Selten habe ich bei einem Film eine derartige Berg- und Talfahrt erlebt, wie es bei "All the Boys love Mandy Lane" der Fall war. Das erste Lebenszeichen war das Poster, welches ich ziemlich gut fand. Dann kam der Trailer, der mich aber nicht aus den Socken hauen konnte. Das schaffte dann aber der zweite Trailer und ich freute mich sehr auf den Film. Weiter gab es die ewigen Verschiebungen, welche mich fast verrückt gemacht haben. Jetzt hat der Film aber einen Kinostart und ich durfte den deutschen Trailer schon des Öfteren im Kino bewundern, welcher mir jedoch gar nicht zusagte und allgemein schlecht ankam. Doch dann lief der Film bei mir in der Sneak Preview, ich freute mich, erlebte jedoch ähnliche Gefühlsschwankungen im Film, wie es vorher der Fall war, leider.
Zunächst konnte der Film mein Herz mit dem Titelschriftzug gewinnen, welcher auf der Leinwand erschien und mit einem Schrei sowie Blutspritzern hinterlegt wurde. Dann beginnt ein kleiner Vorspann, die Vorgeschichte zum eigenlichen Film. Mandy Lane ist sehr begehrt, jeder liebt sie und möchte sie besitzen. Deshalb wird sie auf eine Party eingeladen, zu der sie ihren besten Freund mitnimmt. Als dieser einem Verehrer von Mandy sagt, er solle vom Dach in seinen Pool springen, um sie zu beeindrucken, kommt es zu einem folgeschweren Unfall. Okay, interessante Vorgeschichte, passt vielleicht nicht zu einem Slasher, aber da der Film sowieso etwas außergewöhnlich ist, ist das noch okay.
Neun Monate später wird Mandy Lane von Red, einem weiteren Verehrer, eingeladen, ein paar Tage auf seiner Ranch zu verbringen. Sie sagt zu, reißt mit drei Kerlen und zwei Freundinnen dorthin und muss sich von allen Seiten anbaggern lassen, dabei ist sie doch eine treue Seele, unberührt und rein. Dementsprechend müssen sich die Teenager anders vergnügen, bis ein Killer auftaucht, der es wohl auch auf Mandy Lane abgesehen hat und mit den anderen kurzen Prozess macht.
Der Film braucht meiner Meinung nach zu lange, um wirklich in die Gänge zu kommen! Und wenn es losgeht, dann auch nur langsam. Ich habe einmal gelesen, dass der Film sehr innovativ sein soll, also habe ich einen etwas anderen Teenie-Slasher erwartet! Bekommen habe ich das aber ganz und gar nicht, denn hier läuft eigentlich alles nach dem 08/15-Prinzip ab, lediglich das Ende und zwei Tötungsszenen stechen etwas heraus.
Die Story ist also wie in einem ganz normalem Slasher, ziemlich vorhersehbar. Das ist noch nicht einmal schlimm, wenn wenigstens Spannung vorhanden wäre. Leider wird die Spannungskurve nie ganz aufgezogen, wodurch der Film zwar seine spannenden Momente hat, die aber durch eine weniger gelungene Abfolge und zu wenigen Überraschungseffekten nie mitreißen können, so habe ich es zumindest empfunden.
Zwei Tötungsszenen haben mir jedoch gefallen. Das hört sich vielleicht komisch an, aber darum geht es nun einmal in einem Slasher, Leute werden von einem Killer kalt gemacht! Diese zwei Tötungsszenen finde ich deshalb so gelungen, weil ich beide zum ersten Mal gesehen habe. Das ist in einem Slasher schwierig, hat man nicht eigentlich schon alle Tötungsszenen irgendwann einmal gesehen? Hier war das (zwar auch nicht immer) nicht der Fall und da liegt ein großer Pluspunkt!
Ein weiterer Pluspunkt ist das Ende, welches wirklich überrascht. Ich fand es sehr gut in Szene gesetzt und es war wirklich mal etwas anderes. Hier findet man leider den einzigen wirklichen Höhepunkt, wodurch mir das Ende noch einmal besser gefallen hat.
Neben den zwei positiven Aspekten komme ich wieder zu einem negativen Punkt. Leider leider ist der Film viel zu komisch... und das auch noch unfreiwillig. Um nur ein ganz kleines Beispiel zu nennen: "Ihr beiden verlasst das Haus durch den Hinterausgang" "Okay" Typ steht auf, Frau greift nach ihm. "Warte! Ich möchte mit!"

. Sowas kommt einfach nur dumm rüber und der komplette Saal hat sich amüsiert, jedoch blieb es nicht nur bei dieser Szene! Weitere Beispiele möchte ich jetzt aber nicht nennen, wer sich den Film ansieht, kann sich jedoch auch darauf gefasst machen, einige ziemlich komische Szenen zu sehen zu bekommen!
Dann komme ich zur Musik, die ich weder positiv, noch negativ bewerten möchte. Meiner Meinung nach war der Score, die Hintergrundmusik wirklich gut und sehr atmosphärisch. Die Musikstücke im Film fand ich jedoch etwas... naja, ich sage einmal unpassend. Nur der letzte Song im Film passte wieder, zumahl man diesen schon im Trailer gehört hat und er perfekt zu den letzten Sequenzen und zum Abspann passte.
Ich finde es wirklich schade, dass aus dem Film nicht das Maximale herausgeholt wurde. Die Atmosphäre ist vorhanden, leider fehlt es "All the Boys love Mandy Lane" an Spannung. Die gute Atmosphäre kommt durch eine interessante Kameraarbeit und coolen, außergewöhnlichen Bildern zu Stande. Wenn ein paar Szenen etwas auf alt getrimmt wurden oder der Kameramann kreativ war, wirkte das auf der Leinwand wirklich gut, die düstere Atmosphäre ist vorhanden, schade, dass der Film für meinen Geschmack etwas wenig daraus gemacht hat. Es wurde ja vollkommen auf knarrenden Türen, Schatten etw. verzichtet, beabsichtigt, sei hier gesagt. Doch vielleicht hätte gerade das dem Film geholfen, denn das Mitfiebern fiel zumindest mir ziemlich schwer, weil alles sehr offensichtlich war. Da es im Film sowieso schon einige Klischees zu sehen gab, hätte darauf auch nicht verzichtet werden müssen, aber naja.
Schauspielerisch ist der Film zwar gut, aber nicht jeder der jungen Schauspieler konnte mich überzeugen. Amber Heard als Mandy Lane ist das Aushängeschild des Films, nicht nur weil sie den wichtigsten Charakter verkörpert, sondern auch schauspielerisch gesehen. Sie spielt das liebe und nette Mädel, welches sich nicht binden möchte, wirklich gut. Sie sieht toll aus, auch wenn ich nicht ganz verstehe, welche mystischen Schwingungen alle Männer dazu zwingen, sich in sie zu verlieben!
Anson Mount ist mit seinen 35 Jahren die einzige Person im Film über 24, wirkte auf mich aber ziemlich ermüdend. Sein Charakter war ziemlich klischeehaft und wurde auch nicht sonderlich gut von ihm verkörpert. Alle anderen Teenager neben Amber Heard spielen einen Charakter, die etwas unsympathisches an sich haben, besonders die Kerle, weil die wirklich nur auf das eine aus sind. Da fand ich die weibliche Fraktion mit Whitney Able und Melissa Price viel sympathischer und auch überzeugender, trotz einiger ziemlich dummer Dialogen.
Der Blutgehalt im Film ist zwar relativ hoch, aber nicht übertrieben. Die Szenen sind gut gemacht und tun fast schon weh! Weiter gibt es auch ein paar sehr gute Toneffekte, die vielleicht den ein oder anderen im Sitz hochschrecken lassen werden. Mir ist das auch ein Mal passiert, was aber wohl eher daran lag, dass ein paar Toneffekte ziemlich laut waren und meine Sitznachbarin sich fast zu Tode erschreckt hat! Vielleicht rede ich mir das auch nur ein, weil ich nicht zugeben möchte, mich bei einer solch simplen Szene erschreckt zu haben!
Fazit:
"All the Boys love Mandy Lane" ist ein Tennie-Slasher, aus dem nicht alles herausgeholt wurde. Er bietet eine sehr gute Atmosphäre sowie gute Kameraarbeiten, hat einen guten Score und eine sympathische wie hübsche Hauptdarstellerin. Leider ist sie die einzige Schauspielerin, die richtig überzeugen konnte, weiter ist die Musik stellenweise etwas unpassend und die Spannungskurve wird leider nie ganz aufgezogen, manchmal wird es sogar etwas langatmig. Klingt nach einem durchschnittlichen Film, doch "All the Boys love Mandy Lane" ist etwas mehr. Trotz vieler Klischees gibt es ein wenig Innovation und ein sehr gutes Ende. Weil ich mich gut unterhalten gefühlt habe, bekommt der Film von mir (nach einem Tag drüber nachdenken 0,5 Punkte mehr):
6/10