Also ich habe den Film mir angesehen - und zwar, weil es ein Frank Oz (Yoda himself!) Film ist! Und der hat mich noch nie enttäuscht! Ich finde, dass das Homosexellen-Thema hier auf der einen Seite sehr "erwachsen" angegangen wird, es auf der anderen Seite auch viele Lacher gibt. Aber nicht ÜBER das Schwulsein wird gelacht, sondern MIT.
Im Oscar-Thread hatte ich geschrieben, dass ich mit Filmen mit küssenden Männern nichts anzufangen weiss. Das war wohl - nachdem mir dieser Film wieder von Samo ins Gedächtnis gerufen wurde - nicht gut genug formuliert. Sagen wir es so: einen schwulen Porno würde ich nicht sehen wollen. Einen Film, der das Thema hat, aber schon. Eine platte Komödie würde mich aber genausowenig überzeugen wie einseitiges Pro-Schwulsein-Geschreie. Wenn man dieses Thema sensibel, klug und kritisch angeht (wie in diesem Film geschehen), erfährt man auch einiges über sich selbst, seine Vorurteile und seine eventuelle Homophobie.
Aber: man sollte wirkliche homophobe Menschen nicht sofort angreifen á la "Du Idiot hast doch nur Vorurteile!" Es ist doch viel produktiver, wenn man hinterfragt, wo das herkommt. Gerade in Zeiten, in denen das Wort "schwul" nicht mehr in Foren durch Sternchen zensiert wird, sind sich bestimmt viele gar nicht bewusst, dass sie mit "**********" und ähnlichen Ausdrücken andere verletzten. Letztenendes findet jeder irgendwann einmal heraus, dass es wirklich schei$$egal ist, ob schwul oder straight oder anders - was zählt ist der Mensch. Niemand definiert sich ausschließlich über seinen Geschlechtstrieb (wenn man manche Talkshows ansieht, anscheinend traurigerweise doch). Es ist zwar interessant zu erfahren, wer's bei wem reinsteckt, sagt aber gar nichts über den Menschen selbst aus...
Homophobie wird auch im Film kultiviert: Nehmen wir mal "Today you die" mit Steven Seagal. Wenn Mr. Seagal jeanden als minderwertig bezeichnen will, dann fallen Worte wie "**********". Genauso wie im "richtigen Leben": Wenn jemand anders ist, nicht dazu gehört (zu den coolen Leuten), dann ist der schwul. Ist irgendeine Sache (und Dinge sind bekanntlich geschlechtslos) nicht gut ist, dann ist das ein "schwules Ding" usw...
Das Schlüsselwort dabei ist Konvention. Ein Großteil der Gesellschaft benutz soche Wörter nur, weil es eben üblich ist bzw. weil man es gewöhnt ist. Wenn wir irgendwann einmal diese alten (und albernen) Angewohnehiten ablegen und bereit sind, die Menschen so zu akzeptiern, wie sie sind, dann haben wir in unserer intellektuellen und geistigen Evolution einen Schritt nach vorne getan...[Moralmodus: Aus]
Back 2 Topic:
Diesen Film kann sich wirklich jeder ansehen. Und es loht sich! Man bekommt einen lusitgen Film geboten, angefüllt mit tragischen Weisheiten und Wahrheiten. Es wird niemand angegriffen, weder homo- noch heterosexuelle Lebenweisen werden favourisiert. Und die Besetzung kann sich sehen lassen. Außerdem hat in dem Fim Matt Dillon den Oscar gewonnen! Fank Oz hat bewiesen, dass er nicht nur ein begadeter Muppet-Master ist, sondern dass ein erstklassiger Top-Regisseur in ihm steckt, der seine Schauspieler hervorragend zu Höchstleistungen inspiriert!
Und: so habt ihr Tom Selleck noch nie gesehen