Der japanische Kultregisseur Takashi Miike (Ichi the Killer, Audition) hat sich mal wieder an ein Projekt gewagt, was wohl die wenigsten tun würden. Er hat einen klassischen Western mit Japanisch Traditionellen Elementen vereint und einen Japano-Western kreiert.
Ob da auch was daraus geworden ist? Wird sich zeigen.
Man erkennt sofort das Miike ein großer Film von Western ist, weil der Film weisst in vielen Szenen Ähnlichkeiten zu großen Western Filmen auf. Die Kulissen sowie die Kostüme der Darsteller sind sehr detailverliebt und wissen zu gefallen. Auch der Score kann vollends überzeugen .. alt-japanische Klänge gemischt mit dem klassischen Pfeifen aus den alten Western, hat sehr gut gepasst.
Die Story hat eigentlich nichts neues vorzuweisen .. ein Namensloser Cowboy kommt in eine kleine Stadt, in der sich 2 Banden bekriegen. Er hat natürlich nur eins im Sinn und will die beiden untereinander ausspielen. Ob das auch klappt muss sich jeder selbst anschauen
Der Film hat allerdings 2 sehr große Minuspunkte, was seiner fast perfekten Wertung einen Strich durch die Rechnung macht.
Ich komm mal zum kleineren der beiden Mankos: Die Länge des Films. Teilweise hat er extreme Längen drin, was für manch einen zur Qual werden könnte. Klar, der Film hat auch viele geniale und lustige Szenen aber durch die langen Passagen wird der Film zuweit außeinander gezogen und verliert dadurch einiges an Würze. Das hätte echt nicht sein müssen.
Nun das größte Problem des Films: Die englisch sprechenden Japaner. Was hat sich Miike dabei nur gedacht? Hut ab weil alle die Sprache in kürzester Zeit gelernt haben aber das hätten sie sich lieber sparen sollen.
Man versteht teilweise gar nichts, einfach schlecht ausgesprochen und nuschelnd, ich kann zwar schon gut englisch aber bei diesem Film war für mich teilweise gar nichts zu verstehen. Leider liegen der japanischen DVD keine englischen Untertitel bei, sonst hätte ich den Film in japanisch + Untertitel geschaut. Das wirkte einfach zu sehr geschauspielert, was dem Film echt einiges an Ausstrahlung wegnimmt, sehr sehr schade.
Achja nicht zu vergessen, der Cameo Auftritt von Quentin Tarantino.
Ein ungewöhnlicher langer Auftritt für seine Verhältnisse, aber er war dennoch unterhaltsam. Klar kann man keine Lobeshymnen über seine schauspielerische Leistung loswerden, aber das war wohl der Dank dafür das Miike einen kurzen Auftritt in Hostel haben durfte.
Fazit: Ein sehr gelungener Japano-Western mit viel Liebe zum Detail, tollen Shoot-Outs und Gefechten, welcher aber durch rund 30 Minuten zuviel Laufzeit und einer schrecklichen Sprachausgabe sich selbst im Weg steht. Jeder der Western und/oder Japanische Filme mag sollte diesen Film aber auf jedenfall gesehen haben.
Ich werde auf eine deutsche DVD Veröffentlichung hoffen, damit ich den Film im dt. Ton angucken kann oder zumindest auf japanisch mit Untertiteln.
8/10 Punkte (ohne die 2 großen Fehler wären wohl 10 Punkte drin gewesen)