Tja, die doch ziemlich lange Wartezeit hat sich für mich im Falle von Bee Movie definitiv nicht gelohnt. Ich habe den Kinosaal gestern Abend eher mit einem enttäuschten, als glücklichen Magengefühl verlassen. Hätte nun wirklich nicht mehr damit gerechnet, dass mich gegen Jahresende einer meiner Most Wanted noch so dermassen enttäuschen würde. Als ich im Kino einen Trailer sah, war mir eigentlich gleich von Anfang an klar, dass er mir gefallen würde. Es wurde alles versprochen, was ich an Animationsfilmchen mag: witzige Gags, niedliche Charaktere - in ähnlicher Form wie die Krabbel-Männchen in A Bug's Life - schön anzusehende Animationen und eine ganz annehmbare Handlung. Tja, leider aber kam dann doch alles ein wenig ununterhaltsamer, als erhofft. Dabei war alles so vielversprechend...
Der Film fängt eigentlich gar nicht einmal so schlecht an. Adam und Benson, zwei Bienenfreunde, werden langsam erwachsen und haben ihren Schulabschluss hinter sich gebracht. Nun folgt als nächster und letzter Schritt in ihrem Leben die Berufswahl, die in der Honigproduktion in einem Bienenstock stattfindet. Und durch die Reise in die Honigproduktion wird dem Zuschauer der ein oder andere wirklich sehr gelungene Gag geboten. Einer davon blieb mir so richtig im Gedächtnis hängen. War aber auch eher ein Gag, den kleine Kinder eher unwitzig finden (habe im Kinosaal, ausser mir und den Eltern, nur sehr wenige Kids lachen hören). War viel mehr ein schwarzhumöriger Gag, aber so was mag ich relativ gerne.

Und ja, nach so circa 15 Minuten, nachdem die Hauptbiene des Films die Aussenwelt betritt, um ihr eigenes Ding durchzuziehen und sich dabei in einen Menschen versieht, habe ich mir gedacht, dass es sich doch nur steigern kann. Leider kam es dann aber ganz anders. Dem Film wird nämlich gleich das Genick gebrochen, nachdem die Biene feststellt, dass Menschen den Bienen den Honig stehlen, um ihn für ihre eigenen Zwecke zu verwenden. Von da an ging es nahezu ausschliesslich bergab, was die Qualität des Films betrifft. Das war von da an nur noch eine einzige Barbara Salesch Doppelfolge.
Ich meine, es wird so viel Zeit verpulvert, weil die Bienen vor Gericht gegen die Menschen vorgehen wollen. Was soll das? Unterhaltsam war das überhaupt nicht und ich habe mir ernsthaft die Frage gestellt, ob das, was ich da auf der Leinwand gerade sehe, wirklich sein muss. Man hätte so viel aus der Idee machen können - die Grundidee an sich meine ich (Biene will raus in die freie Welt, unterhält sich mit Menschen usw. So Filme mag ich ohnehin, wo kleine Insekten die Erde erkunden - Antz, A Bug's Life) - aber leider ging es qualitaiv, wie schon erwähnt, praktisch nur noch nach unten. Ich meine, ein Animationsfilm muss mich einfach durchgehend unterhalten können und das hat Bee Movie einfach nicht mehr geschafft und das vor allem wegen deiser blöden Gerichtsszenen, bei denen kein einziger Gag wirklich sass und eher lächerlich rüberkamen.
Und da wären wir schon bei einem weiteren Problem, die Gags. Wenn man sie nicht schon alle im Trailer gesehen hat, dann in der ersten Filmhälfte. Und es funktionieren wirklich nur sehr wenige. Was dem Zuschauer später geboten wird, empfand ich viel mehr als kopfschüttelnd. Teilweise richtig überzogen und einfach nur "blöd". Die "mündlichen" Gags nahmen erheblich ab und die Aktionen der Charaktere waren viel mehr peinlich, als witzig. Eine Katastrophe war der Film nicht, aber sobald diese Gerichtsszenen zum Einsatz kommen und die Gags abnehmen, wechselte mein Gefühl bzgl. des Films immer zwischen den beiden Begriffen "langweilig" und "unterhaltsam". Das war ein nie enden wollendes Hin und Her...
Manchmal wurde mir eine Szene zu schnell abgeschnitten und man hat das Gefühl, als wäre es ein Traum von Benson. Das war ziemlich mies gelöst, denn dadurch dass die Hauptbiene im Film wirklich ein, zwei Male in einem Traum versinkt, weiss man nie so richtig, ob die aktuelle Szene, die sich gerade abspielt, ebenfalls nur ein Traum oder doch eher die Realität war. Das lag auch vor allemd aran, dass manche Szenenwechsel eben so plötzlich geschahen und die darauffolgende Szene viel zu übertrieben wae. Und gerade in einem Animationsfilm für Kinder dürfte es meiner Meinung nach kein Wirr-Warr geben. Dann, so gegen dem Ende hin, wurden dann alle möglichen Klischees in den Film gezwungen, die ihm viel mehr geschadet, als geholfen haben. Rein inhaltlich also richtig schwach.
Bei der Bewertung bin ich dennoch sehr grosszügig und vergebe einmal eine 6, dies allerdings als ein absolutes Maximum ! Aber auch nur, weil ich in dem Genre schon erheblich schwächeres gesehen habe, so wie z.B. Shrek 3. Bee Movie war leider eine herbe, aber hoffentlich letzte Enttäuschung vor dem neuen Jahr. Schade, denn gerade hiervon habe ich mir einiges versprochen. Von den Animationsfilmen in den kommenden Jahren habe ich an keinem einzigen Interesse - leider. Werde mich also lange gedulden müssen, bis ich wieder was Ähnliches zu sehen bekomme, wie Antz - gerade den fand ich mutig, da einiges erwachsener, als so manch andere Animationsfilme.
6/10