burtons
Vital
Land: Japan
Herstellunsjahr: 2004
Genre: Drama
Regie: Shinya Tsukamoto
Drehbuch: Shinya Tsukamoto
Cast: Tadanobu Asano, Nami Tsukamoto, Kazuyoshi Kushida, Kiki, Jyun Kunimura
Plot:
Nach einem Autounfall hat der Medizinstudent Hiroshi Takagi (Tadanobu Asano) nur noch einen gestörten Gedächtnis von seiner früheren Umgebung und seiner Bekanntschaft. Er sucht nach Antworten die jedoch in Form von Flashbacks zu ihm zurückkehren. Während einer Autopsie entdeckt er das der von ihm zu sezierende Körper in der Studienklasse seine frühere Freundin ist, die bei dem gleichen Autounfall im Wrack verstarb.
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Ich hatte leider noch nicht die Möglichkeit gehabt den Film zu sehen, aber er reizt mich schon sehr.
Shinya Tsukamoto ist ein sehr talentierter Regisseur der das schon desöfteren eindrucksvoll bewiesen hat: z.B. mit den beiden
Tetsuo - Streifen,
Tokyo Fist und eben den mit guten Kritiken gelobten
Vital.
Hauptdarsteller
Tadanobu Asano, der von vielen als eine Mischung aus
Toshiro Mifune und
Johnny Depp bezeichnet wird, ist ein weiterer Faktor für den Reiz des Filmes. Der Jungschauspieler dürfte den meisten als Hattori Genosuke aus
Zatoichi und Kakihara bei
Ichi-der Killer bekannt sein.
Falls jemand die Möglichkeit hatte den Film schon zu sehen wäre ich (und wahrscheinlich auch andere) für eine Review sehr dankbar.
Soljah
möchte schon sehr lange diesen film schauen, aber bin bisher nie dazu gekommen mir ein import zu holen. es kommen immer andere filme dazwischen
allerdings ist für mich tadanobu asano das größte plus an dem film und ich werde nun endlich mal zusehen, dass ich den film bekomme
habe bisher auch nur postivies von dem film gehört
Soljah
Gestern war es endlich soweit
Erstmal muss ich sagen, dass diejenigen, die einen Film mit ekeligen Autopsien oder Effektgewitter erwarten, lieber von dem Film wegbeleiben sollten, denn Vital ist ganz Tsukamoto untypisch sehr ruhig. Vital war zum Glück genau das, was ich erwartet hatte, dass Tsukamoto sich nach Tetsuo, Hiruko und Tokyo Fist etwas beruhigt hat (was er auch im Interview erklärt), und ruhige Einstellungen sucht und den Zuschauer nicht mit mehr mit verstörenden Bildern zuballert. ^^
Er hat auch genau den richtigen Schauspieler für die Rolle als Hiroshi (Tadanobu Asano) besetzt, denn dieser spielt in gewohnter Weise einfach fantastisch. Auch die Tochter von Shinya Tsukamoto, Nami Tsukamoto, die vor Vital noch nie geschauspielert hat, vollführt hier eine Glanzleistung.
Ich rate jedem, bevor er sich Vital anschaut, sich das Interview mit Tsukamoto anzuschauen, da man dadurch auf Vieles aufmerksam gemacht wird, auf das man vielleicht auch nach längerem Nachdenken über Vital, nicht gestoßen wäre. Er ist einfach ein Phänomen für sich, und macht sich sehr viele Gedanken über sich selber, sein Umfeld und seine Filme. Und genau das würdige ich ihm, da dies viele Regisseure heute nicht mehr tun. Sie verpacken ihre individuellen Gedanken kaum noch in die Stories ihrer Filme.
Anhänger von ruhigen und tiefsinnigen Filmen sollten sich Vital auf jeden Fall nicht entgehen lassen!
kinski
VITAL kommt gleich um 0.10 Uhr auf Vox. Werde auf jeden Fall mal die Aufnahmetaste drücken. Die Story klingt sehr interessant, auch wenn der Film in der Kritik der TV-Movie nicht allzu gut wegkommt.
Halcyon
| Zitat: |
Original von Soljah
Auch die Tochter von Shinya Tsukamoto, Nami Tsukamoto, die vor Vital noch nie geschauspielert hat, vollführt hier eine Glanzleistung. |
Stimmt nicht. Die Dame ist in keinster Weise mit dem Regisseur verwandt. Eine tolle schauspielerische Leistung vollführt sie aber natürlich trotzdem.
Was ich witzig finde, ist wie sich einige Leute darüber aufregen, dass Tsukamoto vom Cyberpunk des Tetsuo sich immer mehr in Richtung Arthaus wie in Vital zugewandt hat.
Mal abgesehen davon, dass ich in gewisser Weise wohl auch die Tetsuo Filme (naja, speziell eigentlich den ersten) zu Arthaus zählen würde, fand ich den Weg, den Tsukamoto eingschlug, eigentlich ziemlich logisch. Der Mann hat sich bei jedem Film (bis auf Hiruko) näher an den menschlichen Körper herangetastet, weshalb ich Vital eigentlich nur für die logische Schlussfolgerung nach den vorangegangenen Filmen halte.
Ich schließ mich Soljah an, Vital fand ich berauschend schön und im Endeffekt auch irgendwie sehr versöhnend mit dem Tod. Für mich neben Bullet Ballet mein Lieblings-Tsukamoto.
Soljah
| Zitat: |
Original von Halcyon
| Zitat: |
Original von Soljah
Auch die Tochter von Shinya Tsukamoto, Nami Tsukamoto, die vor Vital noch nie geschauspielert hat, vollführt hier eine Glanzleistung. |
Stimmt nicht. Die Dame ist in keinster Weise mit dem Regisseur verwandt. Eine tolle schauspielerische Leistung vollführt sie aber natürlich trotzdem.
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Das ist ja Beschiss ^^
Wieso steht diese Information überall?
Halcyon
Frag mich nicht. Ich habs auch erst gedacht, bis unser guter, alter Experte Tom Mes Aufklärung gab. In seinem Audiokommentar auf der US-Scheibe erzählt er auch, wie Tsukamoto (Shinya *g*) auf die Dame überhaupt gestoßen ist. Hab das jetzt aber auch nicht mehr so genau in Erinnerung.
Lago
Story:
Der wortkarge, junge Mann Medizinstudent Hiroshi Takagi verliert sein Gedächtnis bei einem Autounfall. Als er im Krankenhaus aufwacht, erinnert er sich zunächst nicht einmal mehr an seine Eltern. Wieder zuhause entdeckt er eine Kiste mit seinen Medizinbüchern. Er Hiroshi beschließt dann, sein Medizinstudium wieder fortzusetzen und somit wieder am täglichen Leben teilzunehmen und sich wieder an mehr Dinge erinnern zu können. Was er noch nicht weiß ist, dass seine Freundin Ryoko bei dem Autounfall mit in seinem Auto saß und später im Krankenhaus verstarb. Sie spendete ihren Körper für die medizinische Forschung und so landet ihr Leichnam neben anderen zur Sezierung auf dem Leichentisch für ein Praktika der derzeitigen Medizinstudenten. Wie es der Zufall oder Schicksal will, landet Hiroshi in der Gruppe, die Ryoko seziert.
... Die Leichen sind aber mit vielen einzelnen Tüchern abgedeckt. So dauert es etwas, bis Hiroshi herausfindet, dass es sich bei dem Körper um den seiner Freundin handelt. Dadurch hat er mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen. So sind die Eltern des Mädchens darüber alles andere als erfreut, dass er an ihr "herumschnibbelt". Sie sehen ihn sogar als Mörder ihrer Tochter. Dazu kommt dann, dass die rätselhafte Ikumi Interesse am stillen, aber intelligenten Hiroshi hat. Eine seltsame Beziehung entsteht zwischen den beiden, doch den Tod Ryokos hat Hiroshi noch immer nicht verkraftet. Immer mehr Erinnerungen kommen zurück und er kann kaum noch zwischen realer Welt und seiner Traumwelt von Erinnerungen an Ryoko unterscheiden.
Vital ist kein leicht zu verdauender Film. Aber nicht aufgrund von brutaler Gewalt oder schockierenden Horrorszenen. Darauf verzichtet Regisseuer Shinya Tsukamoto in diesem Werk ganz. Auch ist die Story nicht ganz so komplex, wie in manch anderen Film von ihm. Was mich jedoch so beeindruckt hat, ist die durchaus realistische Geschichte mit Tsukamotos Absicht und Nachvollziehbarkeit. "Makaber, aber auf seltsame Weise berührend." Diese Aussage trifft es ziemlich auf den Punkt.
Neben den exzellent spielenden Tadanobu Asano (Hiroshi Takagi) und Nami Tsukamoto sowie auch die gute Leistung der weiteren Schauspieler, den starken Szenen, die der Film durchaus zuhauf hat, spricht für den Film die handwerkliche Raffinesse Tsukamotos, der hier selbst für Kamera und Schnitt zuständig ist. So schafft er in Vital zwei Welten: Eine dunkle, aber reale Welt (der perfekt passende Anatomieraum im Keller der Klinik sowie Hiroshis kalt wirkende, leere Wohnung) und die helle, farbenfrohe Traumwelt (der wunderschöne Strand mit dem Meer, den riesigen Felsen und die bunte Pflanzenwelt).
Fazit: Bildgewaltige Filmkunst! Ein anspruchsvoller Film, der sich mit der strengen Kälte einer genau konstruierten Geschichte den Fragen um Realität, Seele sowie dem Geheimnis des menschlichen Körpers widmet. Aber absolut kein Film für einen lustigen DVD-Abend, dafür ist das Thema zu ernst und nachwirkend.
10/10