Halcyon
Tokyo Zombie

Regisseur: Sakichi Satô
Jahr: 2005
Genre: Horrorkomödie
Land: Japan
Darsteller: Sho Aikawa, Tadanobu Asano, Erika Okuda, Arata Furuta, Kazuo Umezu
Meine Kritik
Denkt man an moderne japanische Horrorfilme, kommen den meisten Filmfans wohl erstmal langhaarige, weibliche Geister in den Kopf. Doch was ist mit Zombies? Die armen Kreaturen scheinen in den meisten neuen Filmen aus Japan überhaupt nicht mehr vorzukommen (abgesehen von einigen Ausnahmen wie Junk oder Living Dead in Tokyo Bay). Mit Tokyo Zombie bringt nun Sakichi Satô, das verrückte Genie hinter den Drehbüchern von Ichi the Killer und Gozu, endlich einen neuen Film mit Massen von unseren untoten Freunden raus. Erwartet dabei jedoch nicht euren typischen Zombie Streifen. Tokyo Zombie ist nämlich eine total abgedrehte Genre Parodie, welche zwar nicht sonderlich unheimlich ist, dafür jedoch ordentlich die Lachmuskeln strapaziert.

V-Cinema Superstar Sho Aikawa und der allseits bekannte Tadanobu Asano sind Mitsuo und Fujio, zwei unzertrennliche Freunde, die bei der Feuerwehr arbeiten und ihre gesamte Freizeit dafür hernehmen, Jujitsu zu üben. Mitsuo selbst war früher ein großer Wrestler und will deshalb auch Fujio all sein Können und Wissen aneignen. Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung, als die Beiden von ihren Boss beim Wrestling Training erwischt werden und ihn versehentlich mit einem Feuerlöscher umbringen.

Um nicht ins Gefängnis zu kommen, entschließt das Duo, den leblosen Körper am “Black Fuji” abzuladen. Der Berg wird von den Bürgern Tokyos dafür hergenommen, all die Sachen loszuwerden, die sie nicht mehr brauchen, etwa alte Haushaltsgeräte oder Leichen. Als hochgiftiger Müll die Letzteren jedoch wieder zum Leben erweckt, finden sich Mitsuo und Fujio innerhalb kürzester Zeit von Zombies umzingelt. Kurzerhand entscheiden sie sich, Tokyo in ihrem bunt gefärbten Van in Richtung Russland zu verlassen, doch der trottelige Fujio steuert versehentlich auf Atami City zu. Dort verliebt sich Mitsuo in ein Mädchen namens Yoko (Erika Okuda), nachdem er sie von einer Horde Zombies bei einem Supermarkt rettet. Dabei wird er dummerweise jedoch von einem der lebenden Toten gebissen und verschwindet aus dem Leben von Fujio und Yoko. Fünf Jahre später leben Fujio und Yoki als Paar zusammen mit ihrem Kind, welches scheinbar stumm ist. Fujio verdient sich sein Geld, indem er vor einer großen von Menge keifenden, alten, und reichen Frauen gegen Zombies kämpft. Doch eines Tages muss er gegen einen Untoten antreten, der ihm überraschend bekannt vor kommt...

Seinen Erfolg verdankt der Film hauptsächlich einem Punkt: Seinen beiden Protagonisten. Sho Aikawa und Tadanobu Asano sind absolut klasse als chaotisches Comedy Duo und sorgen für eine ganze Reihe guter Lacher. Speziell Tadanobu Asano als der Volltrottel des Teams hat mich total überrascht. Ich meine, wir alle wissen, dass Asano in ernsthaften Filmen wie Vital oder Bright Future spitze ist, doch hier hat er fast schon das komödiantische Talent eines Jim Carrey (welcher sich wiederum in den vergangenen Jahren als guter, ernsthafter Schauspieler bewiesen hat). Oh, und dann ist da natürlich noch Sho Aikawa. Es ist wirklich richtig erfrischend, ihn mal in einer solch witzigen Rolle anstatt den typischen V-Cinema Yakuza Figuren zu sehen. Mal ernsthaft, ich würde ihn gern in mehr Filmen wie diesem hier sehen. Schließlich bewies er auch schon in Streifen wie Takashi Miike’s Familienkomödie Zebraman oder Kiyoshi Kurosawa’s TV-Horrordrama Séance, dass er auch abseits von V-Cinema Stereotypen ein super Schauspieler ist.

Die Probleme des Films beginnen dann auch erst, wenn unsere beiden Helden nicht gemeinsam zu sehen sind. In diesen Momenten verliert Tokyo Zombie enorm viel seiner humoristischen Power und fängt an, sich zu ziehen. Regisseur Sakichi Satô ist zweifelsohne ein sehr kreativer Mensch und alles in allem hab ich seinen Film auch definitiv genossen. Aber trotzdem, ein paar mehr Szenen zwischen Aikawa und Asano, und dafür weniger Szenen zwischen Asano, Okudo und ihrer stummen Tocher wären sehr befriedigend gewesen. Schließlich ist Tokyo Zombie im Endeffect pure Comedy-Unterhaltung, wodurch die Familiendrama Sequenzen auch nie wirklich zünden wollen. Versteht mich aber trotzdem bitte nicht falsch. Tokyo Zombie hat in einigen Szenen seine Probleme, doch im Endeffekt gibt es immer noch genügend positive Dinge, um den Zuschauer bis zum Ende an der Stange zu halten. Oh, und der Soundtrack rockt!
finde ich,dass der trailer lust auf mehr macht...

Sach mal Haly, wie wäre es, wenn DarkTNT, Soljah und ich bei dir vorbeischneien und wir uns Tokyo Zombie reinziehen?