dakeyras7
We feed the world

Beschreibung:
In seinem Film führt uns Wagenhofer nicht nur an die Ursprungsorte unserer Lebensmittel zurück, er zeigt uns auch die Wege auf die sie nehmen, bis sie schlussendlich auf unseren Tellern landen. Dabei stoßen wir auf alltägliche Wahrheiten, neben denen selbst nach der Meinung des österreichischen Teeny-Weeny-Kino-Magazins SKIP "die dunkle Bedrohung von Konservierungsstoffen und E-Nummern fast lächerlich wirkt". Die Zuschauer lernen im Verlauf des Films die Verquickungen von Konsum, Globalisierung, Armut und Hunger kennen und müssen am Ende schmerzlich feststellen, dass ihr Kaufverhalten tagtäglich über Leben und Tod unzähliger Not leidender Menschen entscheidet. In einem der durch den Film führenden Interviews mit Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, bemerkt dieser treffend: "Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernährend. Das heißt: Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
Ein französischer Fischer, der von der EU dazu verpflichtet ist, über seine Fänge und deren Umfang Buch zu führen, damit diese Ergebnisse ausgewertet und für den hereinbrechenden, industriellen Massenfischfang benutzt werden können, kommt in "We feed the world" genauso zu Wort wie ein
Geflügelzüchter, dessen Tiere das Kino-Publikum auf ihrem achtwöchigen Lebensweg vom befruchteten Ei bis zum verpackten "Produkt" begleitet.
Während in Wien an einem einzigen Tag so viel unverdorbenes Brot vernichtet wird, wie ganz Graz verbraucht, wird in Lateinamerika auf biologisch nicht dafür geeignetem Land Soja für europäische Rinder angebaut, die damit nicht nur bildlich den Regenwald auffressen. Neben den brasilianischen Bauern, die eine junge Ziege von der Mutter getrennt halten müssen, damit ihre eigenen Kinder deren Milch trinken können, und in Anbetracht Spaniens unzähliger, Trinkwasser vernichtender Treibhäuser, die Gemüse für den Export produzieren, wirkt Peter Brabeck, Chef von Nestlé, dem größten Nahrungsmittel-Konzern der Welt, am Ende des Films wie das erste Exemplar einer neuen Spezies, die sich aus dem Stadium des Menschseins längst heraus entwickelt hat. Er bezeichnet das Recht auf Wasser als "extreme Meinung" und denkt laut darüber nach, den Besitz von Wasser zu privatisieren. Zitat Brabeck: "Wir haben noch nie so gut gelebt, wir hatten noch nie so viel Geld, wir waren noch nie so gesund, wir haben noch nie so lange gelebt wie heute. Wir haben alles, was wir wollen." Das Wort "Wir" ist vor allem in Zeiten des Wohlstands eine Frage der Definition.
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Hab von einem Freund (der User letempsdetruittout) gerade von diesem Film erfahren.
Bisher steht noch nicht fest, ob der Film überhaupt in Deutschland im Kino erscheint. In Österreicht läuft er schon seit Ende September.
Finde ich sehr interessant das Thema.
Schlimm fand ich auch was der Chef von Nestle am Ende meinte: Uns ist es nie besser gegangen, wir hatten nie mehr Geld,......