Ich habe "The Reaping - Die Boten der Apokalypse" heute im Kino gesehen und eigentlich war es mir schon von vornherein klar, dass ich den Film gut finden würde. Wochen hat er die Nummer eins meiner Most Wanted Liste angeführt, jetzt spielt er in der oberen Liga meiner bisherigen Highlights 2007 mit. "The Reaping" ist ein sehr spannender Film mit guten Effekten, sehr guten Schauspielern und einer genialen Grundidee, die sehr schön umgesetzt und in Szene gesetzt wurde.
Katherine Winter (Hilary Swank) hat eine schwierige und traurige Vergangenheit, die ihr den Glauben an Gott kostete. Als sie als Missionarin im Sudan tätig war, würde ihre Tochter sowie ihr Ehemann ermordet. Nun arbeitet sie als Professorin an einer Universität und versucht, religiöse Geschehnisse mit der Wissenschaft zu belegen. Doug (David Morrissey) bittet Katheine, in ihr kleines Dorf zu kommen, weil dort der Fluss auf rot ist, für die Bewohner unerklärlich.. Zunächst möchte sie ablehnen, doch als Katherine erfahrt, dass ein junges Mädchen, Loren McConnell (Anna Sophia Robb) beschuldigt wird, dieses getan zu haben, reist sie mit ihrem ehemaligem Assistenten Ben (Idris Elba) los, um das Phänomen zu untersuchen. Der Fluss ist rot, Frosche sterben, Vieh verendet, Insekten tauchen auf. Doch Katherine meint immer noch, dass es für jede Plage eine wissenschaftliche Erklärung gibt. Doch die religiösen Dorfbewohner wollen das Kind töten, weil sie es für die Plagen verantwortlich machen. Katherine jedoch sieht alles anders und versucht alles, um hinter die Ursachen der Plagen zu kommen.
Das alles hört sich im ersten Augenblick vielleicht nach einem Film an, in dem es um religiöse Fragen geht. Doch "The Reaping" ist so viel mehr. Er ist ein spannender Mysterythriller mit einer tollen Atmosphäre, der die biblischen Plagen als Hintergrund hat.
Schauspielerisch ist "The Reaping" auf sehr hohem Niveau. Bei den Nebenrollen angefangen: Idris Elba als Ben fand ich gut. Er spielte seine Rolle überzeugend, auch wenn er nicht viel zum Film beiträgt. Ebenso erging es mir bei David Morrissey, der Doug spielt. Seine Rolle ist wichtiger, umso überzeugender spielt er. Beide Schauspieler habe ich noch in keinem Film gesehen, also nicht bewusst.
Sonst hat der Film geballte Frauenpower. Anna Sophia Robb spielt mit ihren gerade einmal dreizehn Jahren eine gigantische Rolle, wie sie die Großen nicht besser und überzeugender spielen können. Sie spielt ihre Rolle als böses Mädchen perfekt, fast schon unheimlich. Ihr Blick hat bei mir fast eine Gänsehaut verursacht. Nachdem Anna Sophia Robb in "Die Brücke nach Terabithia" ein liebes Mädchen gespielt hat, spielt sie nun in "The Reaping" das genaue Gegenteil, jedoch noch überzeugender. Aus ihr könnte eine richtig gute Schauspielerin werden und ich freue mich, in Zukunft noch mehr von ihr zu sehen. Schade, dass sie in “The Reaping” nicht so viele Auftritte hatte, zudem sehr wenig Dialog. Dennoch was sie vollkommen überzeugend.
Dann ist da noch Hilary Swank in der Hauptrolle als Katherine Winter. Was soll man zu dieser Frau noch sagen? Sie spielt perfekt, vollkommen überzeugend, außerdem sieht sie in diesem Film einfach fantastisch aus. Swank hat bereits zwei Oscars gewonnen, vollkommen gerechtfertigt, da sie jede Rolle mit einer solchen Perfektion spielt, ob in Dramen wie "Million Dollar Baby" und "Boys don't cry", beides sehr dramatische Rollen, oder "Freedom Writers", sowie in Unterhaltungsfilmen wie "The Core - Der innere Kern" oder jetzt gar in Horrorfilmen wie "The Reaping". Viele fragten sich, wieso Hilary Swank in einem solchen Film mitspielt, aber es ist nicht einfach eine Rolle in einem normalem Horrorfilm, wie es viele denken. Die Rolle ist, so wie der ganze Film, sehr anspruchsvoll und intelligent, und das verschaffte Swank für mich eine der überzeugendsten Rollen in einem Horrorfilm der letzten Zeit.
"The Reaping" ist sehr spannend. Während sich die Story im Verlauf des Films immer weiterentwickelt, steigt auch die Spannung von Minute zu Minute konstant an, bis sie im letzten Drittel explodiert und dem Zuschauer nicht mehr aus seinem Bann lässt.
Auch wenn der Film etwas braucht, bis er richtig spannend wird, wird er nie langweilig. Die Geschichte ist sehr interessant und wird packend erzählt, der Unterhaltungswert ist konstant hoch, die Atmosphäre sehr düster.
Die Atmosphäre ist zwar den ganzen Film über sehr düster gehalten, aber auch sie wird von Minute zu Minute dunkler und packender. Es ist fantastisch, was zum Ende hin für eine Atmosphäre aufkommt. Zu der düsteren Atmosphäre dienen auch die teilweise etwas drastischen Bilder. Denn in “The Reaping” wird wenig verschont, nichts wird verharmlost, im Gegenteil, alles wird ziemlich drastisch und genau dargestellt, was manchmal schon ziemlich extrem ist.
Das Thema rund um die zehn Plagen ist sehr interessant. Ich kenne jetzt nicht alle Einzelheiten, auch nicht durch den Film, obwohl dieses kurz erwähnt werden, aber insgesamt ist dieses Thema sehr interessant und es freut mich, einen Film darüber gesehen zu haben, denn es ist ja nicht so, dass ich vorher noch nie etwas darüber gehört hätte. Ich werde mich in Zukunft bestimmt etwas mehr mit diesem Thema beschäftigen, da es sehr interessant ist.
Die Plagen, sei es das Blutwasser, das sterbende Vieh, bis hin zu den Heuschrecken und der Dunkelheit (und noch anderen), sind allesamt sehr gut umgesetzt. Die Handlung rund um die Grundgeschichte ist auch sehr interessant, ohne jetzt zu weit auf den Film eingehen zu wollen. Es ist faszinieren, wie einige Effekte wohl zu Stande gekommen sind.
Wo ich schon bei den Effekten bin. Hier habe ich einen kleinen, minimalen Kritikpunkt. Hier und da hat man einem Effekt angesehen, dass er aus dem Computer kommt, so sehe zumindest ich es. Das hat mich aber kaum gestört. Sonst sind die Effekte echt klasse, ob es die aus dem Computer sind oder so geile Szenen wie der rote Fluss.
Dann möchte ich noch schnell auf die Kamera und die Kulissen eingehen. Die Kulissen wurden allesamt perfekt ausgewählt. Haven, das kleine Dorf, scheint die perfekte Idylle, die Ruinen sehen klasse aus, die Wälder sind fantastische Schauplätze, ebenso der Fluss und seine Umgebung. Alles sieht sehr bedrohlich und bedrückend aus, die Atmosphäre ist einfach fantastisch. Die Kamera hat ebenfalls gute Arbeit geleistet. Es gab ein paar Einstellungen, die fand ich etwas Merkwürdig, zum Beispiel am Anfang im Auto, aber nachher gab es einige Szenen, die sehr gut eingefangen wurden. Die Unterwasserszenen, die Blickwinkel am Ende… Teilweise eine echt schöne Arbeit.
Der Score ist mir leider nicht im Kopf hängen geblieben, also wird er wohl nicht so auffällig gewesen sein, dass er in meinem Kopf haften bleibt, schade eigentlich.
Fazit:
“The Reaping” ist ein anspruchsvoller und intelligenter Mysterythriller, der sehr spannend ist und von der ersten Minute zu überzeugen weiß. Die Schauspieler sind für einen Horrorfilm sehr gut ausgewählt, vor allem Hilary Swank und Anna Sophia Lobb, da die beiden wirklich fantastisch spielen. Die Geschichte rund um die biblischen Plagen ist sehr interessant und wurde in einem packenden und spannenden Film umgesetzt.
9/10