hm, im großen und ganzen gibt’s nichts zu meckern: thema wichtig, schauspieler namhaft, drehbuch ok, nicht herausragend, aber gut, bei score und schnitt hätte ich (vor allem bei letzterem am anfang) vielleicht manche dinge anders gemacht (vielleicht achtet man aber auch einfach nur überkritisch drauf, wenn einem das wort ‚debutfilm’ durch den hinterkopf fleucht. das unter berücksichtigung genommen, ist auf jeden fall sehenswert, was henkel von ihrwisstschon da auf den weg gebracht hat), aber alles im irgendwie gegrünten bereich.
und doch... ich will’s mal den viel besungenen
citizen kane-effekt nennen, den ich bei diesem film zwar nicht empfunden habe, aber beim
leben der anderen habe ich plötzlich verstanden, was die
kane-kritiker wohl damit immer sagen wollten: die identifikationsfigur ist mir abgegangen. auch wenn ich sagen möchte, dass die schauspieler sicher gut geschauspielert haben, hätten mir ihre figuren nicht egaler sein können. ich habe immer auf wiesler gewartet, weil mir mühe mit abstand am besten gefiel, aber auch bei der veränderung seines charakters kam nichts wirklich handfestes.
SPOILER (Zum lesen den Text markieren!)
einmal die buchung der properen prostituierten, zweimal das abrupte umschwenken, dreymann nun doch nicht auszuliefern und schließlich hängt er selbst so tief drin, dass er den autor decken muss, um nicht selbst dem strick zu begegnen. SPOILER ENDE
alles in allem eine hübsche geschichtsstunde, die mich aber nicht ansatzweise so stark mitreissen konnte wie bspw
todesspiel (ach, der koch spielt da ja auch mit).
und nachdem ich
das leben der anderen jetzt nun auch gesehen habe, darf ich wohl auch wissenderweise sagen (wars im oscarthread?), dass mich schon nervt, dass immer die ‚gleiche’ art deutschen films internationale wirkung erzielt, was eben sicher auch an der gewissen überrepräsentation und -produktion (finstere stunden in deutscher geschichte gehn halt immer, ne?) liegt. natürlich ist das stasi-thema insofern wichtig, als dass dieser teil deutscher geschichte noch nicht so deutlich ausgelechtet wurde, aber in was unterscheidet sich das nun darüber hinaus von filmen, die das 3. reich aufarbeiten? man geht immer noch mit dem gleichen ernst an die sache ran (aber vielleicht ist der deutsche humor einfach so schlecht wie sein ruf?). diese filme haben sicherlich irgendwo ihre daseinsberechtigung, auch wenn ich mich schon frage, ob man immer neue filme braucht oder ob es nicht auch reichen würde, sich einfach mal nen älteren auf dvd zu gönnen.
von der qualität her war die nominierung für den auslands-oscar sicher gerechtfertigt, ob der sieg auch zwingend war, lass ich jetzt mal offen.
| Zitat: |
Original von Professor Chaos
dass es zwischen den beiden während des drehs schon spannungen gegeben haben soll, halt ich mal für ein gerücht |
wäre das denn so schlimm? man kann sich ja nicht mit jedem verstehen. und um ehrlich zu sein, wusste ich vor zwei wochen davon noch gar nichts, aber sogar mir ist aufgefallen, wie doch recht hörbar h.v.d. gedeck bei seiner dankesrede überging. wenn sich die beiden nicht verstanden haben, würde er dabei für mich sogar noch menschlicher wegkommen - wie gesagt kann man ja nicht jeden mögen. auch dass man lieber seine frau mitnimmt, ist natürlich legitim bzw. sag ich mal: ansichtssache, da die 'wichtigste' filmverleihung der welt im leben eines filmschauspielers unter umständen einen ganz anderen stellenwert hat, als in dem von 'normalen' menschen, auch wenn sie mit regisseuren verheiratet sein mögen.
...und jetzt geh ich am besten schon mal in deckung
edit
ach je. jetzt hab ich glatt mein highlight vergessen: die ablösung; dessen "sehr guter" bericht inklusive interpretation war ganz großes kino.