Ich hatte mir mit meinem Kumpel auch den Film angetan,
und wir beide waren von der Technik betreffend der Gesichtausdrücke der Akteure schwer enttäuscht.
Die Gesichter waren zwar bis in die Haarspitzen und Pigmentverfärbungen ausgearbeitet,
aber die Augen waren vollkommen seelenlos gewesen und die Mimik versteinert.
Schon beim Anfang in der Met-Halle sah es einfach lachhaft aus, als die Dänen zum Feiern ihres besoffenen Königs ihm zuprosteten und gröllten, aber die Gesichter vollkommen leer und teilnahmslos waren im Gegensatz zu ihren Stimmen.
Überhaupt spiegelten die Gesichter unzureichend die Gefühle der Akteure wieder,
welche durch ihre Stimmen geäußert wurden.
Mein Begleiter war auch der Meinung, daß die Mimik wie von einem 3D-Marionetten-Theater aus einem Computer aussah.
Da hatte der Lebkuchenmann von Shrek mehr Ausdruck in seinem Gesicht gehabt!
Der Akteur mit der besten Mimik war Grendel gewesen,
doch die Darstellung als stark missgebildeter deformierter Riese war ja absolut auf optische Ekelbasis ausgerichtet.
Und was der Gepeinigte mit den Dänen und später den Gauten in der Methalle veranstaltete, ließ mich stark an der Alterseinstufung FSK 12 zweifeln.
Gleich mal zum Thema Gewaltdarstellung & jugendliches Publikum:
Neben mir saß eine Gruppe von Mädels im geschätzten Alter von 12-14 Jahren.
Als die Metzelszenen gezeigt wurden, sind die Mädels mucksmäusenstill geworden.
Aber ihre Gesichtausdrücke passten eher zu einem Horrorfilm!
Dafür wurden sie ja später erfreut mit einem nackten Beowulf, welcher ihnen einige Jauchzer entlockte.
Und schon hatte man die übliche amerikanische Filmverpackung: Sex & Gewalt!
Mein Begleiter merkte bei der Landung von Beowulf in Dänemark an,
daß Dänemark eigentlich eine flache Küste aufweist bzw. die Methalle samt Stadt eigentlich gar nicht an einer Steinküste lag sondern in der Nähe eines Moores,
wo Grendel lebte.
Auch fand ich die Darstellung von Beowulf`s Heldentaten einfach zu übertrieben >
die Meeresungeheuer waren deutlich schlimmer gewesen als Grendel selber.
Aber am Lachhaftesten fand ich die High-Heels von Grendel`s Mutter in Gestalt von Angelina Jolie.
Jaja...Grendel`s Mutter war als Meerweib doch schon sehr ihrer Zeit voraus!!!
Was mir gefallen hat aber fürs Publikum schwierig war zu verstehen,
waren die Gespräche zwischen Grendel und seiner Mutter,
denn da wurde auf einmal dänisch gesprochen.
Warum allerdings speziell bei diesen Szenen,
wo doch das Ganze sowieso in Dänemark spielte?
Oder haben die Dänen mit den Gauten in einer anderen Sprache gesprochen als dänsich?
Die Handlung selber hält sich schon an das Heldengedicht,
doch hätte man lieber eine Realverfilmung mit den Schauspielern machen sollen als diese zu computeranimieren.
Und bei der Ansicht des Gesichtes von Beowulf dachte ich immer an den Schauspieler William Hurt als an Ray Winstone.
Welchen künstlerischen Beitrag Neil Gaiman bei diesen Film beigetragen hat,
war mit nicht erkenntlich geworden, um es mal "löblich" zu formulieren.
Im Ganzen gesehen mal wieder ein Film welcher mir bewies,
daß amerikanische Filmschaffende sich mit europäischer Kulturdarstellung sehr schwer tun und lieber die Finger davon lassen sollten.
Wären die seelenlosen Gesichter nicht gewesen und andere Lächerlichkeiten,
hätte man wenigstens einen auf Action aufgemotzten Animationsfilm gehabt.
So war er nur eine weitere Enttäuschung des Filmjahres 2007 geworden.
Ich von meiner Warte aus brauche ihn mir nicht mehr anzsehen!!!