SHAHRUKH KHAN

Silsila
Regie: Yash Chopra
Indien 1981
Darsteller: Rekha, Amitabh Bachchan, Jaya (Badhuri) Bachchan, Shashi Kapoor, Sanjeev Kumar
Genre: Drama
Inhalt:
Die Geschichte handelt von einem Poeten namens Amit, der sich in Chandini verliebt, die er bei einer Feier kennen gelernt hat. Beide verbringen viel Zeit miteinander und schmieden bereits Hochzeitspläne. Da kommt unerwartet der ältere Bruder Amits bei einem Kriegsmanöver ums Leben, und seine schwangere Verlobte steht plötzlich vor dem Nichts. Amit, für den der geliebte Bruder wie ein Vaterersatz war, fühlt sich verpflichtet, sich um dessen Verlobte Shobhana, zu kümmern. Doch er ist sich nicht der Konsequenzen bewusst, die auf ihn zukommen. Chandini teilt er nichts von diesem Entschluss mit und schreibt ihr nur einen Brief, dass eine Beziehung nicht möglich sei und sie ihn vergessen solle. Doch so leicht lässt sich solch eine große Liebe nicht vergessen.
Nachdem sich Amit vom Tod seines Bruders langsam erholt hat, muss er immer wieder an Chandini denken. Die Erinnerungen verflogen ihn und lassen ihn nicht mehr los. Er verursacht einen Autounfall, und Shobhana verliert ihr Kind. Der Arzt Dr. Anand, der beide im Krankenhaus versorgt, ist inzwischen Chandinis Ehemann.
Als diese von dem Unfall erfährt und wer da im Krankenhaus liegt, besucht sie Amit. Ihre Liebe entflammt von Neuen. Es beginnt ein nervenaufreibendes Versteckspiel vor Freunden und vor Ehepartnern. Auf dem Holifest, an dem die gesellschaftlichen Regeln außer Kraft gesetzt werden, bekennt Amit sich offen zu seiner Liebe und flirtet mit ihr in aller Öffentlichkeit. Den jeweiligen Ehepartnern ist nun klar, dass ihr lange gehegter Verdacht sich bestätigt. Sie verlangen ein Ende der Affäre. Sie meinen, dass die Vergangenheit nichts weiter als eine süße Erinnerung bleiben und sich nicht mit der Gegenwart vermischen sollte. Für Shobhana ist es leichter, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Der Tod ist ein endgültiger Verlust und besser zu überwinden als die Liebe einer lebenden Person, bei der immer noch Hoffnung besteht. Amit hält diesen Druck und das Versteckspiel nicht mehr aus verlangt von Chandini eine Entscheidung. Sie wollen versuchen, ihre Liebe trotz der gesellschaftlichen Barrieren zu leben.
Er teilt Shobhana mit, dass er sie verlassen wird. Sie versucht natürlich ihn umzustimmen und an seiner Pflicht als Ehemann zu appellieren. Sie weiß, dass ihre Situation in der Gesellschaft ohne Ehepartner verheerend ist. Doch er macht ihr klar, dass ihre Ehe nur auf Grund eines Kompromisses und Mitleid geschlossen wurde.
Das Liebesglück findet jedoch kein zufrieden stellendes Ende. Amit und Chandini können sich nicht von den gesellschaftlichen und traditionellen Fesseln befreien. Man isoliert sie, lädt sie nicht gemeinsam zu Festivitäten ein oder trifft sich mit ihnen nur heimlich. Die Freunde versuchen, Amit umzustimmen, zu seiner Frau zurückzukehren. Sie haben keinerlei Verständnis für sein Handeln. Die Ehefrau ist gut, erfüllt ihre Pflicht und hat keine schlechte Angewohnheiten. Warum sollte er sie verlassen? Amit besteht darauf, sein Recht auf Selbstbestimmung zu nutzen, um das Leben zu führen, das er sich wünscht. Doch sein Freund widerspricht ihm und meint, dass dies nur Vagabunden und Heiligen möglich sei, aber keinem normalen Mann.
Bei der Feier einer goldenen Hochzeit werden Amit und Chandini unabhängig voneinander eingeladen. Während des symbolischen Hochzeitrituals entsteht in Amit der Entschluss, wieder zu seiner Frau zurückzukehren. Beide sehen ein, dass ihre Bemühungen vergeblich waren und keine gemeinsame Zukunft haben können. Schweren Herzens kehren sie wieder zu ihren Ehepartnern zurück.
„Silsila“ ist ein Triumph des sozialen indischen Konservatismus, in dem die Heiligkeit der Familie aufrechterhalten wird. Die moralische Verpflichtung lautet: „Du musst deine Braut lieben, die Vergangenheit vergessen, und Fehler müssen verziehen und vergessen werden.“ Obwohl der Film ein konservatives Ende hat, versucht er doch, die Gefühle und Ansichten beider Parteien darzustellen und sie zu verstehen. Einfühlsam beleuchtet er in poetischer Sprache die inneren Konflikte und die Gefühle, die sich für die Liebenden auftun. Der Film ist interessant, da er die Zustände der Gesellschaft widerspiegelt: die absolute Unselbständigkeit und Abhängigkeit der meisten indischen Frauen von ihren Männern. Trotz Ausbildung oder Universitätsabschluss wird auch heutzutage eine Frau in dieser Gesellschaft erst als vollwertiger Mensch betrachtet, wenn sie heiratet und Kinder bekommt. Scheidungen sind rar und gelten meist noch verpönt, da die Ehe als etwas Göttliches und Heiliges angesehen wird, das man nicht so einfach auflösen darf. Die Einheit und Heiligkeit der Familie muss auf Biegen und Brechen aufrechterhalten bleiben. Es ist nicht nur die finanzielle Unsicherheit, die Paare von einer Trennung abhält, sondern, wie es der Film deutlich zeigt, es sind vor allem die sozialen und verwandtschaftlichen Bindungen, die dem persönlichen Glück im Wege stehen. Individuelle Bedürfnisse und Wünsche werden zugunsten der Freunde und der Familie geopfert. Der Regisseur Yash Chopra stellt diese Regeln der traditionellen Gesellschaft in seien Filmen zum einen nicht in Frage, weil er selbst an diese Regeln glaubt, und zum anderen, weil er in seinem Kulturkreis sonst keinen Erfolg mit seinen Filmen hätte.
Der Film „Silsila“ ist aus zwei Gründen erwähnenswert. Zum einen spricht er das Tabuthema der außerehelichen Liebe an und zum anderen handelt er von der tragischen mehrjährigen Liebesaffäre zwischen der Schauspielerin Rekha und Amitabh Bachchan. Dieser war schon mit Jaya Badhuri verheiratet, als er Rekha am Set kennenlernte und sich bei ihrem zweiten gemeinsamen Film „Do Anjaane“ unsterblich in sie verliebte.
Sie trafen sich regelmäßig im Bungalow eines Freundes von Rekha und verbrachten viel Zeit miteinander. Sie versuchten zwar, die Affäre geheim zu halten, doch das gelang ihnen nicht. Eines Abends lud Jaya Rekha zum Abendessen ein und teilte ihr beim Abschied mit, dass sie Amitabh, ganz gleich was passiere, nie verlassen würde, und sie hielt Wort. Der Druck der Medien und Außenwelt auf das Liebespaar wurde immer stärker, Jaya appellierte an Amitabhs moralische Verpflichtung ihr gegenüber. Amitabh gab schließlich nach und beendete nach dem Film „Silsila“ seine Beziehung mit Rekha.
Wenn man den Film mit diesem Hintergrundwissen sieht, erscheint er einem doppelt so tragisch; die Hauptdarsteller spielen sich selbst, und deswegen wirkt der Film noch viel authentischer „Silsila“ zeigt nicht nur ihre seelischen Qualen und inneren Kämpfe, sondern auch das aussichtslose Unterfangen, in einer konservativen Gesellschaft trotzt zahlreicher Bemühungen miteinander glücklich werden zu können.
Regie: Yash Chopra
Indien 1981
Darsteller: Rekha, Amitabh Bachchan, Jaya (Badhuri) Bachchan, Shashi Kapoor, Sanjeev Kumar
Genre: Drama
Inhalt:
Die Geschichte handelt von einem Poeten namens Amit, der sich in Chandini verliebt, die er bei einer Feier kennen gelernt hat. Beide verbringen viel Zeit miteinander und schmieden bereits Hochzeitspläne. Da kommt unerwartet der ältere Bruder Amits bei einem Kriegsmanöver ums Leben, und seine schwangere Verlobte steht plötzlich vor dem Nichts. Amit, für den der geliebte Bruder wie ein Vaterersatz war, fühlt sich verpflichtet, sich um dessen Verlobte Shobhana, zu kümmern. Doch er ist sich nicht der Konsequenzen bewusst, die auf ihn zukommen. Chandini teilt er nichts von diesem Entschluss mit und schreibt ihr nur einen Brief, dass eine Beziehung nicht möglich sei und sie ihn vergessen solle. Doch so leicht lässt sich solch eine große Liebe nicht vergessen.
Nachdem sich Amit vom Tod seines Bruders langsam erholt hat, muss er immer wieder an Chandini denken. Die Erinnerungen verflogen ihn und lassen ihn nicht mehr los. Er verursacht einen Autounfall, und Shobhana verliert ihr Kind. Der Arzt Dr. Anand, der beide im Krankenhaus versorgt, ist inzwischen Chandinis Ehemann.
Als diese von dem Unfall erfährt und wer da im Krankenhaus liegt, besucht sie Amit. Ihre Liebe entflammt von Neuen. Es beginnt ein nervenaufreibendes Versteckspiel vor Freunden und vor Ehepartnern. Auf dem Holifest, an dem die gesellschaftlichen Regeln außer Kraft gesetzt werden, bekennt Amit sich offen zu seiner Liebe und flirtet mit ihr in aller Öffentlichkeit. Den jeweiligen Ehepartnern ist nun klar, dass ihr lange gehegter Verdacht sich bestätigt. Sie verlangen ein Ende der Affäre. Sie meinen, dass die Vergangenheit nichts weiter als eine süße Erinnerung bleiben und sich nicht mit der Gegenwart vermischen sollte. Für Shobhana ist es leichter, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Der Tod ist ein endgültiger Verlust und besser zu überwinden als die Liebe einer lebenden Person, bei der immer noch Hoffnung besteht. Amit hält diesen Druck und das Versteckspiel nicht mehr aus verlangt von Chandini eine Entscheidung. Sie wollen versuchen, ihre Liebe trotz der gesellschaftlichen Barrieren zu leben.
Er teilt Shobhana mit, dass er sie verlassen wird. Sie versucht natürlich ihn umzustimmen und an seiner Pflicht als Ehemann zu appellieren. Sie weiß, dass ihre Situation in der Gesellschaft ohne Ehepartner verheerend ist. Doch er macht ihr klar, dass ihre Ehe nur auf Grund eines Kompromisses und Mitleid geschlossen wurde.
Das Liebesglück findet jedoch kein zufrieden stellendes Ende. Amit und Chandini können sich nicht von den gesellschaftlichen und traditionellen Fesseln befreien. Man isoliert sie, lädt sie nicht gemeinsam zu Festivitäten ein oder trifft sich mit ihnen nur heimlich. Die Freunde versuchen, Amit umzustimmen, zu seiner Frau zurückzukehren. Sie haben keinerlei Verständnis für sein Handeln. Die Ehefrau ist gut, erfüllt ihre Pflicht und hat keine schlechte Angewohnheiten. Warum sollte er sie verlassen? Amit besteht darauf, sein Recht auf Selbstbestimmung zu nutzen, um das Leben zu führen, das er sich wünscht. Doch sein Freund widerspricht ihm und meint, dass dies nur Vagabunden und Heiligen möglich sei, aber keinem normalen Mann.
Bei der Feier einer goldenen Hochzeit werden Amit und Chandini unabhängig voneinander eingeladen. Während des symbolischen Hochzeitrituals entsteht in Amit der Entschluss, wieder zu seiner Frau zurückzukehren. Beide sehen ein, dass ihre Bemühungen vergeblich waren und keine gemeinsame Zukunft haben können. Schweren Herzens kehren sie wieder zu ihren Ehepartnern zurück.
„Silsila“ ist ein Triumph des sozialen indischen Konservatismus, in dem die Heiligkeit der Familie aufrechterhalten wird. Die moralische Verpflichtung lautet: „Du musst deine Braut lieben, die Vergangenheit vergessen, und Fehler müssen verziehen und vergessen werden.“ Obwohl der Film ein konservatives Ende hat, versucht er doch, die Gefühle und Ansichten beider Parteien darzustellen und sie zu verstehen. Einfühlsam beleuchtet er in poetischer Sprache die inneren Konflikte und die Gefühle, die sich für die Liebenden auftun. Der Film ist interessant, da er die Zustände der Gesellschaft widerspiegelt: die absolute Unselbständigkeit und Abhängigkeit der meisten indischen Frauen von ihren Männern. Trotz Ausbildung oder Universitätsabschluss wird auch heutzutage eine Frau in dieser Gesellschaft erst als vollwertiger Mensch betrachtet, wenn sie heiratet und Kinder bekommt. Scheidungen sind rar und gelten meist noch verpönt, da die Ehe als etwas Göttliches und Heiliges angesehen wird, das man nicht so einfach auflösen darf. Die Einheit und Heiligkeit der Familie muss auf Biegen und Brechen aufrechterhalten bleiben. Es ist nicht nur die finanzielle Unsicherheit, die Paare von einer Trennung abhält, sondern, wie es der Film deutlich zeigt, es sind vor allem die sozialen und verwandtschaftlichen Bindungen, die dem persönlichen Glück im Wege stehen. Individuelle Bedürfnisse und Wünsche werden zugunsten der Freunde und der Familie geopfert. Der Regisseur Yash Chopra stellt diese Regeln der traditionellen Gesellschaft in seien Filmen zum einen nicht in Frage, weil er selbst an diese Regeln glaubt, und zum anderen, weil er in seinem Kulturkreis sonst keinen Erfolg mit seinen Filmen hätte.
Der Film „Silsila“ ist aus zwei Gründen erwähnenswert. Zum einen spricht er das Tabuthema der außerehelichen Liebe an und zum anderen handelt er von der tragischen mehrjährigen Liebesaffäre zwischen der Schauspielerin Rekha und Amitabh Bachchan. Dieser war schon mit Jaya Badhuri verheiratet, als er Rekha am Set kennenlernte und sich bei ihrem zweiten gemeinsamen Film „Do Anjaane“ unsterblich in sie verliebte.
Sie trafen sich regelmäßig im Bungalow eines Freundes von Rekha und verbrachten viel Zeit miteinander. Sie versuchten zwar, die Affäre geheim zu halten, doch das gelang ihnen nicht. Eines Abends lud Jaya Rekha zum Abendessen ein und teilte ihr beim Abschied mit, dass sie Amitabh, ganz gleich was passiere, nie verlassen würde, und sie hielt Wort. Der Druck der Medien und Außenwelt auf das Liebespaar wurde immer stärker, Jaya appellierte an Amitabhs moralische Verpflichtung ihr gegenüber. Amitabh gab schließlich nach und beendete nach dem Film „Silsila“ seine Beziehung mit Rekha.
Wenn man den Film mit diesem Hintergrundwissen sieht, erscheint er einem doppelt so tragisch; die Hauptdarsteller spielen sich selbst, und deswegen wirkt der Film noch viel authentischer „Silsila“ zeigt nicht nur ihre seelischen Qualen und inneren Kämpfe, sondern auch das aussichtslose Unterfangen, in einer konservativen Gesellschaft trotzt zahlreicher Bemühungen miteinander glücklich werden zu können.