Ich habe den Film gestern in einer Preview gesehen und ich bin begeistert.
"Dan: Mitten im Leben" zeigt die Geschichte eines Mannes, der nach dem Tod seiner Frau nur noch seine Kinder hat, jedoch eine Frau kennenlernt, die er nicht lieben darf. Die Komödie zeigt viel Herz und kann sich von anderen Produktionen abheben, da hier nicht auf 08/15 Witze gesetzt wird, man stehts ein gutes Gefühl hat, die Schauspieler sehr überzeugend spielen und da der Film einfach das Herz am rechten Fleck hat.
Dan (Steve Carell) hat es nicht leicht. Nach dem tragischen Tod seiner Frau lebt er nur noch für seine Töchter und fremde Menschen. Er ist Zeitungskolumnist und berät die Menschen, die sich fragend an ihn wenden, wobei er selbst in Sachen Leben beraten werden müsste, da er sich selbst komplett vernachlässigt. Eines Tages steht ein Familientreffen an. Dan reißt mit seinen drei Töchtern dorthin und trifft die chaotische Großfamilie. Als er in einen Bücherladen geht, lernt er die hübsche Marie (Juliette Binoche) kennen, die ihn sofort fasziniert. Gerade erst kennengelernt, kann er ihr alles erzählen und beide tauschen die Telefonnummern aus. Kaum wieder zurück, stellt sein Bruder Mitch (Dane Cook) seine neue Freundin vor - es ist Marie. Zwischen ihnen gibt es Spannungen, doch sie sehen ein, dass es für sie keine Zukunft gibt. Tief im Innern jedoch hegen beide Gefühle für den anderen, die kurz davor stehen, auszubrechen.
"Dan in Real Life" ist der Originaltitel der sympathischen Komödie, der passender nicht hätte sein können. Dan ist nach dem Tod seiner Frau nicht in bester Verfassung, er hat sich mit keiner Frau mehr verabredet, hat in seinem Leben nur noch seine Töchter und seinen Job als Zeitungskolumnist. Und genau da ist der Knackpunkt. Dan gibt den Menschen Ratschläge, die ihn um Hilfe bitten, doch an wen kann er sich mit seinen Problemen, Ängsten und Gefühlen wenden? Das ist eigentlich das tragische an der Geschichte, denn sobald ein Mensch auftaucht, der Besserung in Dans Leben verspricht, wird sein Gefühlschaos nur noch mehr aufgewühlt.
Dan ist eine sehr tragische Figur. Das liegt nicht nur an seiner Vorgeschichte, sondern an dem, was er während des Films alles mitmachen muss. Er steht im Konflikt, ob er seinem Bruder die Wahrheit gestehen oder versuchen soll, seine Liebe zu unterdrücken. Auch tauchen im Laufe des Films Vater-Tochter Konflikte auf, die Dans Leben nur noch schwieriger machen. Die eigentliche Tragik der Figur, obwohl sie auch sehr witzige Seiten hat, kommt besonders in den Szenen hervor, in denen er verzweifelt ist, was von Steve Carell übrigens sehr überzeugend dargestellt wurde.
Natürlich gibt es in "Dan: Mitten im Leben" auch eine gehörige Portion Humor. Gäbe es lediglich Dan als tragischen Charakter, könnte man den Film auf keinen Fall in das Genre der Komödie einordnen. Für den meisten Humor sorgt Dans Familie, deren Mitglieder teilweise recht abgedreht sind. Hier wird nicht auf Humor gesetzt, der unter die Gürtellinie geht, nein, ganz im Gegenteil. Es geht alles sehr gesittet zu, außerdem baut der Großteil der Szenen auf Situationskomik, die nie konstruiert wirkt.
Brüller gibt es zwar nicht sonderlich viele, aber das brauch der Film auch gar nicht. Vielmehr setzt er auf sympathische Charaktere und eine charmante und liebenswerte Umsetzung der im Grunde recht einfachen Story. Emily Blunts kurzer Auftritt jedoch war ein echter Brüller, da eine ihrer Szenen ziemlich witzig war.
Dass die Charaktere so liebenswert sind, ist den Schauspielern zu verdanken. Besonders Steve Carell konnte mich überzeugen. Abgesehen von "Little Miss Sunshine" konnte er mich noch nie so überzeugen, wie es hier der Fall war, sei es in "Jungfrau (40), männlich, sucht" oder "Evan Allmächtig". Er spielt sehr überzeugend und hat etwas an sich, dass man ihm seine Rolle vollkommen abnimmt. Für mich ist er eine der größten Überraschungen des Films, wobei der Film an sich schon eine sehr große und positive Überraschung darstellt. Juliette Binoche ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch sehr charmant. Sie spielt ihre Rolle ebenfalls sehr überzeugend und glaubhaft. Ein wenig herausfallen aus dem Schema tut Dane Cook. Er kommt nicht so sympathisch rüber, darf der "Bösewicht" sein, weil er bereits mit Marie zusammen ist. Aber dennoch kann er sich den Anderen gegenüber behaupten und spielt seine Rolle sehr überzeugend. Sowieso ist Dane Cook ein genialer Comedy-Star in den USA und beweißt hier ein weiteres Mal, dass er auch schauspielern kann. Emily Blunt muss hier noch erwähnt werden, denn ihre Rolle ist zwar ziemlich klein, dafür aber sehr interessant, witzig und glaubhaft gespielt. Insgesamt sind die schauspielerischen Leistungen im Film sehr hoch, was für eine Komödie nicht selbstverständlich ist.
Auch positiv zu vermerken ist der Score. Stellenweise ist er sehr ruhig, passt aber in jede Szene. Es gibt jedoch auch Momente, in denen die Musik schneller wurde, dazu nenne ich einfach mal die Aerobic-Stunde, die zudem auch recht witzig gewesen ist. Sonst gibt es noch einige sehr schöne Kameraeinstellungen sowie viele tolle Bilder.
Weiter zeichnet sich "Dan: Mitten im Leben" duch eine sehr ruhige Erzählweise aus, ohne langweilig zu werden. Das gibt es selten, eine ruhige Komödie, die unterhält, rührt und vielleicht zum nachdenken anregen kann, bei der man sich aber dennoch die ganze Zeit über wohlfühlt und ein Lächeln auf dem Gesicht hat.
Fazit:
Fans von ruhigen Komödien kann ich den Film ans Herz legen, wobei auch andere einen Blick riskieren sollten, denn "Dan: Mitten im Leben" ist eine warmherzige und sympathische Komödie mit guten Schauspielern, bei der man sich einfach wohl fühlen muss.
9/10
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