Hontô ni Atta Kowai Hanashi: Onryou

Morty
Hontô ni Atta Kowai Hanashi: Onryou



Daten zum Film:

Genre:-----------------> Horror

Originaltitel:------------> Hontô ni Atta Kowai Hanashi: Onryou Gekijô-Ban

Internationaler Titel:--------------> nicht vorhanden

Alternativtitel:---------------> Onryou

Herstellungsland:-------------> Japan

Erscheinungsjahr:------------> 2004

Regie:-------------------> Kiyoshi Yamamoto

Kinostart Japan:-------------> 27.03.2004

Link zur IMDb:------------------> nicht verfügbar


Daten zur DVD:


Label:--------------> Broadway

Ländercode:--------------> 2

Anzahl der Discs:--------------> 1

Laufzeit:---------------> ca. 85 Minuten NTSC

Bildformat:--------------> 1,33:1 Fullscreen (Letterboxed)

Tonformat:-------------> Japanisch Dolby Digital 2.0

Untertitel:------------> keine

Extras:------------------> Making Of, Tag der Premiere

Special Features:--------------> keine

Erscheinungsdatum:----------------> 04.06.2004 in Japan

Preis:--------------------> 3800 Yen (=> hierzulande ca. 45 €)


Meine Meinung

Wie The Jurei ist auch Onryou eine Kinoproduktion, die es leider nicht schafft, über den Level einer mittelmäßigen Direct-to-Video-Produktion hinauszusteigen. Allerdings ist Onryou im knallharten Duell gegenüber dem so grauenhaften The Jurei, der sozusagen auf ganzer Linie enttäuschte und zudem äußerst dilletantisch daherkam. Der mir vorliegende Film erschien im Rahmen der großen Horror-TV-Serie Hontô ni Atta Kowai Hanashi, welche Anfang der 90er Jahre durch Horrorregisseur Norio Tsuruta eröffnet wurde. Der Erfolg des zuletztgenannten Films, den ich im Übrigen nicht nachvollziehen kann (mehr dazu irgendwann...), brachte viele bekannte Genreregisseure auf den Plan, die nach dem gleichen Schema vorgingen.



Darunter z.B. auch Hideo Nakata, der 1992 in Zusammenarbeit mit Produzent Hiroshi Takahashi für den Sender Asashi drei Episoden mit dem voll umfassenden Titel The Haunted Inn beisteuerte (Review folgt!). Neben unzähligen Episoden und Staffeln brachte man u.a. zwei Theatrical Features auf Zelluloid: Hontô ni Atta! Noroi no Video - The Movie 1 & 2 - beide wurden von Regisseur Koji Shiraishi vor einigen Jahren inszeniert. Monatlich erscheinen von der TV-Serie immer einige Episoden in Japan auf DVD. Oftmals werden sogenannte Specials herausgegeben, teilweise Compilations, die diverse Episoden beinhalten. Bis heute sind in Japan über 40 DVDs dieser 14 Jahre alten Serie erschienen.



Onryou ist nicht nur der Filmtitel, sondern auch der japanische Fachbegriff für die Art von Geist, um den es hier u.a. geht. Als populärstes Beispiel könnte man an dieser Stelle zweifelsohne Kayako aus Takashi Shimizu's Ju-On: The Grudge 1 & 2 anführen. Markenzeichen dieser Geister sind auffällig spastische Bewegungen, die durch starkes Verkrampfen der Muskeln verursacht werden. In den meisten Fällen wurden die Betroffenen grauenhaft gequält und später auf sicherlich nahezu sadistische Weise umgebracht. Im alten, traditionellen Horrorkino Japans gab es dieses Phänomen noch nicht, sondern gehört zu den modernen Elementen des angesprochenen Genrekinos.



Kiyoshi Yamamoto, der bisher im Horrorkino Japans nicht in Erscheinung getreten war, liefert mit Onryou einen den Umständen entsprechenden, interessanten und teils gruseligen Film ab, dem es offensichtlich klar am Geld mangelt. Wie ich oben ansprach, vermittelt der Film eher den Eindruck eines Direct-to-Video-Films, die dafür typische Optik wird ohne Zweifel deutlich. Der Film besteht aus fünf unzusammenhängenden Episoden, in denen überwiegend junge Schauspieler aktiv sind. Laut meinen Infos handelt es sich dabei um japanische Popstars, kann dafür allerdings keine Garantie geben. Natürlich sind die jeweiligen Leistungen nicht meisterlich, bewegen sich aber doch im ordentlichen Bereich.



Was ich an japanischen DtV-Horrorfilmen schätze (jep, den Film packe ich jetzt unfreiwillig darunter) ist ihr konstant düsterer Ton. Ein gewisser Herr Shiraishi hatte mich schon in den ersten Sekunden seines Ju-Rei: The Uncanny ins Schlottern gebracht. Die Filme sind knallhart und ziehen ihre eiskalte und zutiefst verstörende Atmosphäre bis zum bitteren Ende durch. Vollkommend unlustig wird einem das nackte Grauen ohne Atempause vor die Linse geknallt. In Filmen wie diesem gibt es frei gesagt nicht sonderlich viel Musik, die den Betrachter eventuell dazu verleiten könnte, sich den den alptraumhaften Bildern ablenken zu lassen. Die akustische Untermalung besteht in 80% der Fälle, wenn überhaupt, aus unheimlich und angsteinflößenden Geräuschen.



Leider kann ich nun nicht mehr tun, als über die einzelnen Episoden zu berichten, da mir schlicht und ergreifend weitere Hintergrundinformationen fehlen. Im Hinblick auf Grusel oder Sonstiges äußere ich mich in den Kurzbesprechungen...

Episode 1: The Night Watchman (bzw. Guard at Midnight)
Lauflänge: ca. 17 Minuten

Kurzzusammenfassung: Während der Nachtschicht wird ein junger Mann des Sicherheitspersonals Opfer von grauenhaften Vorkommnissen. Unheimlich Geräusche dringen aus dem Duschraum, die ihn dazu bewegen, den Raum zu betreten. Was er nicht weiß: Jeder den den verfluchten Raum betritt wird ihn lebend nicht mehr verlassen können...

Die Eingangsepisode gestaltet sich leider als durchschnittlich. Es dauert Minuten, bis man an den eigentlichen Ort des Geschehens geführt wird. Nachdem der Sicherheitsmann den Duschraum betreten hat, wird langsam aber sicher Spannung aufgebaut, teilweise unterbrochen durch unerwartete Schocks, die mit extrem unheimlichen Soundeffekten nochmals verstärkt wurden. Voller Grusel kommt leider nie richtig auf, allerdings gewinnt die Episode durch die männlichen Geister, die im modernen Japan-Horror-Kino übrigens gar nicht mal oft vertreten sind, enorm an Boden. Da hätte man aber viel mehr draus machen können!!!!

Wertung: 5,5/10 Punkte



Episode 2: Rolling Heads
Lauflänge: ca. 10 Minuten

Kurzzusammenfassung: Eine Frau bildet sich auf ihrem üblichen Nachhauseweg eines nachts ein, von einer mysteriösen weißen Frau verfolgt zu werden. Meter für Meter scheint Einbildung in Realität umzuschlagen, in der sie dem blanken Terror der weißen Frau ausgesetzt wird...

Diese Episode hat bei mir mächtig gepunktet!! Leider gehört sie den den kürzesten Episoden, dafür aber auch zu den Gruseligsten. Im ersten Moment wird der Zuschauer bereits mit der Frau, sowie mit der mysteriösen (Geister)Frau, konfrontiert. Wären die Momente, in denen der weibliche Geist scheinbar hinter der Frau für kurze Momente auftaucht, nicht schon grausig genug, so setzt der Regisseur einen drauf und bringt den weiblichen Geist für Minute zu Minute mehr ins Spiel hinein. Die Arme wird höllisch terrorisiert und der Zuschauer bekommt wieder einmal in bester Manier vorgeführt, wie sich ein vernünftiges Ebenbild Kayako's zu benehmen hat. Neben der unglaublichen Spannung ist diese Episode sogar mächtig abgedreht, immerhin schleppt der weibl. Geist mehrere an einer Schnur zusammengebundene Köpfe mitsich... Neben Episode 5 die beste des ganzen Films. Gibts nicht viel an Punkten abzuziehen.

Wertung: 9/10 Punkte



Episode 3: What a Undertaker saw
Lauflänge: ca. 20 Minuten

Kurzzusammenfassung: Nachdem Tod ihres Vaters wird eine Familie von einem Vertreter besucht, der Einzelheiten zur Beerdigung absprechen möchte. Allerdings verhalten sich die Familienmitglieder äußerst merkwürdig, und als der Vetreter sich auch noch einbildet, den toten Vater hinter ihm stehen zu sehen, nimmt das Drama seinen Lauf. Einer nach dem anderen kommt auf seltsame Weise zu Tode...

Der besprochene Kurzfilm bekommt gerade noch so die Kurve. Die ersten Minuten dachte ich "um Gottes Willen, dass werden die längsten Minuten meines Lebens". Zum Glück häufen sich gegen Mitte der Laufzeit viele gruselige und haarsträubende Szenen, sodass man hiermit wenigstens etwas Horrorspaß bekommen kann. Ansonsten nicht weiter auffällig.

Wertung: 6/10 Punkte



Episode 4: The Ear (bzw. Eardrum Transplant)
Lauflänge: ca. 21 Minuten

Kurzzusammenfassung: Nach einer gelungenen Operation am Trommelfell kann eine junge Frau glücklicherweise wieder hören. Doch mit der Zeit hört sie Stimmen und Geräusche, die andere nicht hören können. Prompt wünscht sie sich den Zustand als Taube zurück... doch es gibt kein Zurück...

Im Grunde genommen geniale Idee, bedient sich der Regisseur an Elementen aus dem HK-Horrorfilm The Eye und überträgt diese auf das menschliche Gehör. Leider passt die Umsetzung nicht ganz und ansatzweise funktionierenden Grusel bekommt man auch eher gegen Ende geboten. Eine unauffällige Episode mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin. Hier hätte man wiederum viel mehr bieten müssen, können, sollen.

Wertung: 6/10 Punkte



Episode 5: Young Girl in the Elevator
Lauflänge: ca. 14 Minuten

Kurzzusammenfassung: Eine Frau wird im Aufzug am Abend von einem Geistermädchen angegriffen und entkommt. Doch leider verfolgt sie der Geist... über den Flur... in ihre Wohnung... und das längst nicht mehr alleine...

Nun ja, storymäßig gibt es hier nichts allzu Großartiges, zudem wurde mehr oder weniger von Ju-On und Dark Water geklaut, allerdings ist die Episode neben der Zweiten die Beste des kompletten Films. Leider von der Lauflänge ziemlich kurz, bekommt der geneigte Horrorfan creepy Geistermädels in schaurigen und einfallsreichen Momenten geboten. Mehr kann man von einem Film dieser Länge und fehlender Story nicht erwarten.

Wertung: 8/10 Punkte



Die DVD

Meine Meinung basiert auf der ungeschnittenen DVD von Broadway, die sämtliche Episoden und Features der Serie in Japan veröffentlichten. Präsentiert wird der Film in seinem Originalbildformat 1,33:1 Fullscreen (Letterboxed). Ganz ehrlich: Ich hatte noch nie eine DVD, wo die Bildqualität so dermaßen schwankt. Die Qualität in den ersten beiden Episoden ist unter aller Sau, klar ausgedrückt. Neben dem eher dunklen Kontrast bekommen wir unwahrscheinlich viel Grobkörnigkeit zugemutet. An einigen Stellen muss man wirklich genau hinsehen, um etwas erkennen zu können. Ab Episode 3 wird das Bild aber immer besser. In der Vierten ist das Bild sogar schon richtig gut und lässt ein viel angenehmeres Filmschauen zu. Auf die Ohren bekommen wir den original japanischen Track in Dolby Digital 2.0. Der Ton ist gut, aber von einem Film solchen Kalibers darf man nicht viel erwarten. Allerdings ist ein gewisses Rauschen weiterhin zu vernehmen.

Als Zusatzmaterial hatte ich ursprünglich höchstens einen Trailer erwartet, wurde letztendlich aber überrascht. Man hat neben einer schönen Kapitelauswahl auch einen 17-minütigen Clip rund um den Premierentag. Regisseur sowie Schauspieler geben vor dem Publikum Kommentare ab, und ein bisschen Show ist auch noch dabei. Im Anschluss danach bekommen wir sogar noch ein rund 4 Minuten langes Making Of geboten. Es ist sehr interessant zu sehen, mit welchen Kameras dieser Film gedreht wurde. Diese hatten im Grunde genommen die Größe eines Camcorders und wurde simpel an eine Teleskopstange befestigt. Ebenso überraschend ist die geringe Anzahl an Leuten, die sich am Set aufhalten. Mehr als 20 Personen waren dies auf keinen Fall! Die DVD kommt in einer üblichen Amaray-Hülle, bietet keine englischen Untertitel und kostet 3800 Yen.

Wertung:

Bild -> 6/10 Punkte
Ton -> 7/10 Punkte
Untertitel -> -
Extras -> 5/10 Punkte

Abschliessende DVD-Gesamtwertung: 6/10 Punkte!


Fazit

Einigermaßen überzeugender Horrorfilm aus Japan, der sich nichtsdestotrotz haarscharf an der Grenze bewegt. 6,5/10 Punkte - und daher durchaus empfehlenswert!