Endlich konnte ich das Theatrical Feature sehen! Deshalb ein paar Kurzkommentare plus Screenshots...
The Night Watchman
Regie: Akio Yoshida
Lauflänge: ca. 19 Minuten
Die erste Episode des Theatrical Features stellt eine Horrorkomödie dar, die vom "Altmeister" dieser Serie, Akio Yoshida, inszeniert wurde. Hier werden Geistererscheinungen durch den Kakao gezogen, dies in grandioser Machart. Man kommt aus dem Schmunzeln nicht heraus, alleine der Wachposten den wir u.a. auf dem letzten Bild sehen, ist sehr sehr ulkig. Insgesamt hat Yoshida eine nahezu blitzsaubere Horrorkomödie in Kurzform auf Zelluloid gebracht, die viele überraschende Horrorbilder garantiert. Das sollte auch aus den Screenshots hervorgehen.
Wertung: 9/10 Punkte
Wisps of Smoke
Regie: Kosuke Suzuki
Lauflänge: ca. 10 Minuten
Düster, unheimlich und abgefahren. Wow, diese Episode gehört in gewisser Weise zu den Besten, die ich jemals in einem Horrorfilm zu Gesicht bekam. Großartige Kameraführung gepaart mit toller Cinematography machen "Wisps of Smoke" zu einem Highlight. Als Location hat man einen ideal passenden Wald ausgesucht, in dem merkwürdige Dinge passieren. Drei junge Frauen geraten leider zum falschen Zeitpunkt an den falschen Ort. Da man am Ende im Regen stehen gelassen wird, gibt es einen Punkt Abzug.
Wertung: 9/10 Punkte
Gloves
Regie: Hirohisa Sasaki
Lauflänge: ca. 11 Minuten
Innovative Idee, eher mittelmäßige Umsetzung. Jede Nacht wird eine Frau von zwei mysteriösen Handschuhen gewürgt. Nun, hier hätte man ein klein wenig mehr Grusel einbauen kann/sollen. Trotzallem steht hier wieder die Idee im Vordergrund, denn etwas Vergleichbares gab es zumindest in diesem Rahmen noch nicht. Die Episode bietet einige verwirrende Bilder, die man im ersten Moment erstmal verdauen muss. Nichts dolles, aber ein schönes Horrordrama im Kurzform.
Wertung: 7/10 Punkte
The Weight
Regie: Kosuke Suzuki
Lauflänge: ca. 5 Minuten
Die kürzeste Episode ist zugleich die Schwächste. Aber es ist schon lustig, Kazuki Kitamura hier als Geist in Erscheinung treten zu sehen, war er doch vorher in "Godzilla: Final Wars" als verrückter Alien-Anführer zu Gange. Drei Minuten lockerer Spannung, dann ein leichter Einbruch und am Ende noch ein kleiner Gag. Dann ist Feierabend. Viel bekommt man hier nicht geboten, hätte aber schlimmer kommen können...
Wertung: 6/10 Punkte
Full-Length Mirror
Regie: Ryuta Miyake
Lauflänge: ca. 5 Minuten
Im Grunde genommen genauso lang wie obige Episode, verpackt Regisseur Miyake die bleibenden 5 Minuten in ästhetische Spannung, ausgestattet mit ein paar fiesen Schocks. Terror in der Turnhalle garantiert...
Wertung: 8/10 Punkte
Line of Sight
Regie: Keisuke Toyoshima
Lauflänge: ca. 12 Minuten
"Line of Sight" beginnt ganz gemächlich und steigert die Spannung von Minute zu Minute ins Unermessliche. Kalte Angst gepaart mit aufschnellenden Schockbildern lassen die Bluttemperatur für kurze Zeit unter 0°C sinken. Ganz groß, auf darstellerischer sowie formaler Ebene.
Wertung: 8/10 Punkte
The Promise
Regie: Keita Amemiya
Lauflänge: ca. 14 Minuten
Keita Amemiya ("Moon over Tao", "Zeiram", etc), einer der größten Regisseure Japans der Gegenwart, serviert dem Betrachter eine astreine Horrorkomödie ab, die ohne jeden Zweifel hemmungslos an der Höchstwertung knabbert. Hiroyuki passt auf das Apartment seines Onkels auf, mit dem Auftrag, zu antworten, wenn er gerufen wird. Nach dutzenden Rufen vergisst Hiroyuki zu antworten, was bittere Konsequenzen nach sich zieht. Die große Stärke der Episode ist der Witz des Ganzen. Die Idee ist absolut schräg und dank dem Hauptdarsteller perfekt wirkend. Später in der Episode kommt zudem eine verdammt heiße Braut in das Apartment hinein. Mannoman, für eine Nacht mit diesem Gerät, da würde ich schon so einiges tun.

Na ok, Spaß beiseite. Die Episode gehört zu den besten des kompletten Films und lässt gegen Ende Horrorfans noch einmal so richtig schön erblassen. Einen Punkt Abzug, da die Episode zunächst nicht richtig in die Gänge kommt.
Wertung: 9/10 Punkte
Hisao
Regie: Toshikazu Hirano
Lauflänge: ca. 15 Minuten
Puh, ehrlich gesagt habe ich diese Episode nicht wirklich nachvollziehen können. "Hisao" ist zudem ein Drama, in dem sämtlicher Horror vermisst wird. Eine Mutter kommt über den Selbstmord ihres Sohnes nicht hinweg, bildet sich stattdessen ein, dass er noch lebe und in seinem Schaukelstuhl säße. Wisst ihr was? Ich hab kein Bock mehr weiterzuerzählen.

Keine Ahnung ob ich diese Episode gut oder schlecht finden soll, deshalb fällt eine Bewertung weg. "Hisao" fällt somit auch aus der Gesamtwertung.
Wertung: -/- Punkte
Fazit
"Kaidan Shin Mimibukuro" ist eine wahre Bereicherung für das lange und traditionelle japanische Horrorkino. Nimmt man acht Episoden, sind darunter höchsten drei mäßige Episoden dabei, bzw. Episoden ohne Horrorelemente. Der Rest bietet sogut wie immer überzeugenden Grusel mit stylischen Bildern und astreinen Momenten. Dies ist auch in dem hier vorliegenden Theatrical Feature der Fall. Die Episoden sind aufwändiger produziert, die oftmals nervige Videooptik fällt weg und Fantasien können besser ausgeschöpft werden.
Dieser Film ist toll und für jeden Horrorfan empfehlenswert. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieses Theatrical Feature irgendwann untertitel veröffentlicht wird. Aufgrund der Wirkung freue ich mich nun schon auf das kommende Feature "Yûrei Mansion", die DVD von King Records erscheint im November. In der nächsten Zeit wird es auch von mir mehr "Kaidan Shin Mimibukuro" geben - und das völlig gerechtfertigt!
Abschliessende Gesamtwertung für das Theatrical Feature: 8/10 Punkte!
War nicht sonderlich viel, aber ich denke das man einen kleinen Einblick durchaus gewinnen kann.