Der Film, nach dem ich mich benannt habe. Versteht sich ja von selbst, das ich hier meinen Senf dazugeben muss.
Ich hab' das gleichnamige Buch von Sven Regener gelesen und war einfach nur begeistert. Auch die Vor-Fortsetzung Neue Vahr Süd lässt erkennen, das Regener die neue Hoffnung am deutschen Schriftstellerhorizont ist. Die von ihm beschriebenen Figuren sind Menschen wie du ich. Klasse auch, das man sich so gut mit dem Hauptcharakter identifizieren kann. Die Situationen, in die Herr Lehmann immer wieder reinschliddert und seine herrliche Art damit fertig zu werden, erinnern an mich selbst. Überhaupt kann ich sagen, das ich dem Lehmann in gewissen Zügen ähnlich bin. Besonders im Buch Neue Vahr Süd hab ich hie und da gedacht: 'Hey, das könnte ich sein!'
Definitiv eines meiner Lieblingsbücher und umso erfreuter war ich zu hören, das man den Stoff auch noch verfilmt hat. Nachdem ich den Film im Kino verpasst habe, war die DVD für mich ein absoluter Pflichtkauf. Und ich muss sagen, das Leander Haußmann eine gelungene Verfilmung abgeliefert hat.
Die Darsteller sind klasse. Besonders Christian Ulmen hat mich überrascht, den ich vorher nur aus diversen MTV-Shows kannte. So wie Ulmen den Herr Lehmann dargestellt hat, habe ich mir den Charakter auch vorgestellt. Mit dieser Rolle hat er bewiesen, das er schauspielerisch was auf den Kasten hat und nicht nur dumm grinsend irgendwelche drittklassige Musikshows moderieren kann. Man hat aber auch gemerkt, das sich Ulmen für die Rolle so richtig ins Zeug gelegt hat und dementsprechend hat er seine Rolle sehr gut rübergebracht.
Detlev Buck ist wie immer genial. Fand's besonders stark, wie Buck den 'Zerfall' von Karl dargestellt hat. Zudem hat er in die Rolle gepasst wie Erbsen in einen Erbseneintopf.
Auch Katja Danowski war recht in Ordnung. Fand sie aber nach einer Weile doch etwas nervig.
Auch die restlichen Darsteller sind recht gut gewählt. Besonders witzig fand ich den Auftritt von Christoph Waltz als anscheinend zugekiffter Arzt. Schade, das man von Waltz in letzter Zeit nicht mehr allzu viel sieht. Fand ihn als Schauspieler eigentlich immer ganz passabel.
Die Regie ist einwandrei. Leander Haußmann hat den Roman sehr schön in Szene gesetzt. Dank Sven Regener, der ja das Drehbuch verfasst hat, wurden die Dialoge vom Roman recht gut in den Film transportiert. Die Drehorte waren gut ausgesucht und zeigen ein Berlin wie man es echt nur lieben kann.
Auch der Soundtrack ist klasse! Zwei meiner Lieblingsbands sind vertreten (Eels und Violent Femmes) und auch die restlichen Songs sind recht passend ausgesucht. Ein Soundtrack wie aus einer Kneipe. *g*
Fazit: Ein rundum gelungener Film, der dem Buch im nichts nachsteht. Klasse Darsteller, ein originelles Drehbuch und der geniale Soundtrack machen aus dem Film das reinste Vergnügen. Nur zu empfehlen!
10/10 besoffenen Hunden