Das ist allerdings das Cover der Hong Kong-DVD.
Habe mir Volume 1 eben angesehen und werde nur kurz darauf eingehen, da man über 40 Minuten Laufzeit verteilt auf acht Episoden nicht sonderlich viel berichten kann...
Erst einmal muss ich klar sagen, dass ich mir die jeweiligen Episoden eher anders vorgestellt habe. Die Serie ist mit X Faktor zu vergleichen, nur eben auf Japanisch. Meistens läuft es so ab, dass die Personen, welche in sämtliche Vorfälle verwickelt waren, am Anfang jeder Episode kurz darauf eingehen, um den Betrachter auf die kommenden Geschehnisse einzustimmen.
Ursprünglich hatte ich mich auf beinharten Horror vorbereitet und nachdem ich den Trailer zum "Kaidan Shin Mimibukuro"- Theatrical Feature sah, wurde dies nochmals unterstrichen. Schlussendlich ist es aber nicht so. Trotzdem variieren die "Horrorszenen" von Episode zu Episode, sodass man dafür kein genaues Mittel finden kann. "Spilt Water" ist z.B. gar kein Horror, sondern eher ein Drama mit mystischen Elementen.
Andererseits bekommen wir in "The School Excursion" und "The Visitor" die volle und drastische Horrorpackung geboten. Gerade "The Visitor" wartet über 4 Minuten mit einer fast unaushaltbaren Hardcore-Spannung auf und man ist tatsächlich froh, wenn der letzte Schnitt beendet ist. Interessant ist ebenfalls "The Backward Suit", da diese Episode eine Komödie darstellt. Lustig ist, dass diese aber auch wirklich richtig witzig ist, vor allem am Ende. Die Einen dürften sich vor lauter Grinsen nicht mehr einbekommen, während die Anderen erschrocken ihre Klappe nicht mehr schliessen können.
Da wären wir auch bei dem Punkt, welchen den Film so genial macht. Oftmals erlebt man es in Horrorfilmen immer wieder, dass dieselben Aspekte auftauchen. Dabei beziehe ich mich auf Sequenzen, die aufgrund ihres Aufbaus vorhersehbar sind. Hier spielt "Tales of Terror" mit den Nerven des Betrachters und veranstaltet ein geschicktes Verwirrspiel. Die einzelnen Episoden werden entweder durch überraschende Wendungen, durch Sequenzen, die einem im Regen stehen lassen (man denkt, dass etwas Schlimmes passiert, aber...) und durch Bilder, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hätte, deftig gespickt.
Da gerade bei diesen kurzen Filmen massive Spoiler-Gefahr droht, halte ich mich für Weiteres, was die jeweiligen Episoden betrifft, zurück. Ob ich Bilder poste, weiß ich noch nicht - werde ich mir noch genauer überlegen.
Vor Abschluss meiner Kurzreview hier nun eine kleine Wertungsübersicht:
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Elevator 5/10 (-> Horror / mäßig spannend)
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The School Excursion 9/10 (-> Horror / sehr spannend und strange)
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Kengo Nishioka 7/10 (-> Horror / spannend, hätte man aber mehr machen können)
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The Visitor 9/10 (-> Horror / grandios, spannend durch die Bank!)
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Covering the 100 Tales 7/10 (-> Horror / spannend, mit vielen Wendungen)
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Cassette Tape 6/10 (-> Horror / mäßig spannend, alles in allem recht gut)
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Spilt Water 8/10 (-> Drama / zwar kein Horror, aber trotzdem toll)
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The Backward Suit 9/10 (-> Komödie / ebenfalls kein Horror, dafür witzig und gegen Ende mächtig abgefahren!)
Abschliessende Gesamtwertung: 7,5/10 Punkten!!!
Überrascht hat mich die musikalische Untermalung. Wir bekommen des öfteren tatsächlich Orchestermusik geboten, meistens wunderschöne Klavierklänge, die sehr stimmig wirken. Von Seiten der Schauspieler gibt es nichts zu meckern, allesamt spielen sehr souverän.
Fazit: Zusammenfassend stellt sich "Tales of Terror Vol.1" als positiv dar. Hätte man "Elevator", "Kengo Nishioka" und "Cassette Tape" mehr Horror zugesteckt, wären alle acht Folgen der Brüller geworden. Dafür, dass pro Episode nur knapp 5 Minuten blieben, wurde sehr gute Arbeit geleistet und das gilt es zu honorieren.
In Richtung brachialer Horror dürfte allerdings noch klarer Spielraum sein. Und ausserdem waren dies erst 40 Minuten einer LANGEN Serie, da kann also noch viel kommen. Wer sich die Back-Cover der Japan-DVDs sowie den Trailer zum Theatrical Feature angesehen hat weiß was ich meine. Allemal eine Empfehlung wert.
Kurz ein paar Worte zur DVD...
Veröffentlicht wurde "Tales of Terror Vol.1" in Hong Kong unter dem Label Unicorn Entertainment. Die DVD präsentiert die Episoden vollkommen ungeschnitten (jede Episode läuft knappe 5 Minuten) in ihrer original japanischen Fassung. Visuell bekommen wir einen guten Transfer in 1,85:1 Widescreen geboten, anamorph codiert natürlich. Die Qualität ist für eine TV-Serie überraschend gut und bewegt sich klar über "Ju-Rei"- Niveau. Gewisse Grobkörnigkeiten und andere kleine Artefakte lassen sich nicht verleugnen, aber ob die Japan-DVDs von King Records eine bessere Qualität aufweisen, mag ich zu bezweifeln!!
Auf die Ohren gibt es so Einiges. Neben dem japanischen Track in Dolby Digital 5.1 gibt es zudem einen DTS-Track, was meiner Meinung nach für eine TV-Serie überzogen ist. Deshalb kann man für diese Spur nahezu keine Verwendung aufbringen, da übermäßige Soundeffekte sowie aufbrausende Musik nicht vorhanden sind. Dafür gibt es, was ich viel anständiger finde, eine Tonspur in Dolby Digital 2.0 Stereo, was sich ideal für TV-Serien-/Filme und Direct-to-Video-Produktionen eignet. Da die DVD in Hong Kong erschienen ist, gibt es zusätzlich eine kantonesische Tonspur in Dolby Digital 5.1 und 2.0 Stereo. Qualitativ verhalten sich sämtliche Spuren ordentlich, denn ausser ein wenig Rauschen und Knistern (ein leichtes Brummen habe ich ebenfalls vernommen?) gibt es nicht viel zu meckern.
DVDs aus Hong Kong sind dafür bekannt, in Sachen Extras nicht gerade zu protzen, teilweise fehlt es auch komplett an Bonus. Umso mehr war ich gespannt, was uns die DVD von Unicorn bieten würde. Für diese Veröffentlichung hat man sich tatsächlich etwas besonderes einfallen lassen. Anstatt Trailern oder Sonstigem bekommen wir nach der achten Episode einen Clip mit Drehbuchautor Ishiro Nakayama geboten (kann mich irren mit dem Namen). Knapp 12 Minuten erzählt er von mysteriösen Dingen, die er in seiner Zeit beim Fernsehen erlebt hat. Sehr sehr interessant und unterhalten, zudem komplett untertitelt. Das DVD-Menü ist komplett in Englisch und mit völlig unpassender Rockmusik unterlegt. Naja, was will man machen... übrigens sind die kurzen Abschnitte zwischen den Episoden ebenfalls mit (leichtem) Rock unterlegt. Darüber kann man aber hinwegsehen.
Bei den englischen Untertiteln wurde sehr gute Arbeit geleistet, desweiteren hat man gar keine Schwierigkeiten, den Dialogen oder der Storyline zu folgen. Ebenso in Chinesisch vorhanden.
Die DVD befindet sich nicht nur in einer schwarzen Amaray-Hülle, sondern in einem sehr sehr schicken Pappschuber, der die komplette Hülle verschliesst. Obere Lasche aufklappen, heißt es also. Hätte nicht mit einer speziellen Verpackung gerechnet, dafür ist es nun umso schöner!
Wertung:
Bild -> 8/10
Ton -> 8/10
Untertitel -> 9/10
Extras (+Aufmachung) -> 7/10
Abschliessende DVD-Gesamtwertung: 8/10 Punkten!!
Ich werde mir Volume 2 auf jeden Fall bestellen, denn "Tales of Terror" bietet etwas anderes Japan-Horror-Kino und wartet mit abwechslungsreichen Ideen auf. Denn wie man sieht: Es steckt was in der Serie!!!