tunikb
darkend room
regie: david lynch
drehbuch: david lynch
genre: shortfilm | drama
release: 2002
cast: jordan ladd, cerina vincent.
Nach "Muolholland Drive" wurde der Output des Meisters David Lynch immer verstörender, weniger zugänglich. Der oft falsch buchstabierte "Darkend Room" ist ein kleines Digital-Video-Projekt, das auf der Homepage von David Lynch zu finden ist. Versteckt hinter einigen Puzzlen und Rätseln verbirgt sich dieses rätselhafte Billigfilmchen, das innerhalb von nur einem Tag abgedreht wurde. Man kann sich nicht dem Eindruck entziehen, "Darkend Room" wäre nur ein Casting-Video für Jordan Ladd und Cerina Vincent, die beiden Hauptdarstellerinnen in dem Film, die kurz darauf in dem von Lynch produzierten "Cabin Fever" mitwirken sollten.
Ein blondes Mädchen sitzt auf einem Sofa. Die Polster sind umhergewirbelt und auf einem liegt eine Puppe, die irgendwie dem Protagonisten aus Lynchs "The Grandmother" ähnelt. Der Raum ist nicht "darkened", so wie viele Quellen den Film fälschlicherweise buchstabieren. Die Wände sind zwar im dunklen Violett gehalten, richtig duster ist es hier aber nicht. Die Schminke des Mädchens ist durch Tränen verlaufen und sie ruft sich Hilfe herbei. Ein zweites, brünettes Mädchen kommt hinzu, zeigt ihr ein Loch in ihrem Nachthemd und redet auf die Blonde ein. Der Monolog ist labyrinthartig, kaum zu entschlüsseln. Und just in dem Moment, in dem sie beginnen möchte, zu erklären, was geschehen ist, blendet der Film aus.
Viele Fragen bleiben offen – im "Darkend Room" stehen. Wer ist das asiatische Mädchen zu Beginn, das den Zuschauer direkt anspricht und nach ihrer Freundin fragt? Sie scheint sie nicht wahrzunehmen – überhaupt scheint diese asiatische Frau räumlich von den anderen Ereignissen getrennt zu sein. Was hat es mit dem eingebrannten Loch in dem Nachthemd des zweiten Mädchens auf sich? Es scheint ein Racheakt der Blonden gewesen zu sein. Doch wofür? Wir werden wohl nie erfahren was genau passiert ist. Klar wird nur, irgendetwas sehr tragisches muss geschehen sein, denn die Brünette macht deutlich, dass die Blonde nichts mehr an diesem Schicksal ändern könne. "Darkend" bedeutet das dunkle Ende. Etwas wird beendet in diesem Raum. Ist es das Leben der Blonden? Oder hat sie selbst ein Leben beendet? Durch einen Mord oder durch einen möglichen Schwangerschaftsabbruch (Hinweis: Die Puppe, die an einer (Nabel-)Schnur hängt)? Und wo ist dieser Raum überhaupt? Es scheint kein natürlicher Raum zu sein, denn als die Blonde um Hilfe schreit, bittet sie jemanden "hier heraus" zu kommen.
Was auch "Darkend Room" bedeuten mag, dieser Kurzfilm mag nicht jene gespenstische Mystik anderer David Lynch-Produktionen entfalten. Es ist zwar interessant, dass der Regisseur innerhalb von wenigen Stunden acht völlig irritierende Minuten drehen kann, die anscheinend einen verschlüsselten Sinn ergeben könnten, jedoch nimmt man kaum etwas aus dieser Filmerfahrung mit heraus. Da sich alle Erklärungen und Hinweise im Sande verlaufen ist der "Darkend Room" nicht betretbar, unzugänglich. Schwieriges Experimentalkino, auch wenn es nur ein Schnellschuss Lynchs ist.
(Quelle: www.mitternachtskino.de)
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Ich kann dem ehrlich gesagt nicht mehr viel hinzufügen, außer das die Atmosphäre in diesem Kurzfilm echt verdammt gut aufkommt. Hätte ich ehrlich gesagt zwar mehr erwartet von einem Lynch-Kurzfilm, da dieser Film wie oben beschrieben schon kaum eine greifbare Aussage bietet, jedoch trotzdem durch das gewisse etwas besticht.
sollten sich jedenfalls auch nur lynch-anhänger anschauen, denn die anderen dürften hiermit sogut wie garnichts anfangen können.
drehbuch: david lynch
genre: shortfilm | drama
release: 2002
cast: jordan ladd, cerina vincent.
Nach "Muolholland Drive" wurde der Output des Meisters David Lynch immer verstörender, weniger zugänglich. Der oft falsch buchstabierte "Darkend Room" ist ein kleines Digital-Video-Projekt, das auf der Homepage von David Lynch zu finden ist. Versteckt hinter einigen Puzzlen und Rätseln verbirgt sich dieses rätselhafte Billigfilmchen, das innerhalb von nur einem Tag abgedreht wurde. Man kann sich nicht dem Eindruck entziehen, "Darkend Room" wäre nur ein Casting-Video für Jordan Ladd und Cerina Vincent, die beiden Hauptdarstellerinnen in dem Film, die kurz darauf in dem von Lynch produzierten "Cabin Fever" mitwirken sollten.
Ein blondes Mädchen sitzt auf einem Sofa. Die Polster sind umhergewirbelt und auf einem liegt eine Puppe, die irgendwie dem Protagonisten aus Lynchs "The Grandmother" ähnelt. Der Raum ist nicht "darkened", so wie viele Quellen den Film fälschlicherweise buchstabieren. Die Wände sind zwar im dunklen Violett gehalten, richtig duster ist es hier aber nicht. Die Schminke des Mädchens ist durch Tränen verlaufen und sie ruft sich Hilfe herbei. Ein zweites, brünettes Mädchen kommt hinzu, zeigt ihr ein Loch in ihrem Nachthemd und redet auf die Blonde ein. Der Monolog ist labyrinthartig, kaum zu entschlüsseln. Und just in dem Moment, in dem sie beginnen möchte, zu erklären, was geschehen ist, blendet der Film aus.
Viele Fragen bleiben offen – im "Darkend Room" stehen. Wer ist das asiatische Mädchen zu Beginn, das den Zuschauer direkt anspricht und nach ihrer Freundin fragt? Sie scheint sie nicht wahrzunehmen – überhaupt scheint diese asiatische Frau räumlich von den anderen Ereignissen getrennt zu sein. Was hat es mit dem eingebrannten Loch in dem Nachthemd des zweiten Mädchens auf sich? Es scheint ein Racheakt der Blonden gewesen zu sein. Doch wofür? Wir werden wohl nie erfahren was genau passiert ist. Klar wird nur, irgendetwas sehr tragisches muss geschehen sein, denn die Brünette macht deutlich, dass die Blonde nichts mehr an diesem Schicksal ändern könne. "Darkend" bedeutet das dunkle Ende. Etwas wird beendet in diesem Raum. Ist es das Leben der Blonden? Oder hat sie selbst ein Leben beendet? Durch einen Mord oder durch einen möglichen Schwangerschaftsabbruch (Hinweis: Die Puppe, die an einer (Nabel-)Schnur hängt)? Und wo ist dieser Raum überhaupt? Es scheint kein natürlicher Raum zu sein, denn als die Blonde um Hilfe schreit, bittet sie jemanden "hier heraus" zu kommen.
Was auch "Darkend Room" bedeuten mag, dieser Kurzfilm mag nicht jene gespenstische Mystik anderer David Lynch-Produktionen entfalten. Es ist zwar interessant, dass der Regisseur innerhalb von wenigen Stunden acht völlig irritierende Minuten drehen kann, die anscheinend einen verschlüsselten Sinn ergeben könnten, jedoch nimmt man kaum etwas aus dieser Filmerfahrung mit heraus. Da sich alle Erklärungen und Hinweise im Sande verlaufen ist der "Darkend Room" nicht betretbar, unzugänglich. Schwieriges Experimentalkino, auch wenn es nur ein Schnellschuss Lynchs ist.
(Quelle: www.mitternachtskino.de)
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Ich kann dem ehrlich gesagt nicht mehr viel hinzufügen, außer das die Atmosphäre in diesem Kurzfilm echt verdammt gut aufkommt. Hätte ich ehrlich gesagt zwar mehr erwartet von einem Lynch-Kurzfilm, da dieser Film wie oben beschrieben schon kaum eine greifbare Aussage bietet, jedoch trotzdem durch das gewisse etwas besticht.
sollten sich jedenfalls auch nur lynch-anhänger anschauen, denn die anderen dürften hiermit sogut wie garnichts anfangen können.