Hmmm...bedauerlich, dass der Film bisher wohl kaum Aufmerksamkeit gefunden hat.
Ich selbst war, wie bereits meinem früheren Post hier wohl zu entnehmen ist schon länger an dem Projekt interessiert und kam jetzt auch endlich dazu mir den Film auszuleihen und anzuschauen.
Es ist nicht das erhoffte Meisterwerk. Warum ich überhaupt ein Meisterwerk erwartet habe? Ganz einfach deswegen, weil zum einen eine solch emotionale Geschichte, wie es die Ermordung der "Hoffnung der Nation" Robert Francis Kennedy nicht einfach mal so verfilmt werden sollte und es auch nicht wird. Sowohl der Regisseur (Emilio Extevez), als auch die Produzenten (u.a. Anthony Hopkins) hatten hier etwas Besonderes im Sinn. Eine Geschichte, ein Film, der den Ereignissen und der Person Robert Kennedy gerecht werden sollten.
Und zum zweiten, da hier ein Cast versammelt werden konnte, wie man ihn nur ganz selten oder eigentlich so gut wie nie sieht. Das ist natürlich ebenfalls der Wichtigkeit der Geschichte geschuldet als auch wohl zu einem ganz entscheidenden Teil dem Einfluß von Hopkins, der hier keine halben Sachen machen wollte.
Warum es nicht der erhoffte Film geworden ist? Wohl zum großen Teil deswegen, weil es über eine lange Zeit nicht gelingt, die einzelnen Handlungsstränge besser miteinander zu verknüpfen. Das Konzept ist gut, vllt sogar grandios. Man begleitet die verschiedensten Personen, manche mit schwereren Schicksalen als Andere über die Dauer eines Tages bis zu dem einen, für alle tragischen und wegweisenden Moment, die Ermordung des Robert kennedy im Ambassador Hotel.
Und leider wird zuvor zu lange auf größere, vllt Aha-Momente erschaffende Interaktion verzichtet. Natürlich stellt der Film tatsächliche Ereignisse nach und das lässt nie unheimlich viel Raum für Veränderungen der Zeitlinie oder dergleichen, trotzdem bin ich der Meinung, dass man in diesem Punkt Potential verspielt hat.
Das nächste Problem liegt in der Balance der einzelnen Stränge. Zeitlich zweifelsohne perfekt ausgearbeitet liegen sie doch zum Teil, was die Qualität der Geschichte und ihre Emotionalität angeht weit auseinander. Besonders gefallen haben mir in dieser Hinsicht die Stränge um, die bereits von Sven erwähneten, Lohan/Wood, wobei ich über mich selbst überrascht war, wie gut mit Lindsay Lohan in dieser Rolle gefallen hat, als auch der Estevez/Moore-Strang. Beide mit einer tollen und, wie ich finde, bewegenden Geschichte.
Andere dagegen sind doch sehr abgefallen. Ich hab hier auch mal wieder festgestellt, wie wenig ich doch Christian Slater mag.
Weitere Glanzpunkte waren für mich Helen Hunt...noch immer eine Augenweide, obwohl man ihr ihr Alter inzwischen ansieht, als auch Anthony Hopkins. Zusammen mit Harry Belafonte einfach toll zu sehen.
Den witzigsten Teil der Geschichte liefert nebenbei zweifelsohne Shia LeBoef ab. Wirklich zum wegwerfen, als sie in dem Zimmer stehen und die Tür öffnen...
Desweiteren profitiert der Film natürlich von den Aufnahmen des echten Robert Kennedy. Selbst als Nicht-Amerikaner kannte ich doch die meisten dieser Aufnahmen bereits und fand es toll hier zu sehen. Es ist teilweise wie ein Blick, nicht nur in die Vergangenheit eines Menschen sondern auch in die Vergangenheit einer ganzen Nation. Einen kleinen Grinser konnte ich mir ja nicht verkneifen, als das Interview kam, in dem er sagte, dass man sich in Zehn Jahren nur noch mit Gasmaske durch New York bewegen könne. Was einen die Vergangenheit doch manchmal lehren kann...
Ganz besonders hervorzuheben ist dabei natürlich noch die Rede, die während der letzten Minuten des Filmes eingespielt wird. Selten eine so tolle Rede gehört. Zusammen mit dem tollen Score, der über den ganzen Film hinweg immer besser wird, und den dramatischen Bildern ein wirklicher Gänsehaut-Moment.
Jedem, der vor einem Film, der etwas mehr Anspruch, als viele andere Filme hat, und, der dich nur dann gänzlich unterhalten kann, wenn du dich darauf einlässt, dass er sehr langsam beginnt und immer intensiver wird, keine Angst hat, kann ich wirklich nur empfehlen, sich den Film anzuschauen. Sowohl die breite, wie sehr gute Besetzung, als auch die Vielfältigkeit der Handlungsstränge sollten eigentlich für jeden etwas sehenswertes bereithalten.
8-8,5/10 Punkte