Dark Tales of Japan
Daten zum Film:
Genre:-----------------> Horror
Originaltitel:------------> Nihon no kowai Yoru
Internationaler Titel:--------------> Dark Tales of Japan
Alternativtitel:---------------> nicht vorhanden
Herstellungsland:-------------> Japan
Erscheinungsjahr:------------> 2004
Regie:-------------------> Yoshihiro Nakamura, Norio Tsuruta, Koji Shiraishi, Takashi Shimizu, Masayuki Ochiai
Japan-Start:-------------> 22.09.2004
Infopage:------------------>
http://www.filmhorizon.com/darktalesofjapan.asp
Daten zur DVD:
Label:--------------> Genius Entertainment
Ländercode:--------------> 1
Anzahl der Discs:--------------> 1
Laufzeit:---------------> ca. 94 Minuten NTSC
Bildformat:--------------> 1,85:1 Widescreen (anamorph)
Tonformat:-------------> Japanisch Dolby Digital 2.0
Untertitel:------------> Englisch
Extras:------------------> keine
Special Features:--------------> keine
Erscheinungsdatum:----------------> 25.10.2005 in Japan
Preis:--------------------> ca. 10-15 €
Meine Meinung
Das Warten hat ein Ende. Endlich sah ich
Dark Tales of Japan!! Seit Wochen und Monaten wartete ich gebannt, bis ich mir dieses TV-Special zu Gemüte führen konnte. Zu den Hintergründen habe ich mich bereits im Eingangsposting geäußert, sodass ich darauf wohl nicht mehr eingehen brauche. Nachdem ich mittlerweile bereits über 40 japanische Horrorfilme zu Gesicht bekam, habe ich reichlich Erfahrung sammeln können in diesem Gebiet. Unter den vielen Kinoauswertungen tummeln sich seit kurzer Zeit auch TV-Filme, bzw. Direct-to-Video-Horrorfilme in meiner Sammlung.
Auf dieser Plattform geht es qualitativ rauf und runter, sodass man sich nicht genau festlegen kann, was von diesen Produktionen eigentlich zu halten ist. Es gibt sehr gute Filme, darunter
Ju-Rei: The Uncanny und
Ju-On, mittelmäßige Werke, wie z.B. Hideo Nakata's
The Haunted Inn oder auch
Honto ni Atta Kowai Hanashi: Onryou. Unter dieser hohen Anzahl an Filmen ist es selbstverständlich, dass sich - auch wenn einem das nicht unbedingt gefällt - vereinzelte Gurken auftun. Aus meiner Sammlung kann ich in dieser Hinsicht
The Jurei sowie
Honto ni Atta Kowai Hanashi (ja, ihr habt es jetzt gehört!! Tsuruta hat sich damit leider keinen Gefallen getan - im Übrigen empfielt sich die kommende US-DVD aufgrund dessen nicht mehr. Nur als kleine Randbemerkung).
Deshalb war ich gespannt, wo sich
Dark Tales of Japan einordnen wird. Anfangs war ich sehr optimistisch: 1) sah der Trailer sehr innovativ und vielversprechend aus und 2) machten mir die gelisteten Regisseure Mut. Alle Regisseure außer Nakamura hatten zuvor bereits Horrorfilme gedreht. Nakamura trat in diesem Bereich noch nicht in Erscheinung. Daher war es interessant zu sehen, ob er in der Lage ist, eine stabile Horrorepisode zu inszenieren. Jetzt, nach knapp 90 Minuten, muss ich tatsächlich zugeben, dass
Dark Tales of Japan zu den besten japanischen Horrorfilmen neuer Zeit gehört! Ich glaube das hatte niemand erwartet - selbst ich nicht!
Dieser Film ist qualitativ und technisch anderen TV- oder DtV-Produktionen aus Japan um Welten voraus. Vermutlich hat dies damit zu tun, dass sämtliche Episoden von einem gewissen Taka Ichise produziert wurden, dem Produzenten von
Ring und
Dark Water!! Ich möchte nun über die Regieführung sprechen, da in dieser Hinsicht wieder ein Mann überrascht hat. Von mir oft erwähnt, mittlerweile verehrt:
Koji Shiraishi (
extra hervorgehoben)!!! Herrje, der Mann hat soviel auf dem Kasten, dass glaubt man gar nicht: Es muss gesehen werden! In Sachen Regie und Art Direction ist seine Episode
A Big Severed Head die Beste! Der Einzige, der da mithalten kann ist, wieder überraschend, Yoshihiro Nakamura mit seiner Episode
The Spiderwoman! Sie bieten ohne Frage die besten und schönsten Bilder und sind eine Freude fürs Auge.
Trotzdem braucht man den anderen drei Regisseuren keine Vorwürfe zu machen - im Gegenteil. Da die beiden Episoden optisch mehr oder weniger outstandig waren, sollte ich dies eher am Rande hervorheben. Der große Vorteil bei
Dark Tales of Japan ist desweiteren die Tatsache, dass die oft nervige Videoatmosphäre nahezu verfliegt. Man hat, vor allem wenn man die Schauspieler betrachtet, dass Gefühl, als hätte man einen Kinofilm vor sich. Dieser Punkt wird nochmals dadurch unterlegt, da der Film in Widescreen und nicht wie üblich in Vollbild gedreht wurde. Ich habe die Optik bereits angesprochen, dies ist sicherlich ein großes Thema. Die Kameraführung ist zu keiner Zeit mit anderen gleichartigen Produktionen zu vergleichen, sondern reicht immer an die "stilvollen Kinoproduktionen" heran. Schöne, gleitende Bewegungen und ausgefallene Kameraeinstellungen sind das Resultat.
Wichtig für den Gesamteindruck eines Films ist die musikalische Untermalung. Und auch dies passt hier haargenau. Japanische Horrorfilmmusik kann oftmals sehr unterschiedlich sein.
Ring bestand genauso wie
Ju-Rei: The Uncanny mehr oder weniger aus gruseligen Geräuschen und besaß keine richtige Melodie. Andererseits bestanden Shimizu's
Ju-On: The Grudge 1 & 2 - zumindest im Vorspann - aus Orchestermusik, welche eine klare Melodie als Bestandteil mitbrachte. In
Dark Tales of Japan hat man hier auf eher klassische Elemente zurückgegriffen. Zwar bekommen wir auch eher melodische Stücke aufs Ohr gedrückt, aber im Großen und Ganzen überwiegt eine düsterer, aber teil auch bekannte, Horrorfilmmusik, bestehend aus vielen sinisteren, bedrohlichen und nahezu heraufbeschwörenden Klängen. Ein wichtiger Zusatz bzgl. der Niveaufrage eines solchen Films.
Geister sind im japanischen Horrorkino seit über 100 Jahren omnipräsent und nicht mehr wegzudenken. Geister machen Angst, und es gibt viele Möglichkeiten der Gestaltung und des gesamten Auftretens. Angefangen bei klassischen Erscheinungen der älteren Filme bishin zu
Ring, weiterführend zu
Ju-On: The Grudge oder auch
Honto ni Atta Kowai Hanashi: Onryou. Doch was ist, wenn man nicht auf die klassischen Motive zurückgreift und Offenheit für andere Elemente zeigt? Damit hat sich das Team rund um den Film beschäftigt und ist zu dem Entschluss gekommen, nicht
nur Geistererscheinungen in die Episoden einzubinden. So haben wir z.B. das Thema Spinnen oder auch das Thema einer monströsen Kreatur, welche durch Flüche und Alpträume in Erscheinung tritt.
Der Gruselfaktor bei der vorliegenden Produktion ist dennoch nicht ganz so hoch. Ganz genau kann man dies selbstverständlich nicht werten, da jede Episode in ihren Zusammenhängen verschieden ist. Am gruseligsten war übrigens Tsuruta's
Crevices, die zweite Episode. Allerdings gibt es bei meiner - für manche eventuell negativ angehauchten - Aussage wiederum einen kleinen Knackpunkt. Die Episoden verfügen über ausgefeilte Drehbücher und sind, was man auch den Regisseuren zu verdanken hat, überaus spannend aufgebaut. Langeweile kam zu keiner Sekunde auf, sondern die Spannung wurde kontinuierlich entwickelt. Da kommt letzten Endes wieder alles zusammen: Musik, Schauspieler, Kamera, gesamte Regieführung.
Ich habe überlegt, ob ich näher auf die einzelnen Episoden eingehen soll (Story, etc), habe mich am Ende dagegen entschieden. Bei der Länge der Episoden (8 bis 22 Minuten), macht es keinen Sinn, auf nähere Gegebenheiten einzugehen. Zum Abschluss meiner Kurzrezension werde ich schnell einen kleinen Überblick über alle fünf Episoden verschaffen. Zusätzlich sind die Zwichenzeilen mit Screenshots geschmückt. Das sollte meiner Meinung nach lange reichen.
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The Spiderwoman (OT:
Kumo Onna
Regie: Yoshihiro Nakamura
Lauflänge: ca. 22 Minuten
Wertung: 9,5/10 Punkte
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Crevices (OT:
Sukima)
Regie: Norio Tsuruta
Lauflänge: ca. 10 Minuten
Wertung: 8,5/10 Punkte
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The Sacrifice (OT:
Onamakubi)
Regie: Koji Shiraishi
Lauflänge: ca. 18 Minuten
Wertung: 9,5/10 Punkte
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Blonde Kwaidan (OT:
Kinpatsu Kaidan)
Regie: Takashi Shimizu
Lauflänge: ca. 8 Minuten
Wertung: 8/10 Punkte
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Presentiment (OT:
Yokan)
Regie: Masayuki Ochiai
Lauflänge: ca. 23 Minuten
Wertung: 8,5/10 Punkte
Fazit
Five of Japan's best horror directors race to reach the outer limits of fear. Dem Covertext der US-DVD ist nichts mehr hinzuzufügen. Großartig, daher satte 9/10 Punkte, resultierend aus dem Gesamtschnitt der einzelnen Episoden!!
Die DVD
Meine Meinung basiert auf der ungekürzten US-DVD des Labels Genius Entertainment, erschienen im Rahmen der GLOBAL FRIGHT CINEMA-Reihe am 25. Oktober diesen Jahres. Regionalcode ist natürlich der Erste (RC1), desweiteren ist die DVD ungeprüft. Die DVD präsentiert die Episoden in ihrem Originalbildformat 1,85:1 anamorphic Widescreen. Die Qualität ist erste Sahne, ich bin am Ende bsis auf 10cm an den Fernseher heran, habe aber sogut wie keine Verschmutzungen, Kratzer oder sonstige Artefakte erkennen können. Merke: Es handelt sich hierbei um einen TV-Film, da ist so eine Qualität leider nicht alltäglich. Auf alle Fälle ein Hochgenuss. Auf die Ohren gibt es die original japanische Tonspur in Dolby Digital 2.0. Der Sound kommt sehr klar durch die Boxen. Hier wurde eine ideale Abmischung gefunden, sodass - den Umständen entsprechend - teilweise sogar ein wenig "Wumms" spürbar wird.


Kein Rauschen oder sonstige störende Eigenschaften. Ebenfalls sogut wie superb. Zum Glück aller wurden englische Untertitel auf die DVD gebracht und hier bietet Genius Entertainment eine wahre Referenz. Die Untertitel sind einfach nur perfekt abgestimmt worden. Die Größe, der Abstand zu den "Widescreenbalken" sowie die Farbe - diesmal in Gelb gehalten - ganz großartig. Gute Untertitel sind aufgrund der Story und der erzählerischen Tiefe der Episoden sehr wichtig. Diese Aufgabe wurde vollends erfüllt. Das Menü ist komplett auf Englisch, sehr übersichtlich und optisch ansprechend gestaltet. Extras befinden sich auf der DVD leider keine. Die DVD kommt in einer transparenten Amaray-Hülle und bietet ein sehr schön gestaltetes Cover. im Inneren der Hülle wird u.a. Werbung für die anderen DVDs der GLOBAL FRIGHT CINEMA-Reihe betrieben.
Wertung
Bild -> 9/10 Punkte
Ton -> 9/10 Punkte
Untertitel -> 10/10 Punkte
Extras -> -
Abschliessende DVD-Gesamtwertung
Eine grandiose DVD von Genius Entertainment. Als ich zum ersten Mal den Listenpreis auf Amazon.com sah (unter 15 $) hatte ich Bedenken, dass wir eine qualitativ hochwertige DVD serviert bekommen. Überraschend wurde ich vom Gegenteil überzeugt. Meiner Meinung nach ist es auch nicht sonderlich tragisch, dass keine Extras auf die DVD gepackt wurden. Immerhin bekommt man einen sehr seltenen, exzellenten Film, komplett untertitelt und in bester Qualität für wenig Geld. Was will man eigentlich mehr? 9/10 Punkte auch hier.
Anmerkung: Genius Entertainment ließ anscheinend nur geringe Auflagen ihrer neuen DVDs pressen. Selbst bei Amazon.com sind die DVDs nur noch in ein paar Wochen verfügbar (Ausnahmen sind sicherlich gegeben). Nächstes Jahr werden die DVDs sicherlich nicht mehr erhältlich sein. Allerdings erschien letzte Woche eine Hong Kong-DVD, zu beziehen für rund 15 € bei
www.charmes.de. Aussagen über die Qualität kann ich leider nicht treffen. Ihr müsst aber im Hinterkopf behalten, dass man sich diesen Film besser nicht entgehen lassen sollte.
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So, geschafft. Puh! Ging relativ flott muss ich sagen.

Es freut mich auf alle Fälle sehr, dass ich euch über
Dark Tales of Japan berichten konnte. Hoffe ich konnte den ein oder anderen zum Kauf bewegen, wer weiß.
Noch etwas zu den Screenshots: Bitte entschuldigt die teilweise schlechte Qualität, einige Bilder pixeln sogar leicht auf. Dies liegt an einem Programmfehler und konnte meinerseits nicht behoben werden. Dennoch sollte man alles gut erkennen.