Soo, war endlich im Kino, um mir den Film anzusehen. Dass er mir persönlich gefallen würde, war im Grunde abzusehen. Dennoch muss ich gleich erwähnen, dass ich es absolut nachvollziehen kann, wenn die Mehrheit der Kinogänger den Kinosaal mit einem enttäuschten Gesicht verlassen wird. Mir wurde zwar auch nicht ein "Mega-Highlight" serviert, aber da ich, wie mittlerweile alle schon wissen, das Teen-Horror-Genre SEHR mag und mir darin selten ein Film nicht gefällt, hat mich auch The Covenant absolut zufriedengestellt, auch wenn selbst bei mir das Gefühl da war, dass man irgendwie alles hätte besser machen können. Nachfolgende Mangelpunkte empfinde ich persönlich nicht als sonderlich schlimm, weil ich sehr unterhalten worden bin, aber viele werden sich von der vielversprechend angehörten Geschichte nicht gerade vom Hocker reissen lassen, da man letztendlich doch zu wenig bekommt.
Harlin hat das Potenzial einfach nicht genutzt. Gerade liegt mir nicht vor, wer für das Drehbuch verantwortlich war, aber wer auch immer es geschrieben hat: es war ideenlos und es fehlte ganz klar an Kreativität. So meine Meinung! Was sich als Inhaltsangabe noch ziemlich vielversprechend angehört hat, wird im Film nicht vertieft und man kommt nicht weiter. Viel Zeit vergeht, bis man schon nur präsentiert bekommt, wer denn nun hier der „Böse“ ist, aber Zushauer kommen natürlich viel schneller dahinter, zumal sehr offensichtlich und nicht zuletzt wegen des Trailers. Zumal versucht man Dinge über den bösen Jungen herauszufinden, was den Zuschauern aber bereits bekannt ist. Man weiss immerhin schon, um wen es sich handelt und man gibt als nur noch Acht, wie lange es dauert, bis die Filmfiguren hinter das Geschehen kommen.
Um dann die Charaktere zu vertiefen und somit mehr von ihnen zu erfahren, konzentriert sich der Film dann mehr auf Schwimmbad-Szenen und Beziehungsproblemchen, als auch auf Discoflächen. Die eigentlich interessante Geschichte war im Prinzip nicht schlecht, wie schon erwähnt, sehr interessant sogar (als Zusammenfassung), aber man erfährt nicht wirklich viel darüber und mit seinen 100 Minuten ist The Covenant auch nicht gerade der kürzeste Teen-Horror, weshalb man da genug hätte streichen können, um es mit interessanteren Handlungssträngen zu vertiefen.
Der gesamte Film bietet keine überraschenden Wendungen und unerwartete Momente und ist von Beginn an ein rein vorhersehbares Coolness-Abenteuer.
Was auch schwer auffällt, dass man die vier Hauptfiguren kaum vertieft. Man konzentriert sich beinahe nur auf den Hauptdarsteller und die Meisten kommen erst gar nicht vor die Kamera. Und wenn, dann fallen sie kaum auf. Der Film wartet quasi nur auf die Endfightszene-Ankündigung. Inhaltlich gesehen also ganz klar hinter den Möglichkeiten. Hier wurde bedauerlicherweise ein sehr schwaches Drehbuch abgeliefert, welches als textliche Zusammenfassung zwar äusserst interessant klang und auch neuer zu sein schien, aber man im Film dann leider nicht sehr viel bekommt. Die Geschichte kommt nur sehr langsam voran und für manche werden sich demnach auch einige Längen in den Film geschlichen haben, weil der Film vor allem in der ersten Halbzeit sich quasi immer wiederholt, soll heissen: Disco, Schwimmen, Beziehung, Disco, Schwimmen, Beziehung…
Dennoch, ich finde, dass Harlin aus dem Drehbuch versucht hat eine passable und akzeptierbare Umsetzung zu drehen, sodass The Covenant mit einem intelligenteren Drehbuch hätte ein kleines Highlight werden können. Die Bilder waren nämlich ziemlich cool. Für eine 20 Millionen Dollar Produktion sahen die Effekte wirklich sehr überzeugend aus (Crash-Szene aus dem Trailer, welche überarbeitet worden ist). Doch auch hier muss man gewarnt sein: Der Trailer verspricht ein nicht gerade ruhiges Filmchen, aber das liegt auch daran, dass die optisch besten Szenen bereits in dem 2-Minuten Kino-Trailer zu sehen waren bzw. angedeutet worden sind, bis aufs Finale, wenn ich mich korrekt daran erinnere. Wer hier also auf überragende Kämpfe geduldig wartet, wird ebenfalls enttäuscht sein. Bis aufs Finale bleibt der Film nämlich ziemlich ruhig.
Um das Finale spoilerlos zu erklären: Der Kampf sah in meinen Augen „voll geil“ aus, was aber kaum verwunderlich ist. Dennoch bin ich mir sicher, dass ihn mehrere eher als peinlich ansehen werden, wenn ich z.B. an manche Kommentare der wenigen Kinobesucher zurückdenke, wo unter anderem Namen wie Dragonball gefallen sind.
Schauspielerisch kann man natürlich nicht von oscarreifen Überzeugungen reden, aber ich finde, dass sie ihre Figuren absolut in Ordnung verkörpert haben. Manche der Knaben haben ohnehin noch nicht viel im Schauspielleben hinter sich. Vom optischen her sind die Kerle nett anzusehen. Mädels werden hier, denke ich zumindest, ihren Sabber an den Männchen vergiessen. Ich persönlich fand die Laura süss, ohne diesen Satz länger zu vetriefen. *smile* …
Das Ende lässt dann Platz für ein Sequel, welches aber aus finanziellen Gründen schwer sein wird, zu realisieren. Als Direct-To-Video denkbar, aber Harlin würde da, denke ich, aussteigen. Ausserdem schreit man nicht wirklich nach einer Fortsetzung. Meiner Meinung nach kann man den Film so lassen, da ich nicht wirklich glaube, dass in einem Sequel sehr viel mehr von der Geschichte bekanntgegeben wird. Muss natürlich nicht so sein, aber vorerst schätze ich dies so ein.
Wenn man sich hier meine Review also durchliest, erwähne ich grundsätzlich nahezu nur die negativen Ansichten meinerseits, doch ich muss noch einmal hinzufügen, dass ich für die „Anderen“ spreche, welche sich den Film noch ansehen werden und sich ein Highlight erhoffen, welches The Covenant inhaltlich leider nicht ist. Dennoch empfinde ich den Film für meinen persönlichen Geschmack als klasse. Als Fan von diesem Genre reichen mir eben Teenies die feiern und kämpfen. Bin in diesem Genre schnell zufriedengestellt. Ich wurde unterhalten und optisch fand ICH ihn für meinen persönlichen Geschmack dennoch hervorragend. Zwar vorhersehbar, aber Unterhaltung war mir dann doch noch das Wichtigste, nachdem die Handlung ausschied.
Hinzufügen muss ich, dass ich den Score einfach nur geil fand und ich ihn als sehr passend in Szene gesetzt empfand. Mein Highlight im Film war der Schlusskampf. Fand ihn ziemlich geil anzusehen.
Schlussendlich bleibt also zu sagen, dass mir mit The Covenant zwar ein kleines, aber auch nicht DAS Highlight im Genre zum Jahresende, auf den Tisch serviert wurde. Der Film war voller Coolness und dies gefiel mir, aber ich bin absolut nicht überrascht, wenn ich einer der Wenigen bin, welche diese Ansicht haben, da wie erwähnt, gewisse Zuschauer sich vom Film sicherlich einiges mehr erhofft haben.
8/10