Gestern im Kino gesehen!
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"Im Tal von Elah" ist ein dramatischer Film, der eine erschreckende Geschichte erzählt. Er ist hochkarätig besetzt, ist sehr ruhig aufgebaut und weiß dadurch zu überzeugen.
"In the Valley of Elah", so der englische Originaltitel, behandelt in ruhigen Bildern die Geschehnisse des Irak-Krieges. Der Soldat Mike Deerfield (Jonathan Tucker) kehrt nach seinem Irak-Einsatz zurück in die USA, ist jedoch danach spurlos verschwunden. Sein Vater Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) versucht alles, um seinen Sohn zu finden. Er versucht die Bilder und Videos auf seinem Handy zu rekonstruieren und findet so Stück für Stück ein weiteres Puzzleteil, was zur Auflösung führen könnte. Dann wird Mikes Leiche gefundet, brutal ermordet, zerstückelt und verbrannt. Hank und Joan Deerfield (Susan Sarandon) sind erschüttert über die Tat und Hank versucht alles, um herauszufinden, wieso sein Sohn sterben musste. Hilfe bekommt er von Detective Emily Sanders (Charlize Theron), denn außer von ihnen möchte niemand etwas von Mikes Tod wissen, der als Mord im Drogenmilieu abgestempelt wird.
Man könnte bei diesem Film von einem Thriller sprechen, von der Thematik her würde es passen. Die Geschichte wird jedoch durch die sehr ruhige Erzählweise und den dramatischen Aufbau nicht in dieses Genre hereingedrückt. Eher könnte man "Im Tal von Elah" als ein Drama mit Thrillerelementen betrachten, und genau das schafft der Film auch zu sein. Er hat ein paar spannende Momente, ist aber in den meisten Szenen sehr dramatisch.
Der Film ist sehr authentisch. Vielleicht ist es etwas weit hergeholt, aber zu einem gewissen Maß muss er das auch sein, da er auf aktuellen Ereignissen basiert. Das Geschehen wird sehr gut und realistisch rübergebracht, alleine schon die Videos der Handykamera sorgen dafür, dass man denkt, alles spiele sich vor seinen eigenen Augen ab. Rückblenden und Stimmen aus Träumen wirken sehr realistisch und zeigen noch einmal die Tragik der gezeigten Geschichte.
Wie schon geschrieben ist der Film sehr ruhig, aber das heißt nicht, dass nicht viel passiert. Denn durch die Befragungen mehrerer Menschen und einigen Wendungen wird es nie langweilig. Man sollte jedoch wissen, dass der Film sehr ruhig ist, damit keine Langeweile aufkommt. Auch sollte man sich für die Thematik ein wenig interessieren, man sollte wissen, worauf man sich einlässt, um nicht enttäuscht zu werden.
Paul Haggis, Regiesseur des gefeierten Films "L.A. Crash", führte auch hier Regie, schrieb das Drehbuch und produzierte den Film. Er schafft es, jede Emotion so zu zeigen, wie sie rüberkommen soll, und das macht den Film zu etwas Besonderem. Trotz der Kühle, die manchmal herrscht, kommt die Emotionalität nie zu kurz.
Der Film ist konsequent und verharmlost nichts. Es gibt auch eine Szene, in der Mikes Leiche gezeigt wird. Diese ist ziemlich extrem, fast schon erschreckend, aber das verdeutlicht die Realität ein weiteres Mal. Dennoch muss der ein oder andere bei dieser Szene mit Sicherheit schlucken.
Das Ende ist zwar nicht sonderlich überraschend, aber sehr erschreckend und erschütternd. Es zeigt die Grausamkeit des Krieges aber auch das, was Krieg aus Menschen macht. Das wird eindrucksvoll in Rückblenden und Erzählungen dargestellt, die sich jedoch bereits durch den ganzen Film gezogen haben, aber erst am Ende einen richtigen Sinn ergeben. Es wird nicht gesagt, dass der Krieg schlecht sei, das läuft alles im Hintergrund ab. Man sieht es, weiß es, aber der Film hebt nicht den moralischen Zeigefinger, er ist recht neutral was das Thema Krieg angeht, zeigt lediglich was durch den Krieg mit Menschen passieren kann. Das ist ebenfalls sehr gut geglückt.
Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut. Zwar sieht man Jonathan Tucker und James Franco selten, aber sie runden die ganze Sache ab. Tommy Lee Jones jedoch konnte als Hauptdarsteller überzeugen. Zwar spielt er seine Rolle recht kühl, aber das passt zu seinem Charakter. Charlize Theron überzeugt in ihrer Rolle ebenfalls vollkommen und trägt viel zum Geschehen bei. Für mich hat jedoch Susan Sarandon als verzweifelte Mutter die beste schauspielerische Leistung im Film abgeliefert. Leider war ihre Screen-Time recht kurz, aber wenn sie zu sehen war, wusste sie vollkommen zu überzeugen, da sie die Dramatik dem Zuschauer übermitteln kann.
Fazit:
"Im Tal von Elah" ist ein interessanter Film, der Drama und Thriller miteinander verbindet. Er ist sehr authentisch und beschreibt mit realen und ruhigen Bildern die Grausamkeit des Krieges, ohne moralisch den Zeigefinger zu heben.
8/10