER DRACHENREITER ursprünglich als Film vorgestellt,“ berichtet er. „Ich hatte die Personen und die Handlung klar vor Augen. Aber leider hatte ich kein Geld, um einen Film zu produzieren, also habe ich die Geschichte stattdessen in Buchform umgesetzt.“
Damals hätte Paolini sich nicht in seinen kühnsten Träumen vorgestellt, dass eines Tages ein großes Studio seine epische Erzählung adaptieren würde. Auf der anderen Seite zeigen uns Paolinis eigene Lebensgeschichte, seine Vorstellungskraft – und die Abenteuer seines Titelhelden – dass kein Traum zu groß sein kann.

ERAGONS CHARAKTERE
ERAGON
Eragon findet seine Bestimmung als einer der sagenumwobenen Drachenreiter. Mit seinem eigenen Drachen Saphira und seinem Mentor Brom ist er entschlossenen, das Zeitalter der Gerechtigkeit wieder einzuläuten, unter dem einst das ganze Land erblühte – so er die Machenschaften des bösen Königs Galbatorix überlebt. Eragon wird zu einem echten Helden – und zur letzten Hoffnung für die Menschen von Alagaeisia.
BROM
Brom, einer der letzten verbliebenen Drachenreiter, ist nach dem Tod seines Drachens ein gebrochener, verbitterter Mann geworden. Unter der Herrschaft des bösen Königs ist er nur noch ein Geschichtenerzähler, doch als Mentor und Vaterfigur für Eragon schöpft er neue Hoffnung.
GALBATORIX
Galbatorix herrscht über ein riesiges Königreich, das den gesamten Westen von Alagaesia umfasst. Der ehemalige Drachenreiter ist verantwortlich für den Untergang der alten Ordnung und regiert das Land mit eiserner Hand. Um Eragon und dessen Drachen aufzufinden und zu vernichten, schreckt er vor nichts zurück. Zu Galbatorix’ Truppen gehören die abscheulichen und brutalen Urgals, deren Gesichter von grotesken Narben geziert werden.
DURZA
Durza ist ein Schatten, ein von dämonischen Geister besessener Zauberer. Er ist eines der mächtigsten Wesen von Alagaesia und kann nur durch einen Stich ins Herz getötet werden. Als einer der tödlichsten Verbündeten von Galbatorix ist er in alle Vorgänge im Palast eingeweiht (und träumt womöglich davon, eines Tages selbst die Macht zu ergreifen).
AJIHAD
Ajihad ist Anführer und General der aufständischen Varden. In der geheimen Festung Farthen Dûr, die in einem vulkanischen Krater im Beor-Gebirge verborgen ist, schmiedet er mit seinen Verbündeten einen Plan, um Galbatorix zu stürzen.
ARYA
Als Hüterin des Dracheneis ist die schöne Kriegerin Arya zu allem entschlossen, um die Linie der Drachen vor dem Aussterben zu bewahren. Sie tut sich in einem verzweifelten Aufstand gegen die Truppen von Galbatorix mit Eragon, Saphira und den Varden zusammen.
MURTAGH
Murtagh ist der Sohn von Morzan, der für Galbatorix einst die Drachenreiter verriet. Um die Schuld seines Vaters zu tilgen, stürzt er sich auf der Seite des Guten in den Kampf.
SAPHIRA
Der fantastischste Charakter des Films ist der fliegende Drache Saphira, die telepathisch mit ihrem Reiter Eragon verbunden ist. Bei ihren majestätischen Streifzügen am Horizont – oder ihren Angriffen im Tiefflug auf gegnerische Truppen – wird das Publikum den dynamischsten, wildesten Drachen aller Zeiten im ultimativen Drachenfilm erleben.

DER ROMAN ZUM FILM
DIE GESCHICHTE HINTER DER GESCHICHTE
Autor Christopher Paolini kam am 17. November 1983 in Südkalifornien zur Welt und lebt noch heute mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Angela in Paradise Valley, Montana. Dort hatte er, bis auf ein paar Jahre in Anchorage, Alaska, sein gesamtes Leben verbracht. Zur Familie gehören außerdem der schwarzweiße Kater Otis und der quirlige Cocker-Schäferhundmischling Annie.
Die hohen und zerklüfteten, den Großteil des Jahres schneebedeckten Beartooth Mountains nahe Paradise Valley inspirierten Christopher zu seinem fantastischen Setting für Eragon. Vor einigen Jahren wanderte Christopher auf den Gipfel eines der Berge und konnte bis zur 100 Meilen südlich gelegenen Grand Teton Gebirgskette blicken.
Paolini wurde zu Hause von seinen Eltern unterrichtet und begann schon früh mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Gedichten, um seine Gedanken auszudrücken. Er gehörte zu den häufigen Besuchern der Bibliothek, wo er sich für eine große Bandbreite an Lesestoff interessierte. Zu seinen Favoriten zählen Bruce Covilles Jeremy Thatcher, Dragon Hatcher, Frank Herberts Dune, Raymond E. Feists Magician und Philip Pullmans His Dark Materials sowie Werke von Anne McCaffrey, Jane Yolen, Brian Jacques, E.R. Eddison, David Eddings und Ursula Le Guin.
Paolini wuchs mit vielen verschiedenen Musikstilen auf, doch nur Klassik beflügelte seine Fantasie und half ihm beim Schreiben. Oft hörte er Mahler, Beethoven und Wagner, während er an Eragon saß. Die finale Schlacht von Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter entstand mit Carl Orffs „Carmina Burana“ im Hintergrund.
Eragon entwickelte sich aus den Tagträumen eines Teenagers. Paolinis Vorliebe für fesselnde Geschichten brachte ihn dazu, ein Buch zu schreiben, das er selbst gerne lesen würde. Das Projekt startete als Hobby und es stand außer Frage, es je zu veröffentlichen. Einen Monat lang verbrachte Christopher mit der groben Handlung der Trilogie, anschließend begann er auf dem Sofa damit, alles in einem Notizbuch aufzuschreiben. Erst nach sechzig Seiten hatte er genug Selbstvertrauen gewonnen, um das Geschriebene in seinen Mac zu übertragen. Schließlich entstand das Meiste am Computer, doch bisweilen flossen die Worte leichter, wenn er mit der Hand schrieb. Alle Charaktere aus Eragon sind erfunden, bis auf die Kräuterhexe Angela, für die er sich von seiner Schwester inspirieren ließ.
So entstand über den Zeitraum von einem Jahr der erste Entwurf zu Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter. Ein weiteres Jahr lang überarbeitete Christopher das Buch. Erst anschließend gab er es seinen Eltern zu lesen. Die Familie beschloss, den Roman im Selbstverlag herauszubringen und verbrachte ein weiteres Jahr mit dem erneuten Überarbeiten, dem Coverdesign, dem Schriftsetzen und der Entwicklung von Marketingmaterialien. Während dieser Zeit entwarf Christopher auch die Landkarte für Eragon sowie das Drachenauge, das man in der Hardcover-Ausgabe finden kann. Endlich konnte man das Manuskript zur Druckerei geben und die ersten Ausgaben erschienen.
Das folgende Jahr verbrachten die Paolinis damit, das Buch selbst zu promoten. Nach der Präsentation in der örtlichen Bibliothek und Highschool reisten sie schließlich durch die gesamten USA. Alles in Allem stellte Paolini sein Werk in den Jahren 2002 und 2003 bei mehr als 135 Lesungen in Bibliotheken, Buchläden und Schulen vor. Bei den meisten trug er dabei ein mittelalterliches Kostüm, bestehend aus einem roten Hemd, fließenden schwarzen Hosen, Schnürstiefeln und einer kecken schwarzen Kappe.
Im Sommer 2002 zeige der Autor Carl Hiaasen, dessen Stiefsohn Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter während seiner Ferien in Montana gekauft und verschlungen hatte, das Buch seinem Verleger. Alfred A. Knopf Books for Young Readers sicherte sich daraufhin die Rechte an dem Werk und dem Rest der Inheritance-Trilogie. Knopf veröffentlichte Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter im August 2003 und Eragon – Der Auftrag des Ältesten, das zweite Buch, im August 2005. Mittlerweile ist Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter in 41 Ländern erschienen, hat sowohl in der Hardcover- als auch der Taschenbuch-Ausgabe die Chartspitze gestürmt und fand sich 164 Wochen lang auf der New York Times Bestsellerliste.
Im August 2005 kam endlich Eragon – Der Auftrag des Ältesten als eines der meisterwarteten Bücher des Herbstes auf den Markt und belegte sogleich Platz eins in der Geschichte der besten Wochenverkäufe von Random House Children’s Books. Derzeit befindet sich der Roman in der 15. Ausgabe, hat ebenfalls die Chartspitzen erreicht, ist in 41 Ländern erschienen und hat 60 Wochen lang die New York Times Bestsellerliste geziert. Erst kürzlich gewann Eragon – Der Auftrag des Ältesten den Quill Award. Zusammen gingen Das Vermächtnis der Drachenreiter und Der Auftrag des Ältesten weltweit mehr als acht Millionen Mal über den Ladentisch.
Momentan arbeitet Christopher Paolini an Buch drei der Trilogie der Drachenreiter (voraussichtlich in deutscher Sprache Zur Jahreswende 2007/2008 auf dem Markt), dessen Titel noch nicht bekannt gegeben wurde. Nach der Fertigstellung der Trilogie will Paolini lange Ferien machen und sich überlegen, welche seiner vielen Ideen er als nächstes zu Papier bringen wird.
Die erfolgreichen Hörbücher der ersten beiden Bände wurden von Andreas Fröhlich gelesen – der für den anlaufenden Kinofilm auch das Synchron-Drehbuch geschrieben und die Synchron-Regie geführt hat. Die Portale www.toni.de und www.audible.de bieten die Hörbücher auch als Download an.
cbj – Lieferbare Bücher
Christopher Paolini: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter, 608 Seiten
Christopher Paolini: Eragon – Der Auftrag des Ältesten, 800 Seiten
Mark Cotta Vaz: Hinter den Kulissen von Eragon – Das Filmbuch, 144 Seiten
Blanvalet – Lieferbare Bücher
Christopher Paolini: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter, Roman zum Film, 736 Seiten inkl. Bildstrecke
Christopher Paolini: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter, Paperback, 608 Seiten
Random House Audio – Lieferbare Hörbücher
Christopher Paolini: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter, 17 CDs, ca. 1200 Min., Ungekürzte Lesung mit Andreas Fröhlich - Auch erhältlich als 3 MP3 CDs
Christopher Paolini: Eragon – Der Auftrag des Ältesten, 22 CDs, ca. 1620 Min.,
Ungekürzte Lesung mit Andreas Fröhlich - Auch erhältlich als 4 MP3-CDs

ERAGON – DRACHEN UND MYTHEN
FASZINIERENDES FABELWESEN
Zwerge, Elfen, Riesen, Berggeister, Einhörner, Kobolde, Meerjungfrauen. Die Mythologie des Abendlandes kennt viele Fabelwesen. Der Drache aber besitzt in dieser Welt jenseits unserer Realität einen besonderen Platz. Seit Jahrtausenden beflügelt er unsere Phantasie. Legenden über Legenden ranken sich um die großen Kämpfe tapferer Helden und feuerspeiender Drachen. Es gibt kaum ein Volk, das nicht seine eigene Drachensage zu berichten hätte, ob die Legende von Beowulf, von Siegfried oder dem Heiligen Georg, all diese Sagen berichten letztlich von der ultimativen Schlacht – Mann gegen Monster! Um so überraschender, dass „Eragon“ einen anderen Weg einschlägt. In dem Spielfilm, basierend auf dem Roman von Christopher Paolini, ist der weibliche Drachen Saphira ein weises Wesen, das seine ungeheure Kraft ausschließlich für das Gute einsetzt. Ein Bild, das so gar nicht in unsere Vorstellung vom ‚Ungeheuer’ passen will...
DIE LEGENDE VON APSU UND TJAMAT
Die Quelle aller Drachensagen des nordisch-westlichen Kulturkreises befindet sich in Mesopotamien, zwischen Euphrat und Tigris. Es ist die Legende von Apsu und Tjamat.
Am Anfang aller Zeit, heißt es in der Fabel, als die Welt noch formlos war, entwickelten sich in diesem Nichts zwei Urwesen. Der Geist des Wassers und der Leere, Apsu, und Tjamat, der Geist des Salzwassers und des Chaos. Apsu war ein männliches Wesen, Tjamat ein weibliches – und ein Drachen obendrein, ausgestattet mit den Zähnen eines Löwen, den Flügeln einer Fledermaus, den Beinen einer Eidechse, den Krallen eines Adlers, dem Körper einer Schlage, den Hörnern eines Stiers und vor allem dem Kiefer eines Krokodils. Tjamat, die Urmutter aller Drachen des Abendlandes, war nicht von Grund auf böse und der Destruktion zugetan. Sie
ging vielmehr eine Liebesbeziehung mit Apsu ein. Aus dieser Liaison entstanden jene Geschöpfe, die später Götter genannt werden sollten. Als göttliche Wesen behagte es einigen von ihnen nicht, nur aus dem Schatten der Eltern heraus zu agieren – und so tötete einer von ihnen schließlich Apsu. Der gewaltsame Tod ihres geliebten Gatten versetzte den Drachen Tjamat in solche Wut, dass sie eine ganze Riege von dämonischen Wesen gebar, die Chaos über die Welt brachten, bis ein Gott namens Marduk der Zerstörung ein Ende setzte. Mit einem Pfeil traf er das Herz seiner Mutter. Tjamat starb – und die Welt, wie wir sie kennen, wurde geboren.
DER LEVIATHAN UND GRIECHISCHE DRACHEN
Über die Alten Griechen gelangten die Drachensagen nach Europa. Ob Typhon, ein Drachen mit 100 Köpfen – oder die sich gegenseitig zerfleischende Drachenbrut von König Aietes in Kolchis, auf die Jason und die Argonauten treffen, Drachen spielen in der griechischen Mythologie ebenso eine Rolle wie im Alten Testament, dessen Geschichten gleichfalls die abendländische Mythologie und ihr Drachenbild beeinflussten. Im Buch Hiob wird zum Beispiel der Leviathan beschrieben, aus dessen Mund, wie es in der Luther-Übersetzung zu lesen steht, „feurige Funken schießen“. Je nach Übersetzung und Interpretation des Buches Hiob, trägt der Leviathan die Züge eines Krokodils vermischt mit denen eines Drachen, einer Schlange oder auch des Wales. Davon abgesehen ist der Leviathan, ebenso wie Tjamat, ein weibliches Wesen – um einmal mit dem Vorurteil aufzuräumen, Drachen wären vornehmlich männliche Gesellen!
DIE ENTSTEHUNG DER DRACHENSAGEN
Im Gegensatz zu den Drachensagen Ostasiens (und hier insbesondere Chinas), die Drachen als weise, sanftmütige Wesen darstellen, die ihre Kräfte niemals einsetzen, um mit ihnen Chaos und Tod heraufzubeschwören, mussten ihre Vettern und Basen im christlich-abendländischen Kulturkreis zumeist als Sinnbilder der Apokalypse herhalten. In den biblischen Offenbarungen ist es ein Drache, in dessen Gestalt der Teufel erscheint, um die Welt zu vernichten. Seine Boshaftigkeit, seine Größe, seine Stärke ängstigte – und faszinierte - die Menschen. So entstanden immer neue Sagen, die von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land getragen wurden. Über Jahrhunderte hinweg.
SIEGFRIED UND DIE NIBELUNGEN
Gibt es in Deutschland eine bedeutendere Drachensage als die des Siegfried von Xanten? Wir kennen die Geschichte des mutigen Drachentöters aus dem Nibelungenlied, aus einer Fassung, die um 1200 in Passau niedergeschrieben worden ist. Sie ist nur eine von vielen verschiedenen Versionen, die über Jahrhunderte hinweg aufgeschrieben und weitergetragen wurden. In der isländischen Edda aus dem 9. Jahrhundert wird zum Beispiel ein großer Held namens Sigurd besungen. „Sigurdarkvi a Fafnisbana fyrsta edha Gripisspá“ lautet der Titel, oder, wie man im Hochdeutschen zu sagen pflegt „Das erste Lied von Sigurd dem Fafnistöter oder Gripirs Weissagung“. Die Parallelen zwischen Sigurd, der auszieht, um den Drachen Fafnir zu töten, und Siegfried, der im Blut eines getöteten Drachen badet, sind offensichtlich. Drei Lieder der Edda sind allein Sigurd gewidmet, und dieser Sigurd ist nicht minder tapfer als sein germanisches Ebenbild Siegfried.
In einem Punkt aber unterscheiden sich die Sagen jedoch deutlich – und das ist in der Figur des Drachens. Fafnir nämlich ist am Anfang seines Lebens ein Mensch, der Sohn eines Riesen zwar, aber eben doch kein feuerspeiendes Ungeheuer. Erst der Fund eines Schatzes – und seine Habgier – lassen ihn zu einem Drachen mutieren, der alles Menschliche vermissen lässt. Auch ist Fafnir, bei aller Gewalt, durchaus ein weises Wesen und im Moment seines Todes gibt er sein Wissen an seinen Bezwinger weiter.
In Bezug auf die Herkunft des Drachens ist das Nibelungenlied weit weniger pathetisch. Im Nibelungenlied stellt Siegfrieds Kampf mit dem Drachen nur eine von vielen Geschichten dar. Dennoch ist sie in ihrer Essenz das zentrale deutsche Heldenepos: Auf der einen Seite steht Siegfried von Xanten, ein aufrechter, edler Charakter, der in einen schier aussichtslosen Kampf gegen eine übermächtige Bedrohung zieht. Der Drachen, ein feuerspeiendes, schuppiges Ungetüm, gilt als unbesiegbar. Dennoch gelingt Siegfried das Unvermutete: Er tötet den Drachen und badet in dessen Blut, das ihn unbesiegbar und unverwundbar macht. Allerdings fällt gleichzeitig ein Lindenblatt auf Siegfrieds Rücken– woraufhin diese Stelle nicht vom Drachenblut befeuchtet wird. So bleibt Siegfried an einer Stelle verwundbar – und wird zu einem späteren Zeitpunkt von einem hinterhältigen Lumpen gemeuchelt. Den Triumph aber, einen Drachen erschlagen zu haben, kann Siegfried niemand nehmen. Übrigens: In einer Schweizer Version der Siegfried-Legende muss der Held gar gegen zwei Drachen in den Kampf ziehen.
Im Ursprung stammt die Nibelungensage, vermuten Historiker, aus der Region um Worms, wo im Jahre 435 eine fürchterliche Schlacht zwischen Burgundern und Römern stattgefunden hat, in deren Verlauf Burgund vernichtend geschlagen wurde. Beschreibungen dieser Schlacht sollen sich im Nibelungenlied wiederfinden. Andere Historiker vermuten den Ursprung der Sage allerdings im westfälischen Soest.
NUR BÖSE DRACHEN?
Siegfried erlegt ein Monster, in der zentralen Drachensage Großbritanniens, der Beowulf-Sage, trifft der Held ausschließlich auf Feuerspucker, die auf Zerstörung eingestellt sind. Der Heilige Georg, dessen Kreuz bis heute die englische Fahne schmückt, tötet einen Drachen, der ausschließlich Böses im Sinn hat.
Nun, nicht alle Legenden berichten von Destruktion und Vernichtung.
In diversen Legenden, die sich auf den Heiligen Gral und / oder König Artus beziehen, ist von einem Goldenen Drachen die Rede, der wenig mit dem Klischee des destruktiven Weltenzerstörers gemeinsam hat. Der Goldene Drachen ist ein durch und durch edles Wesen. Er lebt zurückgezogen und bewacht der Legende nach ein verzaubertes Schloss, in dem ein Heiliger Kelch aufbewahrt werden soll. Auch ist er nicht einzigartig. Eines Tages werden weitere wie er kommen, heißt es in diversen Legen, männliche und weibliche Drachen. Und diese Goldenen Drachen werden mit Menschen reinen Glaubens ein Zeitalter des Friedens einläuten. Solchartige Ideen finden sich auch in keltischen Legenden wieder, nicht umsonst ziert die Flagge von Wales gar ein Drachen!
Vielleicht aber braucht es auch nur eine freundliche Hand, um einen Drachen zu zähmen. Im französischen Tarascon wird seit 800 Jahren das Fest von Tarasque gefeiert. Tarasque war ursprünglich kein freundlicher Drachen. Zu seinen Leibspeisen gehörten Rinder, Reisende und Jungfrauen. In ihrer Verzweiflung wandten sich die Bewohner des Dorfes an eine wunderschöne Jungfrau, die heute als Heilige Martha verehrt wird. Mit ihrer lieblichen Stimme zähmte sie den Drachen. Nun, da Tarasque (oder auch Tarasca, was einmal mehr auf einen weiblichen Drachen hindeutet), zahm war, entlud sich die Wut der Bewohner an dem Wesen – und sie erschlugen es. Erst als Tarasque getötet am Boden lag, erkannten die Dorfbewohner, dass sich das Wesen nicht verteidigt und sich seinem Schicksal ergeben hatte. Aus Scham über ihr eigenes Handeln ehrten sie den Drachen mit einem Fest, das seither jedes Jahr zu Pfingsten gefeiert wird. Der Mythos gilt als bemerkenswert, da er explizit beschreibt, dass ein Drachen über Intelligenz und durchaus menschliche Eigenschaften verfügt: Tarasque liebt Musik und empfindet offenbar Reue für sein an den Menschen begangenes Unrecht.
DEUTSCHE DRACHENNESTER
Der berühmteste Drachenort im Lande der Teutonen ist bis zum heutigen Tag der Drachenfels zwischen Königswinter und Bad Honnef. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel, einst aber soll ein fürchterlicher, feuerspeiender Drachen auf dem Felsen oberhalb des Rheins sein Unwesen getrieben haben. Um den Drachen bei Laune zu halten, wurden ihm regelmäßig Jungfrauen geopfert. Eine solche Jungfrau aber soll dem Tier eines Tages zum Verhängnis geworden sein: In ihrer Panik hielt sie dem Drachen ein Kreuz entgegen, das sie um ihren Hals trug, woraufhin dieser, von Panik ergriffen, in den Rhein sprang und nie mehr gesehen ward...
In einer anderen Fassung der örtlichen Sage, war der Drachen niemand anderes als der des Nibelungenliedes, wonach sein Bezwinger Siegfried wäre. Eine Legende der Neuzeit berichtet jedoch davon, dass der Drachen ein bis an die Reling mit Schießpulver beladendes Schiff angriff, was zum vorzeitigen Ableben des Feuerspeiers führte.
Gleichfalls zur Kategorie der feuerspeienden Drachen soll jenes Exemplar angehört haben, das die Herren Wichard und Lupold von Pont 878 schlafend unter einem Mispelbaum fanden. Um kein Risiko einzugehen, durchbohrten sie das Schuppentier mit einem Speer, woraufhin der Drachen „Gelre!“ röchelte. Was dies heißt, weiß niemand, dennoch gründeten die Herren, im Andenken an den Drachen, die niederrheinische Stadt Geldern.
DER WORMSER WURM
Nicht nur Geldern verdankt seinen Namen einem Drachen. Auch Worms soll, so die Sage, von einem wurmähnlichen, menschenfressenden, Feuer speienden Drachen belagert worden sein, den drei Brüder schließlich dahinmetzelten. Aus Respekt vor dem Ungeheuer, erhielt die Stadt den Namen des Wurms – Worms.
Der Name der hessischen Stadt Limburg an der Lahn wurde 910 erstmals unter dem Namen Lintpurc urkundlich erwähnt. Dieser Name soll auf die Sage des Lindwurms zurückgehen, eines schlangenartigen Drachens ohne Vorderläufe.
Höhlenfreunde kommen derweil in der Drachenhöhle Syrau auf ihre Kosten. Mitten in Sachsen, nahe der Stadt Chemnitz, befindet sich eine Tropfsteinhöhle, in der einst ein Menschen fressender Drachen gehaust haben soll, der allerdings ein unrühmliches Ende nahm: Er wurde während eines Mittagsschlafes von einem Bauern mit einer Heugabel aufgespießt.
Nur 850 Einwohner hat Drachhausen in der Niederlausitz. Und, der Name verrät es, das Städtchen verdankt seinen Namen einem Drachen, der jede Nacht zum Bauern Lottra flog und diesem frisch gekochten Hirsebrei mopste. Dafür ließ er dem Bauern jedoch stets ein Goldstück zurück. Der Drache aber war ein Feinschmecker und als der Brei eines Tages angebrannt war, setzte der Drachen aus Wut den Glockenturm der nahen Kirche in Brand – da er deren Geläut eh nicht ertragen konnte – und flog beleidigt davon.
Auch das älteste Volksschauspiel in Deutschland behandelt eine Drachensage: Der Further Drachenstich. In Furth im Wald, einem Städtchen in der Oberpfalz, unweit der tschechischen Grenze, wird seit 1590 besagter Drachenstich aufgeführt, bei dem Dutzende von Schauspielern und Statisten gegen einen bösen Drachen ins Feld ziehen. Hervorgegangen ist dieses Volksschauspiel aus der weitaus älteren Fronleichnamsprozession des Ortes. Galt der Stich zu Beginn noch der Ehrung des Heiligen Georg, wird heute die Geschichte eines gewissen Udo erzählt, der ein Burgfräulein aus den Krallen eines Drachen befreit. Bei dem Volksschauspiel kamen bislang Holz- oder Pappmaché-Drachen zum Einsatz, 2008 wird der weltgrößte Roboter auf vier Beinen diesen Platz einnehmen. Ob Pappmaché oder Roboter: Am Ende des Stückes wird der Drache erschlagen. Übrigens gibt es in Furth im Wald das einzige Drachenmuseum in Deutschland!
SAPHIRAS VORBILDER
Christopher Paolinis „Eragon“ ist eine Geschichte, die sich im westlich-nordischen Mythenfundus bedient. Ähnlich seines großen Vorbildes J.R.R. Tolkien und dessen „Der Herr der Ringe“. Dies gilt auch für die Figur der Saphira. Hier und da mag Paolini den westlichen Mythenkreis verlassen und sich am chinesischen Drachen orientiert haben, der im Allgemeinen als weise und edelmütig dargestellt wird. Dennoch dürfte dieser kleine Ausflug in die Welt der Drachen aufgezeigt haben, dass auch in den Sagen und Legenden des Abendlandes der Drachen nicht nur jener Weltenzerstörer ist, als der er in den populärsten Sagen, wie jenen von Siegfried oder Beowulf, dargestellt wird. Man denke an den Drachen von Tarasque, der sich zähmen ließ, an den beleidigten Drachen von Drachhausen oder gar den edlen Golden Drachen der englischen Artus-Legenden. Von all den Wesen, die unsere Mythen bevölkern, ist der Drachen das möglicherweise irritierendste, widersprüchlichste und faszinierendste. Das Mächtigste ist es auf jeden Fall.
NOCH MEHR BEDEUTENDE DRACHEN UND LEGENDEN
BASILISK
Mittelalterliches Mischwesen, bestehend aus Hahn, Schlange und Drachen. Spukte kein Feuer, tötete statt dessen mit seinen Blicken.
BEOWULF UND GRENDEL
Mit seinen 3182 Versen stellt es das bedeutendste erhaltene Einzelwerk angelsächsischer Sprache dar; Beowulf ist ein Prinz, der dem König von Dänemark im Kampf gegen einen Drachen namens Grendel beisteht. Er besiegt Grendel, nur um im Anschluss dessen noch gewaltigeren Mutter gegenüber zu stehen, den Beowulf jedoch auch besiegen kann. Jahre später ist Beowulf der König der Geatas. Als sein Land von einem gigantischen Drachen bedroht wird, flüchten selbst die Mutigsten seiner Krieger. Mit nur einem Getreuen stellt sich Beowulf zu einem letzten Kampf. Zwar wird er im Kampf getötet, aber er besiegt im Sterben den Drachen und rettet sein Volk.
HEILIGER GEORG
Der Heilige Georg ist der Drachentöter schlechthin. Im 3. Jahrhundert wahrscheinlich im Kappadokien in der heutigen Türkei geboren, starb er als christlicher Märtyrer, da seinen Glauben nicht abschwören wollte. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich während der Kreuzzüge die Legende, er sei ein Drachentöter gewesen, das Bild des Heiligen Georg, der einen Drachen aufspießt, wurde in der gesamten christlichen Welt verbreitet. Das Georgskreuz ziert bis heute die Flagge Englands und in abgewandelter Form auch von Georgien.
HERALDISCHER DRACHE
Mächtige Reißzähne, vier mit Klauen versehene Läufe und Rückenstacheln. Gilt als die verbreitetste Drachenart der europäischen Drachenmythologie, kann sowohl positive wie negative Eigenschaften besitzen. Eragons Saphira ist ein Heraldischer Drachen, wenngleich auch eine Verwandtschaft zum Kaiserdrachen besteht.
KAISERDRACHE
Mit vier klauenbestückten Beinen, riesigen Schwingen, einem langem Dornenkamm auf dem Rücken und einem mächtiger Schwanz der mächtigste aller europäischer Drachentypen. Vor allem aber: Kaiserdrachen besitzen die Fähigkeit des Feuerspeiens, eine Fähigkeit, die nicht alle Drachen besitzen!
Autor: Christian Lukas
____________________________________________________________________
Verantwortlicher Redakteur: SonOfTheDark
Achtung: Das Kopieren/Verbreiten dieses Specials ist ohne vorherige Genehmigung nicht erlaubt.Die Rechte der Bilder liegen bei "20th Century Fox".