Samo
Fand den Film nicht schlecht. Teilweise interessant, (sind schon gewaltige Bilder bei) aber teilweise auch ein wenig langgezogen. Bin froh, daß
Klaus für
Jason Robards eingesprungen ist. Mit
Robards wäre der Film für mich wahrscheinlich völlig uninteressant gewesen!
Aber viel interessanter ist ja wirklich, was hinter den Kulissen abgelaufen ist. Einer der Höhepunkte: Die Einheimischen haben ja wirklich Regisseur
Werner Herzog gefragt, ob sie
Kinski für ihn umlegen sollen!
Und nach den Dreharbeiten hat
Herzog mit einem scharfen Gewehr auf
Klaus Kinski gezielt und wollte ihn schon erschiessen. Hat es dann aber (leider) doch nicht getan!
Das war doch nach den Dreharbeiten von
Fitzcarraldo. Oder Kinski ?
kinski
| Zitat: |
Original von Samo
Und nach den Dreharbeiten hat Herzog mit einem scharfen Gewehr auf Klaus Kinski gezielt und wollte ihn schon erschiessen. Hat es dann aber (leider) doch nicht getan!
Das war doch nach den Dreharbeiten von Fitzcarraldo. Oder Kinski ? |
Fast korrekt. Es war während der Dreharbeiten. Kollege Kinski hat mal wieder einen seiner berühmten Anfälle, woraufhin Herzog nur sagte " Ich hab in meinem Zelt ein Gewehr ... 7 Kugeln sind für Dich, die letzte ist für mich selbst !"

Auch ne Methode, sich die Mitarbeit seines Stars zu sichern ...
joerch
Ich fand das Szenario des Films super - Kinski ist eh fast immer über jeden Zweifel erhaben, aber der Film an sich hat mich nicht umgehauen - starke Szenen sind zwar einige drin - aber unterm strich ist er mir persönlich etwas zu langatmig.....
kinski
Hier die versprochene ausführliche Filmkritik zu FITZCARRALDO :
Mit fiebrigen, glänzenden Augen hetzt Brian Sweeney Fitzgerald heran. Caruso ist in der Stadt ! Fitzgerald ist zwei Tage und zwei Nächte durch gerudert, 1200 km weit, nur um Caruso und Sarah Bernhard in der Oper zu sehen. Er kommt gerade noch rechtzeitig, um die letzten Takte der Oper zu hören. Faziniert und entrückt lauscht er andächtig der Musik und dem Gesang ...
Das ist der Beginn von Werner Herzogs „Fitzcarraldo“, seiner vierten Zusammenarbeit mit Klaus Kinski nach dem Urwaldepos „Aguirre“, der Schauermär „Nosferatu“ und Büchners „Woyzeck“. Und wieder schafft es das geniale Duo Kinski/ Herzog, alle aufgestellten Grenzen zu sprengen und den Begriff ´Abenteuerfilm´ neu zu definieren.
Vier Jahre arbeitete Herzog an dem Projekt „Fitzcarraldo“. Ursprünglich war Jason Robards seine erste Wahl für die Rolle des Fitzcarraldo/Fitzgerald, doch dieser erkrankte kurz nach Drehbeginn lebensgefährlich und musste aufgeben. Danach sprangen auch die weiteren Hauptdarsteller Mario Adorf und Mick Jagger ab. Allein Claudia Cardinale als Bordellbesitzerin und Fitz´ Freundin Molly blieb von der ersten Besetzung übrig. Herzog setzte sich mit Klaus Kinski in Verbindung und bat ihn den Fitzcarraldo zu spielen. „ Ich habe Dir immer gesagt, dass ICH Fitzcarraldo bin! “ gab Kinski zur Antwort.
Doch die Dreharbeiten waren weiterhin von schweren Unfällen und Krankheiten überschattet. Flugzeugabstürze, drei Todesfälle am Set und mehrere schwere Verletzungen von Statisten waren zu beklagen. Doch nie gab Herzog sein ehrgeiziges Projekt auf und schaffte das Unmögliche.
Klaus Kinski brilliert in der Rolle des Fitzcarraldo, einem Träumer und Außenseiter der Gesellschaft. All seine bisherigen Projekte waren gescheitert, egal ob es sich um eine Eisenbahn oder um eine Eisfabrik im Amazonasgebiet handelte. Doch nun will er die große Oper zum Amazonas bringen. Um sein Projekt finanzieren zu können, bettelt Fitzgerald bei den Mächtigen der Stadt, wird jedoch nur ausgelacht und verhöhnt. Doch seine treue Freundin Molly hilft ihm, opfert ihr gesamtes Erspartes, und Fitzgerald kann sich schließlich einen großen Flussdampfer kaufen. Mit seinem Schiff will er den Amazonas hinauffahren, um ein neues Kautschukgebiet zu erschließen, durch deren Erlös er dann seinen Traum von der
großen Oper zu finanzieren hofft.
Um sein Ziel zu verwirklichen, muss Fitz den Dampfer über einen riesigen Berg schaffen. SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Dabei helfen ihm die Amazonas-Indianer, die er mit den Klängen von Carusos Musik betört hat. Die Indianer sehen in Fitzgerald den lang erwarteten weißen Gott, der sie aus ihrer Armut befreit. Doch für Fitzcarraldo sind die - wie er sie nennt - ´Nacktärsche´ nur Mittel zum Zweck. Unter großen Mühen gelingt es den Indianern, das Schiff über den Berg zu ziehen. Fitzcarraldo sieht sein Ziel fast erreicht.
Doch die Indianer haben längst erkannt, dass Fitz nicht ihr Erlöser ist. Sie sind vielmehr davon überzeugt, dass die seltsame Maschine, die von selbst durch den Fluss gleiten kann, ihre Befreiung sein muss. In der Nacht kappen sie sämtliche Seile vom Dampfer. Als Fitzcarraldo am nächsten Morgen erwacht muss er zu seinem Erschrecken feststellen, dass sein Dampfer unaufhaltsam auf die Stromschnellen zueilt. Er kann das Schiff nicht mehr stoppen, sein Traum ist zerplatzt.
Doch Fitzcarraldo gibt nicht auf. Wieder zurück in der Stadt verkauft er den ange-schlagenden Dampfer. Mit dem Erlös beschafft er sich Orchester und Sänger. Auf einer letzten Fahrt mit seinem Dampfer präsentiert Fitzcarraldo der erstaunten Menge nun doch noch seine Oper. „Ich bin Fitzcarraldo – Eroberer des Nutz-losen !“
SPOILER ENDE
Sowohl Werner Herzog als auch Klaus Kinski haben sich mit „Fitzcarraldo“ wieder einmal selbst übertroffen. Herzog ist es erneut gelungen, großes Kino auf die Leinwand zu bringen. „Fitzcarraldo“ verbindet die Elemente aus den drei vorher gehenden Arbeiten von Kinski/Herzog perfekt und bildet eine faszinierende Mischung aus Drama, Abenteuer und Spannung. Im Gegensatz zu „Aguirre, der Zorn Gottes“ verliert sich Werner Herzog diesmal jedoch nicht in endlosen Kamerafahrten. Diesmal steht eindeutig die Story und die Figur des Fitzcarraldo im Vordergrund, der Dschungel und der Amazonas dienen nur als Rahmen.
Niemand anderes als Klaus Kinski hätte den Fitzcarraldo spielen, nein, lebendig machen können. In Herzogs Dokumentation über Kinski („Mein liebster Feind“) sind Szenen vom Dreh mit Jason Robards zu sehen. Doch während Robards seine Rolle nur "spielt", erfüllt Kinski den Fitzcarraldo mit Leben. In einer der beeindruckensten Szenen des gesamten Films SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
besetzt Kinski die Kirche des Ortes und läutet wie wild die Glocken, um die Menschen auf seinen Traum von der großen Oper aufmerksam zu machen. Wie von Sinnen rennt Kinski umher, schreit sich die Seele aus dem Leib und wirkt in seiner Intensität beeindruckend und erneut erschreckend zugleich.
SPOILER ENDEWie schon so oft spielt Klaus Kinski keine Rolle, er ist Fitzcarraldo. Er ist dieser Träumer, der Eroberer des Nutzlosen, ohne Wenn und Aber. Ohne sich und andere zu schonen, ohne auch nur einen Millimeter von seinem erträumten Ziel abzuweichen. Wieder einmal kann man extreme Parallelen ziehen zwischen dem Privatmann Klaus Kinski und seiner Rollenfigur. Fitzcarraldo gibt nicht auf, lehnt sich gegen die Obrigkeit auf, steht nach jeder Niederlage sofort wieder auf und kämpft weiter.
„Fitzcarraldo“ ist einer der faszinierensten Filme des Klaus Kinski. Seine Präsenz ist unbeschreiblich, er alleine ist in der Lage gewesen, diesem Film Leben einzuhauchen. Kinski übermittelt eine ungeheure Energie, gleichzeitig wirkt er extrem zerbrechlich und verletzlich. Klaus Kinski ist Fitzcarraldo – Fitzcarraldo ist Klaus Kinski : ein Unverstandener, ein Kämpfer, Phantast und ewiger Außenseiter.
kinski
Am 21. Mai erscheint in UK die
Fitzcarraldo: 25th Anniversary Collector's Edition.
Folgende Specials sind enthalten :
• 1.85:1 Anamorphic Widescreen Transfer
• Dolby Digital Audio
• Commentary Featuring Werner Herzog and producer Lucki Stipetic
• Stills Gallery
• Les Blank's Award-Winning Documentary 'Burden of Dreams'
Link :
http://www.dvdactive.com/news/releases/f...rs-edition.html
Samo
@Kinski
Der Commentary ist dann wohl auf Englisch, oder?
Zu Deiner Kritik: Ich fand den Film auch sehr gut. Beeindruckende Bilder und ein beeindruckender Kinski. Trotzdem: Wäre der Film ohne Kinski gedreht worden würde der mich überhaupt nicht interessieren. Auch diesen Film hat Herzog viel zu langatmig inszeniert. Da sieht man mal wie Kinski alleine durch seine Päsenz einen Film rettenkann.
Allerdings ist das ja auch Geschmackssache. In den USA soll Herzog ja einen viel grösseren Stellenwet haben als in Deutschland, oder?
In einer deutschen Zeitschrift habe ich z.B mal gelesen, daß der "total überschätzte" Herzog nur so gute Filme gemacht hat, weil Kinski sich in seinen Szenen immer selber inzenierte. Stimmt das?
Findest Du die anderen Spielfilme von Herzog ohne Kinski auch so gut?
kinski
@ Samo : Mir geht es so wie den meisten Kinski-Fans ... außer den 5 Spielfilmen + Doku hab ich nichts weiter von Herzog gesehen. Von daher kann ich mir kein Urteil über seine weiteren Arbeiten erlauben. In den USA genießt Herzog ein gewisses Ansehen. Zuletzt hat er dort ja "Rescue Dawn" mit Christian Bale gedreht. Auch in Frankreich hat er einen großen Stellenwert, die Franzmänner haben z.B. sehr schönen DVD-Boxen mit seinen Filmen herausgebracht.
Und zu dem Thema ob sich Kinski selbst inszeniert hat oder ob Herzog das Sagen hatte : wohl ne Mischung aus beidem. Ich glaube, dass vieles von dem, worum sich heute die Legenden ranken, von beiden durchaus so gewollt war. Diese ganzen Eskalationen gehörten bei Kinski und Herzog zum Spiel ... wie bei manchen alten Ehepaaren, die ohne die tagtäglichen kleinen Sticheleien nicht zufrieden sind. Man kann nicht mit, aber auch nicht ohne den anderen.
Samo
Ich habe auch mal gelesen, daß Kinski unbedingt Herzog für Pagannini haben wollte, der aber ablehnte. Wenn das stimmt, sind Kinskis ständige Aussagen, daß Herzog is seinen Augen ein stümperhafter Regisseur sind ja sowieso unglaubwürdig!
kinski
| Zitat: |
Original von Samo
Ich habe auch mal gelesen, daß Kinski unbedingt Herzog für Pagannini haben wollte, der aber ablehnte. Wenn das stimmt, sind Kinskis ständige Aussagen, daß Herzog is seinen Augen ein stümperhafter Regisseur sind ja sowieso unglaubwürdig! |
Stimmt, Herzog war Kinskis erste Wahl für den Regieposten bei "Paganini". Hab ich vor kurzem erst noch in der Kinski-Biografie von Christian David gelesen. Und wie ich bereits sagte ... das gegenseitige Geläster der Beiden gehörte größtenteils mit zum Spiel. Herzog hat seine Kinski-Doku ja nicht ohne Grund "Mein liebster Feind" genannt.
nightwish
klingt vielleicht blöd und banal... Aber Kinski ist Kult... und bleibt es, samt seinen Ausbrüchen gegenüber seines Regisseurs....
kinski
| Zitat: |
Original von nightwish
klingt vielleicht blöd und banal... Aber Kinski ist Kult... und bleibt es, samt seinen Ausbrüchen gegenüber seines Regisseurs....
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Das ist halt Teil seines Mythos, von daher weder blöd noch banal.
Milan
Die DVD ist gekauft worden, bin ja nicht ein Kinski-Fan, aber der Mann hat einige Meisterwerke gemacht, von dennen ich auch einige besitze zb. "Leichen pflastern seinen Weg". Hab mir jetzt "Fitzcarraldo" gekauft, werde ihn in den naechsten Tagen ansehen, bin gespannt.
Milan
So, endlich gesehen und muss sagen ein richtig guter Film mit einem genialen Klaus Kinski. Die Landschaftaufnahmen im Dschungel sind wirklich schoen, die Story geht zu Herzen und natuerlich einem genialen Klaus Kinski, der auf mich richtig vernarrt in die Rolle des Fitzcarraldo. Was wirklich einzigartig ist, ist die Szene als das Schiff ueber denn Berg gezogen wird.
10/10
Black
Kinski ist klasse, nur kriegt man erst in "Mein liebster Feind" richtig mit, wie es bei den Dreharbeiten zuging:
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Der Ausraster mit dem Koch, sehr lustigSPOILER ENDE
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Die Indianer wollten Kinski umlegen, was in einer Szene des Films deutlich anzusehen istSPOILER ENDE
Zu Paganini:
Herzog hätte den Film bestimmt anders inszeniert,
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
Kinski alias Paganini legt doch in dem Film Frauen am laufenden Band auf die unterschiedlichsten Arten flach, da könnten selbst Pornodarsteller noch was lernen
SPOILER ENDE
Jason Voorhees
Fazit:
Fitzcarraldo - der Film, mit dem ich das erste Mal richtig mit Klaus Kinski zu tun hatte und ich muss sagen: er hat mich mehr als beeindruckt. Von allen Werken der Zusammenarbeit von Werner Herzog und Klaus Kinski ist dies das eindrucksvollste und impulsanteste Werk. Der Film zeichnet sich durch eine beeindruckende Inszenierung aus und einem Klaus Kinski in Höchstform. Er spielt die Rolle des Opernliebhabers Brian Sweeney Fitzgerald, kurz: Fitzcarraldo, mehr als beeindruckend und überzeugend, denn es scheint so, als würde er in dieser Rolle wirklich aufgehen. Zudem überzeugt der Film durch eine besondere Bildgewalt und die Sequenz in welcher das Schiff über den Berg gehieft wird, wird einem immer in Erinnerung bleiben. Zusammen mit einer Gastrolle von José Lewgoy wird der Film nochmals positiv abgerundet.
Note:
10+/10
Black
Nachträglich willkommen im Club und du hast vollkommen recht, Fitzcarado gehört zu Kinskis besten Rollen.
Ist der Stoff nicht auch mit Harrison Ford in der Gegenwart verfilmt worden, da will er im Urwald eine Eisfabrik aufbauen?
Jason Voorhees
| Zitat: |
Original von Black
Nachträglich willkommen im Club und du hast vollkommen recht, Fitzcarado gehört zu Kinskis besten Rollen.
Ist der Stoff nicht auch mit Harrison Ford in der Gegenwart verfilmt worden, da will er im Urwald eine Eisfabrik aufbauen? |
Danke, Black.
Ob er nachträglich mich Ford verfilmt wurde kann ich dir wirklich nicht sagen, bisher habe ich was diese Thematig betrifft nichts vergleichbares mehr gesehen.