Shinya Tsukamoto's HAZE

Soljah
Haze



Regie: Shinya Tsukamoto

Land: Japan

Jahr: 2005

Laufzeit: 49 Minuten (Langfassung), 25 Minuten (Kurzfassung)

Darsteller: Shinya Tsukamoto, Kaori Fujii, Takahiro Murase, Masato Tsujioka, Takahiro Kandaka, Mao Saito

Story:

Zitat:

A man wakes up to find himself locked in a tiny, cramped concrete room, in which he can barely move. Why is he there and where did he come from? All we know is that he has a terrible stomach injury and is slowly bleeding to death. He begins to explore the narrow confines of his prison and crawls around the maze-like room, only to see a horrible vision of hell waiting for him at each end of the room.

Finally he gives up on the struggle and collapses in exhaustion. Then he begins to remember images from his past. Clinging to these images he creeps forward with the last ounces of his strength and meets a woman in a place that stinks of rotting corpses. The man and the woman both try to recall where they came from, but their memories are so uncertain that they are not even sure they want to return. The man is ready to give up but the woman insists on going forward. Neither of them can imagine the incredible end to the journey.



offizielle Website


Bilder









Wieder ein neuer Tsukamoto! fröhlich
Bisher hat mich jeder Film von ihm fasziniert, und wenn man seine Interviews sich anschaut, erhält meine einige Einblicke in seine philosphische Denkweise. Dies reizt mich sehr und machen auch seine Filme aus.Man kann regelrecht seine Entwicklung anhand seiner Filme nachvollziehen.
Am 22. Mai wird nun endlich die Langfassung in England erscheinen und man kann sich ihn schon bei play.com für knapp £12 vorbestellen.

Ich wusste jetzt nicht in welche Kategorie ich Haze stecken sollte, da er schon sehr blutig ausschaut, wenn man die Szenen im Trailer beachtet.


Blindedeye
Wow! Beklemmend...erinnert ein wenig an SH 4-The Room wo der Fuzzi auch in einer Wohnung eingesperrt ist! Gute Arbeit
Werd ich mir merken! Vor allem das letzte Bild...dermassen klaustrophobisch...boah... geschockt
DarkTNT
Die Bilder haben es schon in sich. Wuerd gern mal den Trailer sehen und die Seite besuchen, leider stimmt was mit deinem Link zur HP nicht Augenzwinkern
Soljah
Oh Freaky
Werde das mal schnell korrigieren Gute Arbeit
DarkTNT
Vielen Dank Freude
Wow was fuer ne schlechte Homepage Grins
Aber der Trailer gefaellt mir...sieht echt "beklemmend" aus^^
Soljah
Linx
wieso zum henker ist dieser film total an mir vorbeigerauscht?? das konzept erinnert in teilen zwar an oldboy, zumindest den beginn des films, aber hier scheint das ganze ja noch ausgefeilter zu sein. muss schauen ob ich mir den demnächst mal irgendwo herbeschaffe.
Soljah
Hat schon jemand die UK DVD und kann was zum Film sagen? smile
Halcyon
Ja, ich hab die DVD. Bild ist etwas grobkörnig, was aber wohl am Ausgangsmaterial liegt. Untertitel sind sehr gut und die Extras reichlich und interessant. Unter anderem gibt ein Making Of, welches zeigt, mit welch geringen Mitteln der Film geschaffen wurde. Review kommt morgen.
Soljah
Vielen Dank smile
Bin schon sehr auf das Review gespannt. Wieviel hast du für die Scheibe bezahlt?
Halcyon
19,49€ bei play.com smile
Halcyon
Hier noch mal für den passenden Thread die Review des Films.

Haze
Mit dem leisen "Vital" kam Shinya Tsukamoto scheinbar auf dem Höhepunkt seines Schaffens und seines Stammthemas, dem einzelnen Menschen in der hochtechnologisierten Stadt, an. Viele Leute fragten sich daher, in welche Richtung Tsukamoto wohl als nächstes gehen würde. Die Antwort lieferte er mit dem Kurzfilm "Haze".

Im Mittelpunkt von "Haze" steht ein namenloser Mann, gespielt von Tsukamoto persönlich. Ohne die geringste Ahnung, wie er überhaupt hier her kam, wacht er in einem dunklen, engen Raum auf. Klaustrophobisch enge Gänge, die kaum Bewegungsfreiheit bieten und mit tödlichen Fallen gespicht sind, bieten den scheinbar einzigen Ausweg. Langsam tastet sich der Mann durch das endlos erscheinende Labyrinth, begleitet von bedrückenden Visionen, die scheinbar aus der Hölle selbst zu stammen scheinen.

Das bedrückende Konzept von "Haze" nutzt Tsukamoto stilvoll und geschickt, um die Möglichkeiten des Digital Video Formats, unter vielen Cineasten immer noch misstrauisch begutachtet, zu verwenden und erforschen. Gedreht auf engstem Raum und in fast kompletter Dunkelheit, versetzt man sich als Zuschauer selbst schnell in die aussichtlos erscheinende Lage des Protagonisten. Wenn sich die namenlose Hauptperson qualvoll langsam durch erdrückend enge Gänge "schiebt", fühlt man das fast schon selbst. Doch es ist nicht nur der klaustrophobische Stil, welcher den Film so eindringlich macht. In einigen Stellen wird der Film gar richtig sadistisch, etwa wenn sich der Protagonist mehrere Minuten lang an einer metallenen Röhre entlang ziehen muss. Als Zuschauer fragt man sich die ganze Zeit über, was denn nun hinter all dem steckt, denn man weis nie mehr als der Protagonist selber.

Mit seinem konsequent schonungslosen Stil ist "Haze" in den ersten 40 Minuten ein eindringlicher Horrortrip. In den letzten 10 Minuten kommt es dann zur großen Auflösung, die definitiv nicht jedermann zufrieden stellen wird. Tsukamoto verlässt den bisher eingeschlagenen Pfad und lenkt die Story mit seinem Ende in eine ganz andere Richtung. Diese lässt zwar viel Platz zum interpretieren, dürfte gleichzeitig aber auch für viele enttäuschte Gesichter sorgen. Was dann jedoch bleibt, sind immer noch die Erinnerungen an 40 erdrückend dunkle Minuten, die wohl nicht jeder Regisseur mit geringem Budget so überzeugend hingekriegt hätte. Tsukamoto bleibt eben Tsukamoto. Mit seinen Filmen hat er etwas zu sagen und beschränkt sich dabei nicht nur auf den oberflächlichen Horror. Das war schon bei "Tetsuo" der Fall und hat sich bis heute nicht geändert. Ob das diesmal jedoch der richtige oder der falsche Weg war, muss jeder für sich selbst entscheiden.

"Haze" wurde ursprünglich in 24 Minütiger Form auf diversen Festivals präsentiert, auf DVD erscheint der Film in einer erweiterten 49 Minuten langen Fassung.
Soljah
REM veröffentlicht Haze am 20.10 in Deutschland! Yes! Gute Arbeit fröhlich
misteryboy90
kann mir einer von euch sagen,wie der film ist?
also ist der gut oder eher mies?wie viele punkte würdet ihr dem film geben?
kriege den nämlich vllt zu weihnachten...
DarkTNT
Leider noch nicht gesehen Augenzwinkern
misteryboy90
aber irgendeiner wird in doch hier gesehen haben,oder täusche ich mich da?? großes Grinsen

würde mich echt interressieren,wie die leute,die den film geguckt haben,den film finden...also enttäuscht mich nicht und antwortet Grins
thx im voraus
Soljah
weiter oben gibt es doch ein kleines Review Augenzwinkern
misteryboy90
Zitat:
Original von Soljah
weiter oben gibt es doch ein kleines Review Augenzwinkern

ja,ok das stimmt...aber ich wollte noch ein,zwei weitere persönliche meinungen über den film hören(lesen)...
hast du den film denn eig schon gesehen?
Hainz
Ich habe den Film und werde den demnächst ansehen. Ich gebe dann Bescheid wie er mir gefallen hat.
Lago
Ohne Erinnerung erwacht ein Mann (Shinya Tsukamoto) in einem beklemmenden Betonlabyrinth. Wo befindet er sich? Wie ist er hierher geraten? Wer steckt dahinter? Und wie kommt er aus diesen dunklen Katakomben wieder heraus? Zudem ist er verwundet und kann sich kaum aufrichten, die Decken und Wände lassen nur wenig Platz. Tastend bahnt er sich seinen Weg ins Ungewisse und trifft schliesslich auf eine Leidensgenossin (Kaori Fujii). Gemeinsam versuchen sie dieser Hölle zu entfliehen.

Haze wirft den Zuschauer direkt ohne lange Einführung ins Geschehen und versetzt ihn mit in die Lage des Mannes, der ohne Erinnerung in einem Betonlabyrinth aufwacht, welches so eng ist, dass er sich nur kriechend fortbewegen kann. Dazu kommt, dass er schwer am Bauch verletzt ist, unter Halluzinationen oder Wahnvorstellungen leidet, orientierungslos im Dunkeln tappt und von einer engen Falle oder "Hölle", wie es im Making of heisst, landet. Was erwartet nun den Zuschauer? Auf den ersten Blick denkt man vielleicht an einen weiteren Horrorschocker a la Saw, Hostel oder Cube. Das enge, dunkle Verlies, die Fallen, das ganze Blut und die zig zerhackten Leichenteile. Doch wer schon andere Filme von Regisseur Shinya Tsukamoto gesehen hat, weiss sicherlich, dass er sehr experimentell vorangeht und immer irgendeine besondere Absicht hat und eine Botschaft vermitteln will. Die Thematik von Haze knüpft an der von Tsukamotos Vital an, in dem die Kamera sprichwörtlich in das Innere des menschlichen Körpers taucht und den Geist bzw. das Bewusstsein des Menschen aufgreift. Mit Haze, so sagt Tsukamoto, wollte er das Bewusstsein noch einmal verdeutlichen und zwar mit der Unbestimmtheit des Bewusstseins. Das Ende lässt dann noch etwas Freiraum für den Zuschauer, um den Film zu interpretieren und die eigene Auffassung wirken zu lassen. Wenn man während des Films aufpasst und auf die Dialoge achtet und dann mit den abschliessenden Bildern verarbeitet, so kann man zu dem Entschluss kommen, dass man schlimme Erlebnisse vergessen, die Vergangenheit Vergangenheit lassen und ein neues Leben beginnen soll (so sehe ich es). Shinya Tsukamoto ist schon ein besonderer Regisseur und hier auch Schauspieler zugleich. Er dreht wahrlich keine leichten Mainstream-Filme, sondern konfrontiert den Zuschauern mit schockierenden Bildern, aber auch mit Absichten zum Nachdenken anzuregen. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn Haze ein kompletter Horrorthriller geworden wäre. Das vorliegende Ergebnis hat mich aber äusserst positiv überrascht. Empfehlen kann ich den Film eher Leuten, die schon wissen auf was sie sich einlassen. Soll heissen, Fans von Tsukamoto und experimentellen Filmen aus Fernost.

9/10

Original mit Fotos und DVD-Review: http://asianfilmweb.de/filme/h/haze.php